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CVO Fuhrparkbarometer: So ticken Europas Flottenmanager

Das Corporate Vehicle Observatory (CVO) Fuhrparkbarometer feiert zehnten Geburtstag. Zeit für einen Rück- und Ausblick.

Das von dem Leasingunternehmen Arval und dessen Muttergesellschaft BNP Paribas initiierte CVO Fuhrparkbarometer gilt als Seismograph der Branche. Seit 2005 gibt das Corporate Vehicle Observatory (CVO) einen Überblick darüber, wie die Branche tickt. Was als Umfrage unter 400 Fuhrparkmanagern in fünf Ländern begann, wurde inzwischen auf zwölf europäische Länder ausgedehnt. 2015 wurden sogar zusätzlich Flottenentscheider in Brasilien, Russland und der Türkei in zehnminütigen Telefoninterviews befragt. Insgesamt 3.632 Flottenentscheider meldeten sich 2015 zu Wort, 301 davon aus Deutschland.

Komprimiert zeigen die Jahresbände, was die Branche in den letzten Jahren bewegte. Sie verraten, was Flottenverantwortliche und Fuhrparkbetreiber beschäftigt, und auch, wohin die Reise wohl in Zukunft gehen wird. Die Richtung ist schon mal klar: Flottenmanager arbeiten immer professioneller. „Was die Professionalisierung und das Outsourcing des Fuhrparks angeht, sehen wir anhand der letzten Jahre, dass die kleineren Betriebe mit Macht den großen Konzernen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern nachziehen“, erklärt Marcus Schulz. Das freut den deutschen Landeschef von Arval, profitieren von dieser Entwicklung doch auch die Leasinggesellschaften.

Große Flotten setzen setzen die Trends

Schulz macht die Entwicklung konkret am Beispiel des Tankkartenmanagements fest. 2006 stellte die Umfrage fest, dass zwar insgesamt 16 Prozent aller Unternehmen Tankkarten einsetzen. Doch eben nicht über alle Flottengrößen gleichmäßig verteilt. Während zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen 60 und 70 Prozent der großen Unternehmen diese Option nutzten, sah es bei Kleinunternehmen eher mau aus mit dem Tankmanagement. „Sechs Jahre später haben dann die kleineren Unternehmen nachgezogen. Die Quote stieg auf 50 Prozent an“, sagt Schulz.

Leasinggesellschaften sind natürlich daran interessiert, so viele Dienstleistungen wie möglich für ihre Kunden zu übernehmen. „Die großen Unternehmen übertragen oft bereits das komplette Fuhrparkmanagement bis hin zur Fahrerbetreuung an einen Dienstleister“. Er ist gespannt, ob diese Entwicklung auch bei den kleineren Flotten ankommt.
Auch 2015 wurden die Flottenmanager gefragt, welche Dienstleistungen sie bereits nutzen. Das Ergebnis: „Vertragsbestandteil Nummer 1 ist die Wartung, gefolgt von Dienstleistungen rund um den Reifen  sowie von der 24-Stunden-Pannenhilfe-Abschleppdienst“, sagt der Arval-Chef Schulz. Und ein Blick auf die letzten zehn Jahre verrät, dass die Unternehmen kontinuierlich mehr outsourcen. „Bei der Wartung waren es immer schon zwischen 40 und 45 Prozent, jetzt sind es bereits 50 Prozent.

Interessantes zeigt sich auch beim Thema Finanzierung. Bis 2010 kaufte das Gros der Unternehmen ihre Fahrzeuge noch, danach setzte sich Leasing als beliebteste Finanzierungsform durch, sowohl mit Kilometer- als auch mit Restwertverträgen. Wobei sich die Anteile mehr und mehr in Richtung Leasing mit Kilometervertrag verschieben. „Vor allem bei den Großen. Außerdem gehen wir davon aus, dass auch kleinere Unternehmen die Vorteile von Full-Service-Leasing künftig stärker schätzen werden“, sagt CVO-Sprecher Sebastian Fruth. 2015 ist übrigens das Jahr, indem Leasing mit einem Anteil von 51 Prozent erstmals die Hauptfinanzierungsmethode im Fuhrpark ist.

Grün bedeutet in Flotten: Gasautos oder Hybride

Klärendes bringt auch der Blick auf die grünen Absichten der Flottenmanager. 2005 planten nur 33 Prozent der deutschen Unternehmen, umweltschonende Autos einzusetzen. Als umweltfreundlich wurden damals eigentlich nur Gasfahrzeuge betrachtet. 2006 beispielsweise gaben 18 Prozent der Unternehmen an, bereits ein solches in der Flotte zu haben. Elektrofahrzeuge kamen lediglich für drei Prozent der Befragten in Betracht. 2008, das Jahr in dem mehr und mehr Umweltdebatten geführt wurden, stieg die Zahl der interessierten Unternehmen auf acht Prozent. Nicht viel, aber immerhin bestätigten 82 Prozent, dass das Thema Umwelt in ihrer Firmen-Policy eine wichtige Rolle spielt. Doch Grün bedeutet im Fuhrpark nach wie vor, Autos mit Gasantrieb oder Hybride einzusetzen.

Ab 2010 stimmten auch viele deutsche Flottenentscheider in den Elektro-Hype mit ein. Jeder fünfte gab an, bis 2013 Elektrofahrzeuge nutzen zu wollen. „Das war die Zeit, als die ersten vollwertigen Transporter mit Elektroantrieb auf den Markt kamen“, erinnert sich Fruth. Die Ernüchterung folgte dann aber im Flottenbarometer 2013. Lediglich 6,6 Prozent hatte ihre Ankündigung wahr gemacht. Warum nicht mehr Stromer eingesetzt wurden? Die Befragten bemängelten, dass es zu wenige Ladestationen gäbe, die Autos eine zu geringe Reichweite hätten und zu langsam landen. Und auch im aktuellen Barometer zeigt sich, dass die Elektromobilität in Deutschland noch immer nicht angekommen ist. Schulz nach einer Erklärung: „Deutschland ist das einzige Land ohne entsprechende Subventionen.“ Statt auf E-Autos setzen die Flottenbetreiber auf sparsame konventionelle Antriebe.

Womit wir beim Themenkomplex Kosten sind. Standen zu Beginn die reinen Anschaffungskosten im Fokus, wandelte sich dies über die Jahre. Total Cost of Ownership ist in den deutschen Flotten mittlerweile fest verankert. „Die Gesamtkosten eines Fahrzeugs sind bei allen Unternehmen das wichtigste Kriterium bei der Auswahl von Firmenfahrzeugen“, erklärt Flottenprofi Fruth. Und daran wird sich wohl auch in den nächsten Jahren nichts ändern.

Autor

Foto

bramgino fotolia

Datum

14. Oktober 2015
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