Studie: Große Autos verdrängen viele Parkplätze

Größere Autos, weniger Stellplätze
Was die SUV-Welle in Städten auslöst

Moderne Autos werden länger und breiter. Eine Studie von T&E und Clean Cities rechnet vor, wie stark öffentliche Parkplätze in europäischen Städten bis 2040 unter Druck geraten könnten - und fordert Regeln zu Breite, Gewicht und Gebühren.

Mercedes GLS 2026
Foto: Mercedes

Das anhaltende Größenwachstum moderner Autos führt zu Parkproblemen. Immer längere und breitere Pkw könnten bis 2040 bis zu 14 Prozent der öffentlichen Straßenparkplätze in europäischen Städten verdrängen, so eine Studie der Umweltorganisationen Transport & Environment (T&E) und Clean Cities. Allein in Berlin würden demnach bis zu 117.000 Stellplätze entfallen. Für Unternehmen ist das mehr als ein kommunales Randthema: Größere Dienstwagen, Poolfahrzeuge und E-SUV brauchen nicht nur mehr Platz am Straßenrand, sondern auch auf Firmenparkplätzen, in Tiefgaragen und an Ladepunkten.

Fahrzeuge werden seit Jahren größer

Voraussetzung in diesem Szenario ist, dass das Größenwachstum der vergangenen Jahrzehnte linear zunimmt. Seit dem Jahr 2000 legt die durchschnittliche Pkw-Länge in Europa laut Studie jährlich um 1,2 Zentimeter zu, die Höhe um 0,5 Zentimeter. Für 2040 ergibt sich so ein durchschnittlicher Neuwagen von etwa 4,56 Metern Länge und 1,90 Metern Breite. Die Studie legt zugrunde, dass die neuen größeren Fahrzeuge im Bestand nach und nach kleinere, ältere Autos ersetzen und dadurch immer weniger Fahrzeuge auf der öffentlichen Parkfläche Platz finden.

Forderung nach Begrenzung der Fahrzeuggröße

Die Verfasser fordern unter anderem eine Begrenzung der Fahrzeugdimensionen – etwa eine Maximalbreite von 1,92 Metern. Zudem sollen Steuern und Parkgebühren stärker nach Größe und Gewicht der Fahrzeuge gestaffelt werden. Dadurch könnte der Platzbedarf der Fahrzeugflotte konstant gehalten werden. Die Studie schlägt außerdem vor, regulatorische Vorteile stärker an kleinere elektrische Fahrzeuge zu knüpfen. Damit berührt die Debatte auch die Car Policy. Wo bisher vor allem Leasingrate, Antrieb, CO2-Wert und Ausstattung geregelt werden, könnten künftig auch Länge, Breite und Gewicht stärker zählen. Besonders in Innenstädten, bei geteilten Stellplätzen und beim Ausbau von Ladeinfrastruktur wird Fahrzeuggröße zum Kosten- und Planungsfaktor.

Studie sieht Risiken für die Verkehrssicherheit

Neben dem Platzproblem sehen die Autoren durch das Größenwachstum auch negative Folgen für die Verkehrssicherheit. Setzt sich die Entwicklung fort, könnten 2040 europaweit rund 400 besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer mehr sterben als bei einem Rückgang der durchschnittlichen Neuwagengröße auf das Niveau von 2015. Für den Zeitraum von 2026 bis 2040 errechnet die Studie insgesamt 2.500 zusätzliche Todesfälle bei Erwachsenen und 79 bei Kindern.