Rollwiderstand beeinflusst den Verbrauch
Wer Kraftstoffkosten senken will, versucht das meist zuerst mit Hilfe des Gasfußes. Aber auch das Auto kann zum Sparen beitragen – etwa mit Hilfe effizient laufender Reifen. Die Wahl der richtigen Modelle kann im Geldbeutel durchaus spürbar sein – zumindest für einige Autofahrer-Gruppen. "Der Rollwiderstand verursacht rund 20 Prozent der Energie, die ein Fahrzeug zum Fahren braucht", so Pierre Ehnis, Technikexperte bei Michelin.
Effiziente Reifen sparen bis zu sechs Prozent Kraftstoff
Ein Reifen mit guter Effizienzbewertung könne den Kraftstoffverbrauch gegenüber einem weniger effizienten Modell spürbar senken. Michelin beziffert den möglichen Vorteil eines Reifens der Effizienzklasse A gegenüber einem Reifen der Klasse C auf bis zu sechs Prozent. Hochgerechnet auf eine durchschnittliche Lebensdauer von 40.000 Kilometer entspräche das einer Ersparnis von bis zu 120 Litern Kraftstoff. Bei Elektroautos erhöht ein Reifen mit niedrigem Rollwiderstand entsprechend die Reichweite pro Akkufüllung. Michelin nennt hier einen möglichen Vorteil von bis zu zehn Prozent.
Besonders auf langen Strecken zeigt sich der Effekt
Im Alltag fällt der Effekt allerdings nicht immer gleich stark aus. Besonders groß ist der Vorteil auf längeren Strecken und bei gleichmäßigem Tempo. Dann spielt der Rollwiderstand für den Gesamtverbrauch eine größere Rolle als im hektischen Kurzstreckenverkehr mit vielen Brems- und Beschleunigungsphasen. Wer viel Autobahn oder Landstraße fährt, kann den Unterschied daher bemerken als jemand, der fast nur in der Stadt unterwegs ist.
Leichtlaufreifen galten lange als Kompromisslösung. Weniger Rollwiderstand bedeutete häufig: weniger Grip oder schwächere Nässe-Eigenschaften. Genau an diesem Zielkonflikt arbeitet die Reifenindustrie seit Jahren. "Früher hat tatsächlich oft gegolten: weichere Mischungen bringen mehr Haftung, erhöhen aber den Rollwiderstand", so Ehnis. Härtere Mischungen hingegen rollten leichter, böten dafür weniger Grip, so die Regel. Auch moderne Reifen können diesen Gegensatz nicht komplett auflösen, aber zumindest deutlich entschärfen. Möglich werde das unter anderem durch unterschiedliche Gummimischungen in verschiedenen Bereichen der Lauffläche. So lasse sich ein Reifen zugleich auf Effizienz und auf Nasshaftung auslegen. Wie es um die beiden Werte bestellt ist, ergibt sich aus dem sogenannten Reifenlabel, das im Handel für alle Reifenmodelle ausliegen muss.
Besonders Vielfahrer profitieren wirtschaftlich
Wirtschaftlich lohnt sich der Umstieg auf Leichtlaufreifen vor allem für Vielfahrer. Denn je mehr Kilometer ein Auto zurücklegt, desto schneller summieren sich die Einsparungen. Auch hohe Spritpreise verkürzen die Zeit bis zur Amortisation. Wer nur wenige tausend Kilometer pro Jahr fährt, wird einen möglichen Mehrpreis allerdings langsamer wieder hereinholen.
Premiumreifen halten oft länger
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Premiumreifen erreichen oft eine höhere Laufleistung. Hält ein Reifen länger, verschiebt sich der nächste Neukauf nach hinten. Auch das verbessert die Bilanz. Den Einsparmöglichkeiten gegenüber stehen die Kosten für die Leichtlaufreifen. Die spritsparoptimierten Pneus sind zwar nicht automatisch teurer als andere Reifen, allerdings gibt es die besten Modelle für gewöhnlich bei den großen Premiumherstellern wie Michelin, Continental oder Pirelli. Deren Produkte sind in der Regel teurer als bei den weniger renommierten Marken. Im Detail spielen aber auch zahlreiche andere Punkte eine Rolle, vor allem die Größe. Müssen die Reifen eh ersetzt werden, dürften Leichtlaufmodelle in der Regel wirtschaftlich die beste Lösung sein. Noch nicht verschlissene Pneus zu ersetzen, lohnt sich hingegen eher nicht.
Kein Wundermittel, aber sinnvoller Baustein
Am Ende sind Leichtlaufreifen kein Wundermittel, aber ein sinnvoller Baustein zum Sparen. Wer viel fährt, auf den passenden Reifentyp achtet und nicht nur den Anschaffungspreis betrachtet, kann seine laufenden Kosten tatsächlich senken.








