Autobahn-WCs: Neue Standards, kein Zeitplan

Neue Standards für Autobahn-Rastanlagen
Autobahn-WC werden komplett erneuert

Der Bund führt für unbewirtschaftete Autobahn-Rastanlagen einen neuen WC-Gebäudetyp ein. Gleichzeitig sollen häufigere Reinigung und strengere Kontrollen die Qualität der Sanitäranlagen verbessern.

Einheitstoilette 2026
Foto: KI-generiert

Die Toilettengebäude auf unbewirtschafteten Autobahn-Rastanlagen sollen künftig bundesweit nach einem einheitlichen Konzept errichtet werden. Die Autobahn GmbH hat dafür gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium einen neuen Gebäudetyp entwickelt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Parlaments hervorgeht.

Drei Unisex-Kabinen und eine barrierefreie Toilette

Vorgesehen sind für jedes WC-Gebäude drei Unisex-Kabinen, eine Kabine mit Urinalen sowie eine barrierefreie Toilette für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Die Gebäude sollen geschlossen ausgeführt, wärmegedämmt und „temperiert“ werden. Eine reinigungsfreundliche Innenausstattung soll die Sauberkeit verbessern.

Die Sicherheit soll durch den direkten Zugang zu den Unisex-Kabinen mit integrierter Waschgelegenheit sowie durch Beleuchtung des Eingangs- und Zuwegungsbereichs erhöht werden. Geplant ist zudem, die Toiletten ganzjährig und kostenlos nutzbar zu machen. Einen Zeitplan für den flächendeckenden Bau nennt die Bundesregierung nicht. Das Konzept gilt zunächst für künftig neu errichtete Gebäude.

Bis zu fünf Reinigungen pro Tag geplant

Parallel soll auch die Reinigung bestehender Toilettenanlagen vereinheitlicht werden. Ein neues Reinigungskonzept sieht bedarfsgerechte Intervalle sowie strengere Qualitäts- und Leistungskontrollen vor. Statt bislang ein- bis zweimal will die Regierung die Anlagen künftig zwei- bis fünfmal am Tag reinigen lassen. Umgesetzt werden soll die Vorgabe jeweils bei der Neuausschreibung auslaufender Verträge.

Im Jahr 2023 gab es bundesweit 878 unbewirtschaftete Rastanlagen mit WC. Ihre Toiletten sind grundsätzlich kostenlos. Hinzu kamen 442 bewirtschaftete Rastanlagen. Dort entscheiden die jeweiligen Konzessionsnehmer, ob für die Nutzung ein Entgelt verlangt wird.

62 Prozent der geprüften WCs fallen durch

Erst kürzlich hatte ein Test des ADAC der Sanitäranlage auf unbewirtschafteten Rastanlagen ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. 62 Prozent der 50 geprüften Standorte schnitten in der Kategorie WC mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ ab. Teilweise waren Toiletten gesperrt, zudem fehlten oder funktionierten Seifenspender, Handtrockner und Toilettenpapier nicht. Auch die Sauberkeit und der Zustand der barrierefreien Toiletten wurden häufig bemängelt.