Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) betrifft nicht nur private Verkehrsteilnehmer. Auch für Fuhrparks kann sie relevant werden – etwa, wenn Dienstwagenfahrer ihre Fahrerlaubnis verlieren oder Zweifel an der Fahreignung entstehen. Aktuelle Zahlen zeigen: Die Gesamtzahl der MPUs in Deutschland geht weiter zurück, die Ursachen bleiben jedoch weitgehend unverändert.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen wurden im Jahr 2024 bundesweit 75.257 medizinisch-psychologische Untersuchungen durchgeführt. Damit setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre fort.
Alkohol bleibt häufigster Auslöser
Der mit Abstand häufigste Grund für eine MPU ist weiterhin Alkohol. Rund 43 Prozent aller Begutachtungen stehen in diesem Zusammenhang. In etwa 30 Prozent der Fälle handelt es sich um eine erstmalige Auffälligkeit, weitere neun Prozent entfallen auf wiederholte Alkoholverstöße. Hinzu kommen Konstellationen, in denen Alkohol mit Verkehrs- oder Straftaten kombiniert wird.
Rückgang bei Drogenfällen
Deutlich geringer fällt inzwischen der Anteil der MPUs wegen Drogen oder Medikamenten aus. Er liegt bei rund 25 Prozent. In diesem Bereich ist zuletzt ein klarer Rückgang zu beobachten. Die Anforderungen an die Trennung von Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr bleiben jedoch unverändert hoch.
Punkte und Verkehrsverstöße ohne Alkohol
Knapp 19 Prozent der MPUs gehen auf Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol- oder Drogeneinfluss zurück. Dazu zählen insbesondere zu viele Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg oder wiederholte Regelverstöße. Bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen; häufig verlangen die Behörden vor einer Neuerteilung eine MPU.
Gesundheitliche Ursachen selten
Körperliche oder neurologisch-psychiatrische Gründe spielen statistisch kaum eine Rolle. Sie machen weniger als ein Prozent aller Begutachtungen aus, können im Einzelfall aber dennoch relevant werden.
Bedeutung für Fuhrparks
Für Fuhrparkverantwortliche sind die Zahlen vor allem im Hinblick auf Ausfallzeiten, Fahrerqualifikation und Haftungsfragen relevant. Der Entzug der Fahrerlaubnis kann unmittelbare Auswirkungen auf Einsatzplanung und Mobilitätskonzepte haben. Die Statistik zeigt zugleich, dass klassische Risikofaktoren wie Alkohol und Punkte weiterhin im Fokus bleiben.
Die Einordnung der aktuellen MPU-Zahlen stammt aus einer Analyse der Tüv Süd Life Service.








