Überblick Bußgeld im Ausland: Was Verstöße kosten.

Teure Bußgelder im Ausland
Was Verstöße wirklich kosten

Verkehrsverstöße können im Ausland deutlich teurer werden als erwartet. Besonders bei Tempo, Parken und Alkohol am Steuer fallen die Unterschiede zwischen den Ländern schnell auf. Der Überblick.

Polizist befestigt einen Strafzettel an der Windschutzscheibe eines geparkten Autos.
Foto: © RossHelen via Canva.com

Wer im Ausland mit dem Auto unterwegs ist, sollte nicht nur Tempolimits und Verkehrszeichen im Blick behalten. Auch bei Bußgeldern gibt es große Unterschiede. Je nach Land können Tempoverstöße, Falschparken oder Alkohol und Drogen am Steuer deutlich teurer werden als in Deutschland. Eine Auswertung von billiger-mietwagen.de zeigt, wie weit die Beträge in beliebten Auto- und Reiseländern auseinanderliegen.

Deutschland staffelt Tempoverstöße

Besonders groß sind die Unterschiede bei Geschwindigkeitsverstößen. In Deutschland werden bei normalen Pkw bis 3,5 Tonnen bei mehr als 70 km/h zu viel innerorts bis zu 800 Euro fällig, außerorts bis zu 700 Euro. Bei Fahrzeugen mit gefährlichen Gütern oder Passagierbussen kann es teurer werden: Dann sind laut Auswertung bis zu 950 Euro innerorts und 900 Euro außerorts möglich.

Tabelle zeigt Bußgelder für Tempoverstöße in ausgewählten europäischen Ländern.
billiger-mietwagen.de

Wer im Ausland zu schnell fährt, muss je nach Land mit sehr unterschiedlichen Bußgeldern rechnen. Besonders teuer können schwere Tempoverstöße in Italien und Frankreich werden.

Italien und Frankreich sind teuer

In anderen europäischen Ländern liegen die Höchstwerte teils deutlich darüber. Frankreich ahndet massive Geschwindigkeitsüberschreitungen streng: Bei mehr als 50 km/h über dem Limit können bis zu 1.500 Euro anfallen. Italien liegt in der zugelieferten Analyse mit bis zu 3.287 Euro am oberen Ende, wenn Autofahrer mehr als 60 km/h zu schnell unterwegs sind. Spanien nennt für schwere Tempoverstöße Bußgelder ab 600 Euro, Portugal ab 300 Euro. In der Schweiz liegen die ausgewiesenen Werte zwischen 22 und 282 Euro, abhängig von Straße und Überschreitung.

Parkbußgelder bis 278 Euro

Auch beim Parken reicht die Spanne weit auseinander. In Deutschland kostet ein allgemeiner Halt- oder Parkverstoß mindestens 25 Euro. Teurer wird es etwa beim Parken oder Halten in zweiter Reihe oder auf Schutzstreifen; dann können bis zu 110 Euro fällig werden. Frankreich beginnt bei Parkverstößen laut Auswertung bei 15 Euro, Portugal bei 30 Euro, Italien bei 40 Euro.

Tabelle zeigt Bußgelder für Falschparken in ausgewählten europäischen Ländern.
billiger-mietwagen.de

Auch beim Parken lohnt sich der Blick auf die lokalen Regeln. Die Übersicht zeigt, wie stark die Bußgelder für Falschparken in europäischen Ländern auseinanderliegen.

Am oberen Ende der europäischen Parkbußgelder stehen in der Übersicht Spanien, Irland und Island. In Spanien können Parkverstöße bis zu 200 Euro kosten, in Irland ebenfalls bis zu 200 Euro, dort insbesondere bei Verstößen auf Behindertenparkplätzen. Island weist in der Tabelle bis zu 278 Euro aus, etwa bei der illegalen Nutzung eines Behindertenparkplatzes und später Zahlung. In der Schweiz werden je nach Verstoß 43 bis 87 Euro genannt.

Alkohol und Drogen werden teuer

Die höchsten Beträge tauchen bei Alkohol und Drogen am Steuer auf. Besonders streng ist Frankreich: Dort können Alkohol- und Drogenverstöße zusammen mit bis zu 9.000 Euro geahndet werden. Österreich nennt in der Auswertung bis zu 5.900 Euro, Irland bis zu 5.000 Euro im Gerichtsverfahren. In Großbritannien können bei Trunkenheit bis zu 2.898 Euro anfallen, in Italien bis zu 2.000 Euro. In Deutschland beginnt der Verstoß bei 500 Euro; der Höchstwert kann einkommensabhängig ausfallen.

Tabelle zeigt Bußgelder für Alkohol und Drogen am Steuer in ausgewählten europäischen Ländern.
billiger-mietwagen.de

Alkohol und Drogen am Steuer zählen zu den teuersten Verkehrsverstößen. In einigen europäischen Ländern können die Bußgelder deutlich höher ausfallen als in Deutschland.

Vor der Fahrt Regeln prüfen

Für Autofahrerinnen und Autofahrer im Ausland ist das mehr als eine Randnotiz. Andere Verkehrszeichen, ungewohnte Parkregeln und abweichende Promillegrenzen erhöhen das Risiko, unbeabsichtigt in teure Verstöße zu geraten. „Wer im Ausland mit dem Auto oder Mietwagen unterwegs ist, sollte sich vorab nicht nur mit den geltenden Tempolimits vertraut machen, sondern auch Parkregelungen und Promillegrenzen kennen. Unsere Analyse zeigt, dass selbst alltägliche Verkehrsverstöße je nach Reiseland deutlich teurer werden können als erwartet“, sagt Frieder Bechtel, Pressesprecher von billiger-mietwagen.de.