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Toyota Corolla (2019) im Fahrbericht

Hybrid-Power und Fahrkomfort

Foto: Immanuel Schneeberger 18 Bilder

Toyota besinnt sich in der Kompaktklasse auf alte Namen: Aus Auris wird wieder Corolla. Eine neue Plattform bringt mehr Fahrdynamik, außerdem steht ein stärkerer Hybridantrieb zur Wahl.

Die Golfklasse ist heiß umkämpft. Der Namensgeber ist das meistverkaufte Auto Deutschlands, daneben haben es vor allem Importeure schon immer schwer. Der kompakte Toyota Auris war bislang eine vernünftige, aber langweilige Alternative ohne besondere Stärken. Das liegt auch an der japanischen Strategie, ein Auto für den gesamten Weltmarkt zu bauen. Jetzt kehrt nicht nur der Name Corolla zurück, sondern der Entwicklungsfokus dreht sich mehr in Richtung des europäischen Marktes.

Foto: Immanuel Schneeberger

Matrix-LED-Scheinwerfer für Dauerfernlicht

Das Design sieht flotter aus als beim Vorgänger, doch damit lässt es Toyota nicht bewenden. Serienmäßig strahlen LED-Scheinwerfer in die Nacht, bei der höchsten Ausstattung sogar mit Matrix-LED-Licht, das den Gegenverkehr bei aktiviertem Fernlicht passgenau aus dem Lichtkegel ausschneidet. Innen sind Passagiere auf neuen Sitzen tiefer untergebracht als bislang. Da der Corolla flacher als noch der Auris ist, braucht es diesen Kniff für eine ausreichende Kopffreiheit. Nebenbei verbessert sich die Sitzposition. Die Sitze bieten guten Seitenhalt und sind auch sonst sehr bequem. Noch besser ginge es nur mit einer ausziehbaren Oberschenkelauflage, wie sie beispielsweise der Opel Astra bietet.

Foto: Immanuel Schneeberger

Doch auch so haben es die vorderen Passagiere gemütlich, außerdem erklärt sich die Bedienung von selbst. Die Instrumente zeigen bei den höheren Ausstattungslinien die Infos überwiegend digital an, lediglich der Drehzahlmesser und die Tankuhr bleiben analog. Ergänzt wird die Show durch ein vollwertiges Head-up-Display, das alle wichtigen Fahrinformationen direkt in die Windschutzscheibe projiziert. Das ist besser gelöst als bei vielen Konkurrenzfahrzeugen mit einer ausfahrenden Scheibe über dem Lenkrad.

Hinten übertrifft Toyota den Klassenstandard nicht: Vor allem das Schrägheck-Modell ist recht eng geschnitten. Für Knie und Kopf gibt es wenig Platz, der Gepäckraum fasst 361 Liter (beim Zweiliter-Hybrid 313 Liter). Besser kann das naturgemäß der Kombi, der auch den vergangenes Jahr ersatzlos gestrichenen Avensis ersetzen muss. Gegenüber dem Schrägheck hat er mit 2,70 Metern sechs Zentimeter mehr Radstand, die ausschließlich den hinten Sitzenden zu Gute kommen. Hier passen also auch die Knie von lang Gewachsenen hinter die Vordersitze. Das Problem mit der knappen Kopffreiheit bleibt aber bestehen. Immerhin bietet der Gepäckraum mit 598 bis 1.606 Litern viel Platz, die Rücksitzlehnen lassen sich einfach per Hebelzug zu einer ebenen Ladefläche umlegen.

Foto: Toyota

Das ist vor allem deshalb erwähnenswert, weil unter den Rücksitzen von den Passagieren unbemerkt die Akkus des Hybridantriebs untergebracht sind. Darin unterscheidet sich der Corolla von allen Konkurrenten: Einen neuen Corolla mit Dieselmotor gibt es nicht. Ein 1,2-Liter Turbobenziner übernimmt die Rolle des herkömmlichen Antriebs, zusätzlich stehen zwei Hybridvarianten zur Wahl. Zum einen der aus Prius und C-HR bekannte 1,8-Liter-Antrieb mit 122 PS, zum anderen ein kraftvoller Zweiliter mit 180 PS Systemleistung. Beide Versionen sind an das bekannte stufenlose Getriebe gekoppelt und rennen bei Tempo 180 in eine elektronische Begrenzung.

Bis dahin unterscheidet sich ihr Vorwärtsdrang aber deutlich voneinander. Während der 122 PS-Hybrid grundsätzlich gut mit dem leicht geratenen Corolla zurechtkommt (Gewicht ab 1.240 Kilogramm), sucht er bei starker Beschleunigung dann aber doch den Ausweg in hohe Drehzahlen. Das schafft der Zweiliter wesentlich entspannter. Er kann häufiger mit niedrigen Drehzahlen fahren, hat auch zum Überholen genug Reserven und läuft unter Last etwas ruhiger. Auf ersten Testfahrten zeigte er sich bei sensiblem Gasfuß mit fünf Litern laut Bordcomputer zudem recht genügsam. Auf der Autobahn dürfte dieser Wert allerdings leicht überboten werden. Wirklich gelungen ist Toyota die Fahrwerksabstimmung. Selbst fiese Bremsschwellen bringen die Federung nicht aus der Ruhe, Schlaglöcher werden ohne Poltern gut gedämpft. Gleichzeitig überrascht das ausgeprägte Kurventalent des Japaners. Auf Wunsch dämpft der Corolla erstmals adaptiv und passt sich so an die persönlichen Vorlieben des Fahrers an.

