Mobile Stromversorgung gehört für viele gewerbliche Einsätze zum Arbeitsalltag: auf Baustellen, im Forst, beim Catering oder bei Einsätzen abseits fester Infrastruktur. Bislang bedeutet das häufig: Stromaggregat mitnehmen, Benzinkanister laden, Nutzlast verlieren und auf der Baustelle ein weiteres diebstahlgefährdetes Gerät sichern. Ford will diese Lücke beim Ranger Plug-in-Hybrid mit dem System Pro Power Onboard schließen.
Bis zu 6,9 kW Leistung
Die bordeigene Stromversorgung nutzt die Energie aus der Antriebsbatterie und stellt über Steckdosen bis zu 6,9 kW bereit. Damit lassen sich laut Ford auch größere Verbraucher und Werkzeuge betreiben. Um den Nutzen zu belegen, hat Ford Pro in seinem Entwicklungszentrum im britischen Dunton einen Vergleichstest durchgeführt: Ein gemieteter 4-kW-Benzingenerator trat gegen die Stromversorgung des Ranger PHEV an.
Generator mit hohen Schadstoffwerten
Getestet wurden vier Lastszenarien von rund 300 Watt bis 4.000 Watt. Gemessen wurden unter anderem Stickoxide, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und CO2. Besonders deutlich fällt der Vergleich bei lokalen Schadstoffen aus: Laut Ford emittierte der Generator bei niedriger Last rund 15-mal so viele Stickoxide wie das Fahrzeugsystem, bei hoher Last stieg der Abstand in der Spitze deutlich an. Beim Kohlenmonoxid lag der Generator im Schnitt mehr als 450-mal über dem Ranger PHEV, bei Kohlenwasserstoffen nennt Ford Werte vom 15- bis mehr als 110-Fachen.
Auch bei den Betriebskosten sieht Ford Vorteile. In drei Szenarien mit 4 kW Leistungsabruf – volle Batterie, leere Batterie mit kaltem Motor und leere Batterie mit warmem Motor – soll Pro Power Onboard sparsamer arbeiten als der externe Generator. Bei betriebswarmem Motor nennt Ford etwa den halben Kraftstoffbedarf, bei geladener Batterie rund ein Drittel der Spritkosten eines Generators. Wer an 260 Arbeitstagen pro Jahr jeweils eine Stunde lang mobile Stromversorgung nutzt, könne laut Ford mehr als 1.400 Euro Betriebskosten sparen.
Herstellertest mit Grenzen
Für gewerbliche Nutzer ist der Ansatz nachvollziehbar. Ein integriertes Stromsystem spart Platz, reduziert Handling und kann im Einsatz komfortabler sein als ein separates Aggregat. Gerade für Handwerk, Bau, Service oder kommunale Anwendungen kann das ein echter Nutzwert sein.
Ganz ohne Einschränkung ist der Vergleich aber nicht. Die Zahlen stammen aus einem Ford-Test unter kontrollierten Bedingungen, nicht aus einem unabhängigen Praxistest. Zudem vergleicht Ford ein modernes, emissionsgeregeltes Fahrzeug mit einem typischen Benzingenerator, für den andere Standards gelten. Die CO2-Bilanz hängt außerdem stark davon ab, wie oft die Batterie geladen wird, woher der Strom kommt, welche Verbraucher angeschlossen sind und wie lange das System tatsächlich läuft.
Nutzfahrzeuge als Energiequelle
Trotzdem zeigt der Test einen wichtigen Trend: Nutzfahrzeuge werden zunehmend zu mobilen Energieplattformen. Für Flotten zählt dann nicht nur, was ein Fahrzeug ziehen oder laden kann, sondern auch, welche Geräte es vor Ort ersetzt. Genau hier könnte der Ranger PHEV für Betriebe interessant werden – sofern Nutzlast, Einsatzprofil, Ladeinfrastruktur und Anschaffungskosten zusammenpassen.





