Office-Funktionen im Auto

Mobiles Büro 2.0

Foto: Opel

Vom Firmenwagen auf den geschäftlichen Terminkalender zugreifen oder an Telefonkonferenzen teil­nehmen – moderne Autos unterstützen solche Office-Funktionen immer besser. Wir geben einen Überblick.

Nicht jeder kann ständig im Homeoffice arbeiten. Wenn längere Autofahrten zum Geschäftsalltag zählen, ist es sinnvoll und oft auch unvermeidlich, das Fahrzeug ein Stück weit zum mobilen Büro zu machen. Moderne Autos unterstützen mit Carplay und Android Auto die Anbindung ans Smartphone und somit an eine Reihe praktischer Apps. Dabei gilt grundsätzlich: Möglich und erlaubt ist nur, was den Fahrer während der Fahrt nicht zu sehr ablenkt. E-Mails und Nachrichten werden vorgelesen, die Antworten darauf lassen sich allenfalls per Siri oder Google Assistant diktieren. Oder, was oft praktischer ist, direkt als Audioanhang verschicken.

Einige Hersteller gehen aber noch weiter und bieten noch tiefer ins Infotainment-System integrierte Funktionen an. Dennoch sollten Autofahrer bedenken: In jedem Fall bleibt die Verantwortung für sicheres und verkehrsgerechtes Fahren beim Fahrzeuglenker. Lenkt etwa der Inhalt einer kritischen Besprechung zu sehr vom Verkehrsgeschehen ab, profitieren Verkehrssicherheit und Konferenz davon, wenn man für die Teilnahme doch mal am nächsten Parkplatz abfährt und sich anschließend voll aufs Business konzen­trieren kann.

Apple Carplay

Fahrzeuge, die Apple Carplay unterstützen, können speziell dem Fahrzeug angepasste Anzeigen von iPhone-Apps in ihrem Infotainment-Display darstellen. Die Verbindung erfolgt per USB-Kabel oder in neueren Fahrzeugen auch drahtlos (Set-up per Bluetooth, Verbindung per WLAN). Welche Apps und welche Funktionen auf diese Weise im Auto zur Verfügung stehen, regelt allerdings Apple. Dabei gilt der Grundsatz, dass der Fahrer nicht abgelenkt werden darf. Grundsätzlich unterstützt werden Navi-Apps (Apple-Karten, Google Maps, Tom Tom, Sygic und Waze) sowie Audiostreaming inklusive Podcasts und Hörbüchern. Messenger wie Whats-App oder die systemeigenen Nachrichten dürfen ankommende Mitteilungen vorlesen. Antworten kann man per Siri diktieren. Der Katalog wird behutsam erweitert, mit Easy Park kam vor Kurzem die erste Parkplatz-Buchungs-App hinzu. Doch grundsätzlich gilt: Apps, die keine Freigabe für Carplay haben, erhalten auch keinen Zugriff aufs Cockpit-Display.

Foto: Android
Android Auto

Android Auto

Wollen Android-Smartphones aufs Cockpit-Display zugreifen, muss im Fahrzeug die Funktion Android Auto verbaut sein. Die Verbindung erfolgt via USB-Kabel oder in neueren Fahrzeugen per WLAN. Der Unterschied zu dem in älteren Fahrzeugen zum Teil noch anzutreffenden Mirror Link: Letzteres spiegelt einfach den Displayinhalt des Smartphones, Android Auto passt die Anzeige in der Größe und Form der Steuerelemente an. Welche Apps davon in welchem Umfang Gebrauch machen können, muss Google in jedem Einzelfall freigeben – gilt dabei aber als etwas weniger restriktiv als Apple. So werden neben Navi- und Audiostreaming-Apps beispielsweise auch Skype, Whats-App, Cisco Web-Ex, Telegram, Signal, Threema, We-Chat und viele weitere Apps unterstützt. Allerdings sind auch bei Google die Funktionen auf autogerechtes Zuhören und gegebenenfalls Diktieren von E-Mails und Nachrichten beschränkt.

Ford Sync 2021 Foto: Ford
Ford Sync 3 und Applink

Ford Sync 3 und Applink

Nachdem Ford mit seinem Sync-System länger eine eigene Alternativlösung zu den App-Fahrzeugintegrationen von Apple und Google angeboten hatte, sind im aktuellen Ford Sync 3 nun auch Carplay und Android Auto enthalten. Diese Funktionalität nennt der Hersteller Applink. Da die gezielten Anpassungen einiger Navi-, Entertainment-, Reiseführer-, Wetter- und Messaging-Apps an Ford Sync aber zum Teil mehr oder andere Funktionen unterstützen als die Lösungen für Apple und Google, wird auch deren Anbindung an die Ford-eigene Lösung nach wie vor unterstützt. Bei iPhones läuft die Ford-Sync-Verbindung via USB-Kabel, auf Android-Smartphones via Bluetooth. Neuere Fahrzeugmodelle mit Touchscreen unterstützen einige zusätzliche Apps wie beispielsweise Katwarn, Web-Ex oder What3-Words.

Foto: Mercedes
Mercedes In-Car Office

Mercedes In-Car Office

Bereits seit 2017 bietet Mercedes für seine Comand-Systeme und später für MBUX den Abodienst In-Car Office an. Für 19 Euro pro Jahr verknüpft sich die Software im Infotainment-System mit einem Office-365-Konto und übernimmt von dort Kalendereinträge und Adressen. So kann das Fahrzeug während der Fahrt auf anstehende Termine hinweisen, Location-Informationen in einem Kalendereintrag lassen sich als Navigationsziel übernehmen, die hinterlegten Ansprechpartner direkt anrufen. Das klappt auch, wenn etwa das Sekretariat während der Fahrt einen Termin ändert oder neu einstellt. Sind die Einwahldaten einer Audiokonferenz korrekt hinterlegt, kann sich der Mercedes-Fahrer per Klick oder Tipp direkt zuschalten.

Foto: BMW
BMW Connected Drive mit Office 365

Auch BMW integriert Microsoft Office 365 in sein Connected Drive auf den Infotainment-Systemen Navigation Professional und Navigation Business. Die Lösung zeigt sogar den zum Microsoft-Konto zugehörigen E-Mail-Eingang an, abgehende Nachrichten lassen sich per Spracherkennung diktieren. Außerdem werden auch hier Kalendereinträge samt Zieladresse und Telefonnummer der Kontaktpersonen angezeigt. Die Adresse lässt sich als Navi-Ziel übernehmen, die Rufnummer direkt anrufen. Auch die Bestätigung von Terminanfragen aus dem E-Mail-Eingang ist möglich. Telefonkonferenzen werden übers Display-Menü unterstützt, sofern sie per Skype for Business stattfinden.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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