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BMW Connected Drive: Smartphone auf Rädern

Mit Webstores und Apps will BMW seine Telematik- und Internetdienste grundlegend verändern. Die neuen Dienste kommen drahtlos direkt ins Auto.

Wer bisher die ganze Welt des Internets in einen BMW bringen will, hat dazu zwei grundlegende Möglichkeiten: Entweder, er kauft sich eine umfangreiche Luxus-Multimedia-Navigationsanlage mit großem Bildschirm, Tasten und Dreh-Drück-Regelknopf. Das kostet in einem Dreier-BMW schlappe 2.500 Euro, netto wohlgemerkt. Oder er tippt auf seinem Smartphone in der Autohalterung herum, um Internet, Facebook-App, Twitter, Mail oder Google-Maps zu nutzen.

Immer mehr Auto-Kunden nutzen Möglichkeit zwei – nicht nur, weil sie billiger ist. Viele Services auf dem iPhone oder Android-Handy sind schlichtweg deutlich aktueller als die einmal gekauften Multimedia-Dienste im Auto. Deswegen steuert der Hersteller BMW jetzt radikal um - und will den Kunden künftig Services nach der Methode von Apple, Google und Co bieten. Das haben wir mal getestet.

App-Lösungen direkt von BMW

Das wichtigste zuerst: Es wird billiger, auch im Auto-Festeinbau-System immer online zu sein – viel billiger. Denn die Basis-Module für das bei BMW "Connected Drive" genannte Multimedia-System werden nicht mehr 2.500, sondern nur noch knapp 300 Euro netto kosten. "Ab Ende des Jahres sollen die ersten Modelle mit der neuen Hardware im Radioschacht ausgerüstet werden", verspricht Elmar Frickenstein, Chef des BMW-Elektrikbereichs. Dafür bekommt der Kunde allerdings ungefähr so etwas wie ein Smartphone frisch aus der Verpackung.

Das heißt, wer mit dem Online-System etwa im Internet surfen will, der muss das dazukaufen – quasi wie Zubehör. Für ein Jahr kostet der Webzugang über das Display, den Dreh-Drück-Button und die Fahrzeugantenne 84 Euro netto. Allerdings sind dann auch schon alle Mobilfunk-Kosten für diesen Zugang drin – über den BMW-eigenen Mobilfunkzugang. Frickenstein verspricht überall die hohe Bandbreite des 3G-Netzes. Übrigens kann der Kunde dann auch im Ausland ohne horrende Roamingkosten surfen. Sogar einen Musik-Streaming-Dienst mit integrierter Flatrate für sechs Länder haben die Bayern im Angebot (327 Euro netto im ersten Jahr, 184 für jedes weitere). Ein weiteres Smartphone braucht der Kunde anders als bei den Konkurrenten dafür nicht.

Eigener Webstore, wie bei Smartphones

Die BMW-Techniker haben sich aber noch radikaler die Welt der Apple- oder Samsung-Handys zu Vorbild genommen. Denn zum Start des neuen Connected Drive geht auch ein eigener Webstore an den Start: nach Art von Google-Play oder iTunes kann sich der Kunde dort Apps dazukaufen, die er drahtlos in seinem Auto installiert. Das kann zum Beispiel die Fernbedienung für seine Standheizung über das Smartphone sein (50 Euro) oder der Zugang zu Facebook, Twitter oder dem privaten Mail-, Kontakte-, Musik- und Kalender-Ordner.

Alles wird über Cloud-Computing stets drahtlos aus dem Web synchron mit dem Stand auf dem Büro-PC, Tablet oder Smartphone gehalten. Und die Apps kann man auf diesem Weg auch updaten. Manche werden wie vom Smartphone gewohnt kostenlos sein, andere je nach Dauer der Buchung Geld kosten. BMW selbst wird zu Beginn mit zehn Apps (zwischen zehn und 300 Euro) nur ein Anbieter unter mehr als 30 sein.

Ausgeweiteter Concierge-Service

Das haben Sie jetzt alles nicht so richtig verstanden? Dann sind Sie wahrscheinlich noch ein ganz klassischer Autofahrer – und besitzen vielleicht kein Smartphone, keinen Online-Account, nutzen keine Cloud-Dienste. Auch für diese Fahrer bietet BMW aber einen interessanten Dienst: Wie in Asien oder den USA schon bei vielen Autofahrern unterschiedlichster Marken höchst beliebt, weiten die Münchener nun auch hierzulande ihren sogenannten "Concierge-Service" aus: Der Kunde kann hier auf Knopfdruck mit einem BMW-Mitarbeiter Kontakt aufnehmen. Zu Deutsch: einem richtigen, lebenden Menschen. Und der hilft einem – für 15 Euro im Monat oder 60 im halben Jahr - bei der Suche nach dem nächsten Hotel. Gern bucht der BMW-Concierge auch einen Platz im Restaurant – und führt den verirrten Fahrer auch zur Not ganz brav mit seiner Stimme dahin. Er weiß ja immer, wo der Kunde ist. Denn dessen BMW ist schließlich "always online".

BMW Connected Drive im Vergleich zum Smartphone

Vorteil Connected Drive

- Bedienung über Autotasten und -regler
- Anbindung an die Antenne
- teilweise mit Daten-Flatrate
- Darstellung der Apps in der gleichen Art wie die BMW-Menüpunkte
- Hohe Datensicherheit

Vorteil Smartphones mit Autohalterung

- Touchscreen
- gewohnte Darstellung von Apps ähnlich wie auf dem PC oder Tablet
- Hunderttausende Apps vieler verschiedener Anbieter im Store
- Services sind alle auch außerhalb des Fahrzeuges zu nutzen.
- Bessere Einbindung der ganzen Palette von Google- oder Apple-Services (Mail, Karten, Kalender, etc.)

Autor

Foto

BMW

Datum

5. Juni 2013
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