Stolze Preise für gute Technik

Leider gibt es so viel Ausgewogenheit nicht zum Spartarif zu bekommen. Bei 17.640 Euro geht es los (alle Preise netto), der Hybrid 1,8 Liter Hybrid ist mit 22.930 Euro empfindlich teurer, dann aber auch besser ausgestattet. Der zusätzliche Aufpreis von 1.680 Euro für den Zweiliter-Hybrid wirkt da fast günstig. Der Kombi kostet 1.000 Euro mehr als das Schrägheck. Allerdings relativieren sich die recht hohen Preise mit der guten Serienausstattung: Die bereits erwähnten serienmäßigen LED-Scheinwerfer werden noch ergänzt um zahlreiche Assistenzsysteme. Immer dabei sind Notbrems- und Spurhalteasssistent, außerdem regelt der Corolla automatisch den Abstand zum Vordermann. Empfehlenswert ist die Business-Ausstattung für nur 590 Euro mehr, die mit Navigationsystem, Sitzheizung, automatisch abblendenden Spiegeln, Lendenwirbelstütze und DAB-Radioempfang die wichtigsten Flottenausstattungen zusammenfasst. Insgesamt kann man das Comeback des Corolla also als gelungen bezeichnen.

Autos mit Hybridantrieb (2019)
Preise, Daten, Fotos
Technische Daten
Toyota Corolla Touring Sports 1.8 Hybrid Toyota Corolla Touring Sports 1.2 T Toyota Corolla Touring Sports 2.0 Hybrid
Karosserie
Aufbau Kombi Kombi Kombi
Zahl der Sitzplätze 5 5 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Benzin-Hybrid Benzinmotor Benzin-Hybrid
Kraftstoff Super Super Super
Anzahl Zylinder 4 4 4
Hubraum 1.798 cm³ 1.197 cm³ 1.987 cm³
Leistung 90 kW (122 PS) bei 5.200/min 85 kW (114 PS) bei 5.200/min 132 kW (180 PS) bei 6.000/min
Drehmoment 142 Nm bei 3.600/min 185 Nm bei 1.500/min 190 Nm bei 4.400/min
Getriebe stufenlos manuell stufenlos
Anzahl Gänge 6
Antrieb Vorderrad Vorderrad Vorderrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 23.941 Euro 18.647 Euro 25.622 Euro
Ausstattung Comfort Basis Comfort
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.653 x 1.790 x 1.435 mm 4.653 x 1.790 x 1.435 mm 4.653 x 1.790 x 1.435 mm
Radstand 2.700 mm 2.700 mm 2.700 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.290 kg 1.305 kg 1.370 kg
Zuladung 545 kg 545 kg 585 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 1.835 kg 1.850 kg 1.955 kg
Reifengröße vorne 205/55 R 16 195/65 R 15 205/55 R 16
Reifengröße hinten 205/55 R 16 195/65 R 15 205/55 R 16
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 11,1 s 9,6 s 8,1 s
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 200 km/h 180 km/h
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 101 g/km 132 g/km 106 g/km
 
Slnr 106879 106878 106880
Betriebskosten
Toyota Corolla Touring Sports 1.8 Hybrid Toyota Corolla Touring Sports 2.0 Hybrid Toyota Corolla Touring Sports 1.2 T
Basisdaten
Ausstattungsversion Comfort Comfort Basis
Grundpreis ohne MwSt. 23.941 Euro 25.622 Euro 18.647 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 3.813 Euro 4.081 Euro 2.970 Euro
Gebundenes Kapital 18.832 Euro 20.140 Euro 14.797 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 1.582 Euro 1.692 Euro 1.243 Euro
Abschreibung 2.915 Euro 3.131 Euro 2.277 Euro
Kfz-Steuer 48 Euro 62 Euro 98 Euro
Typklasse HP/TK/VK 20/25/25 21/25/25 19/20/21
Haftpflichtversicherung * 944 Euro 1.035 Euro 944 Euro
Kaskoversicherung * 1.320 Euro 1.320 Euro 972 Euro
Unterstellung/Garage 573 Euro 573 Euro 573 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 7.382 Euro 7.813 Euro 6.107 Euro
Summe feste Kosten/km 36,9 ct 39,1 ct 30,5 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 6,8 ct 7,5 ct 10,0 ct
Reifen 2,2 ct 2,2 ct 1,7 ct
Wartung und Reparatur 10,9 ct 11,2 ct 10,2 ct
Summe variable Kosten/km 19,8 ct 20,9 ct 21,9 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 56,7 ct 59,9 ct 52,4 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra Dekra
Stand 2/2019 2/2019 2/2019
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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