Die Dienstreise lebt. Und der Dienstwagen fährt wieder stärker mit. Das ist eine der für Fuhrparks spannendsten Aussagen der VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026. Zwar bleibt die Bahn im Geschäftsreise-Mix insgesamt der größte Posten, doch für Inlandsreisen gewinnt der Firmenwagen deutlich an Bedeutung – vor allem dort, wo Ziele dezentral liegen, direkte Verbindungen fehlen oder Flexibilität wichtig ist.
Insgesamt stiegt die Zahler der Geschäftsreisen 2025 in Deutschland um 8,3 Prozent auf 116,1 Millionen. Gleichzeitig sanken die durchschnittlichen Kosten pro Reise um 4,8 Prozent auf 418 Euro. Unternehmen reisen also mehr, aber disziplinierter.
Mehr Reisen, aber unter schärferer Kostenkontrolle
Die VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026 beschreibt einen Markt, in dem Mobilität gewollt bleibt, Budgets aber enger geführt werden. 72 Prozent der Reisen dauerten 2025 höchstens drei Tage, davon 34 Prozent maximal einen Tag und 38 Prozent zwei bis drei Tage. Gerade auf solchen Kurz- und Mittelstrecken wird der Pkw wieder interessanter, weil er Direktverbindungen ermöglicht und zusätzliche Umstiege, Transfers oder Wartezeiten vermeidet.
Bahn bleibt stark, doch der Firmenwagen fährt mit
Im gesamten Geschäftsreise-Mix liegt die Bahn bei den Ausgaben mit 46 Prozent vorne. Das Flugzeug folgt mit 27 Prozent, der Firmenwagen mit 17 Prozent, Mietwagen kommen auf 8 Prozent. Der VDR beschreibt Bahn und Straße ausdrücklich als strategische Kombination auf Kurz- und Mittelstrecken. Für Firmenwagen gilt das vor allem dort, wo Ziele dezentral liegen oder eine direkte Verbindung gebraucht wird.
Bei Inlandsreisen legt der Dienstwagen deutlich zu
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Inland. Hier stieg die durchschnittliche Nutzung des Firmenwagens 2025 auf 25 Prozent, nachdem sie 2024 noch bei 13 Prozent lag. Die Bahn legte im Inland ebenfalls zu und erreicht 52 Prozent, während Inlandsflüge auf 13 Prozent zurückgingen.
Das zeigt, wo die Stärke des Dienstwagens liegt. Schließlich gehören zu einem Geschäftstermin auch Anfahrt, Umsteigen, Transfer, Gepäck und Rückweg. Der Pkw spart nicht in jedem Fall Geld, aber oft Zeit und Reibung. Das gilt besonders bei Kundenterminen in Gewerbegebieten, bei Werksbesuchen, bei mehreren Stopps an einem Tag oder in Regionen mit schwächerer Schienenanbindung.
Gleichzeitig reisen immer mehr Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens. Für Unternehmen wächst damit der Druck, Mobilität so bereitzustellen, dass sie einfach nutzbar, regelkonform und für viele Beschäftigte praktikabel bleibt. Poolfahrzeuge und Dienstwagen werden entsprechend relevanter.
Unternehmen sparen nicht durch Verzicht, sondern durch Steuerung
Die Reaktion auf den Kostendruck ist laut VDR nicht der große Reiseverzicht. 72 Prozent der Unternehmen setzen auf Monitoring der Reiserichtlinie, 47 Prozent auf Travel-Management-Systeme, 45 Prozent auf Sonderkonditionen. Nur 19 Prozent nennen die Reduktion der Reisen selbst als Maßnahme.
Für Dienstwagenfahrer bleibt das Auto ein relevanter Teil der Geschäftsreise
Unterm Strich ist der Dienstwagen auf Geschäftsreisen wieder sichtbarer geworden. Nicht als Gegenmodell zur Bahn, sondern als Ergänzung in einem stärker gesteuerten Mobilitätsmix. Bahn und Straße tragen Kurz- und Mittelstrecken gemeinsam. Die Bahn punktet bei planbaren Verbindungen, der Dienstwagen bei Flexibilität, Direktheit und dezentralen Zielen.
Key-Facts zur VDR-Geschäftsreiseanalyse
- 116,1 Mio. Geschäftsreisen 2025
- +8,3 % zum Vorjahr
- 418 Euro Ø Kosten pro Reise
- Firmenwagen-Anteil Inland: 25 %
- Bahn-Anteil Inland: 52 %
- Inlandsflüge: 13 %
- 77 % aller Reisen kommen aus KMU
- 62 % erwarten 2026 mehr Geschäftsreisen








