Test Mitsubishi Outlander PHEV 2019

Plug-in Hybrid für Pendler im Test

Mitsubishi Outlander PHEV 2019 Foto: Mitsubishi 13 Bilder

Der Mitsubishi Outlander zählt zu den meistverkauften Plug-in Hybriden. Seine zweite Auflage hat mehr elektrische Reichweite, braucht im Hybrid-Betrieb aber ganz schön viel Benzin.

Jeden Tag das gleiche Spiel: Viele Menschen wollen zur gleichen Zeit von ihrem idyllischen Landwohnsitz ins städtische Büro. Wer öffentlich schlecht angebunden ist, nimmt das Auto. Einem Benziner liegt der morgendliche Berufsverkehr aber nicht sonderlich, der Stau treibt den Verbrauch gnadenlos in die Höhe. Elektroautos können das besser, sie rekuperieren bei jedem Bremsvorgang und sind so gerade im Stau besonders effizient. Nur hapert es da oft noch an der Reichweite. Und bekanntlich muss ein Auto ja für alle Fälle auch die jährliche Urlaubsfahrt mit der ganzen Familie in die Toskana schaffen.

Mitsubishi hat sich dieser Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau schon vor fünf Jahren angenommen. Seitdem gibt es den Mittelklasse-SUV Outlander auch als Plug-in Hybriden. Er verspricht, den Arbeitsweg elektrisch zu schaffen und hat für längere Fahrten einen Benziner an Bord. Am Grundprinzip hat Mitsubishi bei der aktuellen zweiten Generation nichts geändert. Elektromotoren an Vorder- (82 PS) und Hinterachse (95 PS) sorgen für lautlose und kraftvolle Beschleunigung, im Notfall springt der 2,4-Liter-Benziner mit 135 PS als Generator ein. Bei Autobahngeschwindigkeiten über 135 km/h ist der Benziner immer mit von der Partie, er treibt dann auch direkt die Räder mit an. Die Akkus mit inzwischen 13,8 Kilowattstunden Kapazität sollen für 50 Kilometer reichen, auf unserer sehr vorsichtig gefahrenen Verbrauchsrunde waren es immerhin 43 Kilometer. Das reicht für eine typische Pendlerstrecke von 30 Kilometern, zumindest wenn an der Arbeitsstelle und Zuhause eine Lademöglichkeit vorhanden ist. Nicht nur zum Fahren taugt der Strom: Im Kofferraum hat Mitsubishi eine 230-Volt-Steckdose untergebracht. So können alle möglichen Gerätschaften mithilfe des Autos betrieben werden. Für Kurzstrecken im Fahrzeugpooleinsatz eignet sich der Mitsubishi so besonders, der Staubsauger für die Innenreinigung hat jedenfalls immer Strom.

Soweit so gut. Wer spontan eine weitere Dienstfahrt machen muss, kann auf die 45 Liter Benzin im Tank setzen und einfach losfahren. In den Gepäckraum passen zwischen 463 und 1.602 Liter, auf den Rücksitzen ist Platz für drei Kollegen, und auch vorn mangelt es nicht an Bewegungsfreiheit. Wenn der Benziner anspringt, bleibt er akustisch angenehm im Hintergrund, sodass seine von der Fahrgeschwindigkeit unabhängige Drehzahl nicht weiter stört.

Mitsubishi Outlander PHEV 2019 Foto: Mitsubishi
Wer in Stadt, über Land und auf der Autobahn vorausschauend fährt und Tempo 120 nicht überschreitet, schafft einen Verbrauch von knapp unter acht Liter.

Das Bild der eierlegenden Wollmichsau bekommt aber an der ersten Autobahntankstelle einen Knacks. Dort nämlich offenbart sich der enorme Sprithunger des Outlander im Hybridbetrieb. Wer in Stadt, über Land und auf der Autobahn vorausschauend fährt und Tempo 120 nicht überschreitet, schafft einen Verbrauch von knapp unter acht Liter. Das ist für ein zwei Tonnen schweres SUV beachtlich wenig. Wer jedoch aufs Gas drückt, braucht schnell über zehn Liter. Und gehört dann sicher noch nicht zu den Rasern, denn Mitsubishi regelt den Outlander bei 170 km/h ab. Wir fuhren auf Langstrecken nie über Tempo 150 und kamen ohne geladenen Akku dennoch auf knapp 10 Liter. Andere Hybridmodelle sind sparsamer, Dieselmotoren sowieso. Selbst ein reiner Benziner kommt problemlos an diese Verbrauchswerte heran.

Der Outlander ist also wie alle Plug-in Hybride nur dann eine Empfehlung, wenn er regelmäßig nachgeladen wird. Das dauert an der Haushaltssteckdose fünfeinhalb Stunden, ein Schnelllader mit Chademo-Anschluss schafft es in einer guten halben Stunde. Bei letzterem ist aber rechnen angesagt: Steckdosen an der Autobahn verlangen nicht selten pauschal knapp fünf Euro für einen Ladevorgang, womit die Kilometerkosten schnell in schwindelerregende Höhen steigen.

