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Fahrbericht: Skoda Octavia Combi 1.6 LPG

Mit Autogas lassen sich Verbrauch und CO2-Emissionen kräftig drücken. Doch mit dem Skoda Octavia 1.6 LPG kommt bei allem Spaß am Sparen die Freude am Fahren unter die Räder.

In der Preisliste des Skoda Octavia findet sich zwischen all den TSI- und TDI-Motoren ein 1.6 mit dem Zusatz LPG. Sparfüchse wissen: Die drei Buchstaben stehen für Liquefied Petroleum Gas und sind Garant für niedrige Kraftstoffkosten und geringere CO2-Emissionen. Denn Autogas, wie LPG bei uns heißt, kostet im Schnitt nur 64 Cent netto pro Liter und verbrennt sauberer als Benzin. Fuhrparkleiter lassen ihre Firmenwagen in der Regel nicht nachrüsten. Deshalb gibt es den LPG-Skoda ab Werk und somit auch mit voller Garantie. Weil sich die modernen Turbo-Direkteinspritzer aber nicht so einfach auf LPG-Betrieb umstellen lassen, greift Skoda auf den eigentlich längst in Rente geschickten 1,6-Liter-Motor mit Multipoint-Einspritzung zurück. Der mobilisiert 102 PS, drei weniger als der 1.2 TSI, kostet aber 1.092 Euro mehr als der Direkteinspritzer.

Dafür gibt es außer dem 55-Liter-Benzintank einen 44 Liter großen Gastank sowie eine saubere Umrüstung, die nichts von den bastelmäßigen Nachrüstlösungen hat, die manche Werkstatt ihren Kunden zumutet. So sitzt im Cockpit eine zweite Tankuhr fürs Gas, der Bordcomputer zeigt Verbrauch und Reichweite für Benzin und LPG getrennt an und der Gasstutzen sitzt unter der Tankklappe. Außerdem sind die Tankstellen im Navi (1.580 Euro) hinterlegt.

Ohne sechsten Gang wird die Autobahnfahrt zur Qual

Beste Voraussetzungen also, den Mehrpreis ohne Komfortverlust einzufahren. Oder doch nicht? Jedenfalls startet der Octavia LPG immer mit Benzin und schaltet nach kurzer, bei Kälte auch etwas längerer Fahrt automatisch auf Gas um. Im Stadtverkehr brummelt der Wagen unaufgeregt untertourig. Doch sobald die Fahrt auf die Landstraße geht, greift der Fahrer nach rechts: Ist womöglich die Handbremse angezogen? Von der Spritzigkeit des 1.2 TSI ist der 1.6 LPG Welten entfernt. Träge dreht er hoch und quält die Insassen ab Tempo 140 mit seinem rauen Motorengeräusch. Klar, hier fehlt der sechste Gang.

Kommt dafür wenigstens an der Tankstelle Freude auf? Je nachdem. Man kann den Gas-Octavia mit zehn Litern fahren. Bei 160 km/h Dauertempo schüttet er aber auch bis zu 16 Liter in die Brennräume. Bei 10,9 Liter Testverbrauch kosten 100 Kilometer rund sieben Euro. Ein Octavia 1.2 TSI schluckt in der Praxis etwa acht Liter, kostet also drei Euro mehr pro 100 Kilometer. Die jährlichen Wartungsintervalle des 1.6 LPG verschlechtern seine Bilanz noch etwas, so dass der Käufer des Gas-Octavia erst ab etwa 40.000 Kilometern ins Plus fährt. Man muss schon eingefleischter LPG-Fan sein, um mit dieser Kombination glücklich zu werden. Umsteiger wird man damit nicht gewinnen. Schade eigentlich, denn der Octavia hat einen solchen Motor nicht verdient.

Technische Daten Skoda Octavia Combi 1.6 LPG

Karosserie

  • Fünftüriger Kombi mit fünf Sitzplätzen
  • Länge/Breite/Höhe: 4.569/1.769/1.522 mm
  • Gewicht: 1.345 kg
  • Zuladung: 585 kg
  • Kofferraumvolumen: 580–1.630 l

Motor/Antrieb

  • Vierzylinder-Ottomotor mit Autogasumrüstung
  • Hubraum: 1.595 cm3
  • Leistung Autogas/Benzin: 72/75 kW (98/102 PS) bei 5.600/min
  • Drehmoment: 144/148 Nm bei 3.800/min
  • Testverbrauch: 9,7–15,6; Ø 10,9 l LPG/100 km
  • CO2-Ausstoß: 149/168 g/km
  • Tankvolumen: 44/55 l
  • Fünfganggetriebe, Frontantrieb

Fahrleistungen (LPG)

  • 0–100 km/h 13,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit 184 km/h
  • Reichweite (Testwert) 403 km

Einsatzbereich

  • Langstrecke: ● ● ● ● ●
  • Stadt: ● ● ● ● ●

Preis

  • 16.126 Euro

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

17. November 2011
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