Studie: E-Flotten sparen bis 246 Milliarden Euro

Studie zu Firmen-Fuhrparks in Europa
Warum E-Flotten Milliarden sparen könnten

Eine Studie von EY und Eurelectric sieht große Einsparpotenziale in Milliardenhöhe durch elektrische Firmenwagen. Doch Infrastruktur, Restwerte und Anschaffungskosten bleiben zentrale Hürden.

Warum E-Flotten Milliarden sparen könnten
Foto: Zapf

Elektrifizierte Unternehmensflotten könnten in Europa bis 2030 Betriebskosten von bis zu 246 Milliarden Euro einsparen. Gleichzeitig ließen sich die CO₂-Emissionen um bis zu eine Milliarde Tonnen reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt der Report Fleet Forward: Powering the Transition to Electric Mobility, den die Beratungsgesellschaft EY gemeinsam mit dem Branchenverband Eurelectric veröffentlicht hat.

Firmenflotten treiben den Fahrzeugmarkt

Die Studie sieht gewerbliche Fuhrparks als entscheidenden Hebel für die Transformation des Verkehrs. In der Europäischen Union gehen rund 60 Prozent aller Neuwagen an Unternehmen oder gewerbliche Nutzer. Entscheidungen in Fuhrparks wirken damit deutlich schneller auf den Fahrzeugmarkt als private Kaufentscheidungen.

Betriebskosten sprechen für Elektroautos

Nach Einschätzung der Autoren sprechen in vielen Einsatzprofilen bereits heute wirtschaftliche Argumente für batterieelektrische Fahrzeuge. Vor allem niedrigere Energie- und Wartungskosten können den Betrieb günstiger machen als bei vergleichbaren Verbrennern. Gerade bei Fahrzeugen mit hohen Jahresfahrleistungen oder klar definierten Einsatzprofilen könne sich die Elektrifizierung deshalb bereits rechnen.

Anschaffungspreise und Infrastruktur bremsen

Trotz dieser Vorteile schreitet der Umstieg vieler Flotten bislang langsamer voran als erwartet. Die Analyse nennt mehrere strukturelle Hindernisse. Dazu zählen weiterhin höhere Anschaffungspreise von Elektrofahrzeugen, Unsicherheit über zukünftige Restwerte sowie uneinheitliche Förder- und Regulierungssysteme in Europa. Hinzu kommen Engpässe bei Netzanschlüssen und Ladeinfrastruktur, die insbesondere größere Depotflotten betreffen können.

Hersteller und Politik in der Pflicht

Um das wirtschaftliche Potenzial elektrischer Flotten besser auszuschöpfen, fordert die Studie ein abgestimmtes Vorgehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Fuhrparkbetreiber sollten ihre Fahrzeuge stärker an reale Einsatzprofile anpassen und depotbasierte Ladeinfrastruktur sowie Smart-Charging-Lösungen konsequent nutzen. Hersteller wiederum seien gefordert, Preisunterschiede zwischen Elektro- und Verbrennerfahrzeugen zu reduzieren und mehr Transparenz über Batteriedaten zu schaffen. Auch Rückkaufprogramme könnten dazu beitragen, Vertrauen in Restwerte gebrauchter Elektroautos aufzubauen.

Politische Rahmenbedingungen entscheidend

Eine zentrale Rolle spielt darüber hinaus die Politik. Stabile steuerliche Rahmenbedingungen, schnellere Netzanschlüsse und zusätzliche Investitionen in Ladeinfrastruktur gelten als wichtige Voraussetzungen für den Hochlauf elektrischer Flotten.

Für Fuhrparkleiter ergibt sich damit ein ambivalentes Bild: Die wirtschaftlichen Argumente für Elektromobilität werden stärker. Ob sich elektrische Firmenflotten jedoch im großen Maßstab durchsetzen, hängt weiterhin stark von Infrastruktur, Restwertentwicklung und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen ab.