Abgesehen von der für die Antriebsart typischen Verbrauchsprobleme ist der Outlander aber ein ordentlich gemachtes Auto. Das Fahrwerk ist ebenso wie der ruckfreie Antrieb recht komfortabel, Außengeräusche kommen nur gut gedämmt im Inneren an, das serienmäßige Infotainmentsystem überzeugt mit gutem Klang und digitalem Radioempfang. Außerdem integriert es Smartphones per Android Auto oder Apple Car Play. Das ist auch dringend nötig, denn die bordeigene Bedienung ist nur selten logisch. Schon die Basis ist mit Sitzheizung, Rückfahrkamera und Klimaautomatik gut ausgestattet. Ein Navigationssystem gibt es nur in der höchsten Top-Ausstattung auf Wunsch, und die kostet unverhältnismäßige 10.000 Euro Aufpreis (alle Preise netto).

Mitsubishi Outlander PHEV 2019 Foto: Mitsubishi
In der höchsten Ausstattung verwöhnt weiches Leder die Passagiere.

Sie bringt neben hochwertigen Ledersitzen auch allerlei Assistenzsysteme mit sich, die hier ausnahmsweise aber nicht so empfehlenswert sind wie sonst. Selbst wenn er auf geringen Abstand, bremst der Radartempomat den Wagen gnadenlos runter, sobald am Horizont ein anderes Auto auftaucht. Auch der Totwinkelwarner blinkt noch aufgeregt, wenn der Überholer längst vorbei ist. Auch die Fahrspur erkennt der Outlander nicht zuverlässig. Gelegentlich verwechselt der Mitsubishi sogar am Straßenrand geparkte Autos mit Hindernissen und warnt wild piepsend vor der angeblichen Unfallgefahr. Dieses Problem immerhin teilt er sich mit zahlreichen Modellen der Konkurrenz. Den meisten davon hat Mitsubishi nicht nur einige Jahre Plug-in-Erfahrung voraus, sondern auch Garantiezeit. Fünf Jahre gibt es auf das Auto, begrenzt auf 100.000 Kilometer, der Batterie trauen die Japaner 160.000 Kilometer und acht Jahre zu.

Der wahre Knaller aber ist sein Preis. 31.920 Euro für einen ausgewachsenen Hochbeiner sind schon eine Ansage, mit Elektrobonus von Bund (1.260 Euro) und Hersteller (5.460 Euro) werden daraus sensationelle 25.200 Euro. Wer also mit den Kompromissen auf Langstrecken leben kann und ansonsten den passenden Einsatzzweck mit überwiegend kurzen Strecken hat, wird woanders kaum für weniger Geld mehr Auto finden.

Alle Plug-in Hybride (2019)
Preis, Verbrauch, Reichweite
Technische Daten
Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid
Karosserie
Aufbau SUV
Zahl der Sitzplätze 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Plug-in Hybrid
Kraftstoff Super
Anzahl ZylinderVerbrennungsmotor 4
HubraumVerbrennungsmotor 2360 cm³
DrehmomentVerbrennungsmotor 211 Nm bei 4.500,00/min
Batterie-TypElektromotor Lithium-Ionen
Batterie-KapazitätElektromotor 13.8 kWh
GetriebeGesamtsystem stufenlos
Anzahl GängeGesamtsystem 1
AntriebGesamtsystem Allrad
Preis
Gundpreis ohne MwSt. 39.008 Euro
Ausstattung Top
Abmessungen/Gewichte/Reifen
Außenmaße(Länge x Breite ohne Spiegel x Höhe) 4.695 x 1.800 x 1.710 mm
Radstand 2.670 mm
Kofferraumvolumen 451-1.590 l
Leergewicht(vollgetankt inkl. 75 kg Fahrer) 2.015 kg
Zuladung 375 kg
Tankinhalt 45.00 l
Reifengröße vorne 225/55 R 18 l
Reifengröße hinten 225/55 R 18 l
Fahrleistung und Verbrauch
Verbrauch 2,0 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 46 g/km
Effizienzklasse A+
Slnr-Nr 106786
Betriebskosten
20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Ausstattungsversion Top Top
Preis ohne MwSt. 42.008 Euro 42.008 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 6.213 Euro 3.617 Euro
Gebundenes Kapital 28.624 Euro 28.897 Euro
Variable Kosten
Kraftstoff 3,7 ct 3,7 ct
Reifen 2,8 ct 2,8 ct
Wartung und Reparatur 13,8 ct 7,8 ct
Summe variable Kosten/km 20,4 ct 14,3 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 72,5 ct 47,6 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra
Stand 11/2018 11/2018
Versicherung Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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