Optisch lehnt sich der neue VW Golf GTD stark an die GTI-Ikone an. Dank Progressivlenkung und Differentialsperre ist der GTD sehr handlich und sicher. 10 Bilder Zoom

Fahrbericht VW Golf VII GTD: Glühende Leidenschaft

Warum soll man eigentlich einen VW Golf GTI fahren? Ausgiebigen Spaß bekommt man auch mit dem neuen Diesel-Pendant GTD. Der "Grand Turismo Diesel" ist derzeit der heißeste Selbstzünder-Golf im Programm, zeigt dynamische Qualitäten und ist darüber hinaus auch noch sehr wirtschaftlich.

Der sportlichste aller Golf GTD hat Leistung satt

Unter der Haube werkelt ein Zweiliter-Turbodiesel mit 184 PS. Damit ist der Golf GTD zwar um 36 PS schwächer als die GTI-Ikone, in Sachen Performance braucht er sich trotzdem nicht zu verstecken. Satte 380 Nm Drehmoment stehen bei 1.750 Umdrehungen bereit und schieben den stärksten Diesel-Golf aller Zeiten in 7,5 Sekunden auf Tempo 100. Nebenbei ist der Zweiliter ist mit allen modernen Finessen ausgerüstet: variabler Ventiltrieb, zwei Ausgleichwellen sowie einer aufwendigen Zweikreis-Abgasrückführung samt Start-Stopp System. Damit schafft der Ölbrenner im GTD die Euro 6-Abgasnorm locker und schluckt im Vergleich zum alten GTD – trotz 14 PS Mehrleistung – mit 4,2 Litern laut Werk knapp einen Liter weniger Sprit.

Der GTD lässt es krachen und klingt überhaupt nicht nach Selbstzünder

Ein Turbolader mit Ladeluftkühlung sorgt schon sehr früh für ordentlichen Dampf. Schon aus dem Drehzahlkeller hängt der GTD spritzig am Gas und rennt bis zu 230 km/h Spitze. Auch bei höherem Autobahntempo geht ihm nicht so leicht die Puste aus. Bei soviel Leistungsbereitschaft es eigentlich egal, welchem der beiden Getriebe man den Vorzug gibt: Die Sechsgang-Box glänzt mit knackig-schaltbaren Wegen und das optionale Sechsgang-DSG (1.618 Euro netto) mit flottem Ansprechverhalten.

Beim Fahren muss man schon sehr genau hinhören um den Golf GTD als Selbstzünder zu enttarnen, denn mit wohlklingendem Bass gibt es auch akustisch was für die Ohren. Dafür sorgt vor allem das optionale Sport & Sound-Paket für 803 Euro mit dem sogenannten Soundaktor in der Auspuffanlage. Ein kleiner Lautsprecher im Endtopf mischt unter das herkömmliche Abgasgeräusch einen satten Klang und ist das vorwählbare Fahrerprofil auf das Sport-Programm eingestellt, klingt der GTD beim Beschleunigen fast so tief wie ein zünftiger Sportwagen. Das angenehm klingende Paket beinhaltet zudem noch größere Alu-Räder in 18-Zoll statt der Serienbereifung in 225/45 R 17, eine straffere Fahrwerksdämpfung und unter anderem rot lackierte Bremssättel.

Er ist genauso sportlich wie der GTI

Dank einer direkt ansprechenden Progressivlenkung mit variablem Übersetzungsverhältnis fährt sich der Golf GTD sehr handlich und räubert präzise durch die Kurven. Beim anschließenden Heraussprinten sorgt die elektronische Differentialsperre XDS+ dafür, dass die Kraft nicht einfach in Rauch verpufft, sondern immer genug Grip an den Vorderrädern herrscht. Überhaupt fährt sich der GTD so zahm und sicher wie ein ganz gewöhnlicher Golf, allerdings mit spürbar gesteigertem Fun-Faktor. Wer es richtig flott angeht, muss zwar dann beim Verbrauch mit einer sieben vor dem Komma rechnen, das lässt sich aber anhand der gebotenen Fahrleistungen leicht verschmerzen

Das kraftvolle GTD-Outfit sieht dem GTI zum Verwechseln ähnlich

Mit seiner dynamischen Front- wie Heckpartie lehnt sich der Diesel-Sportler stark an seinen GTI-Bruder an. Auch wurde die Karosserie ebenfalls um 15 mm abgesenkt. Innen gibt es das aus der GTI-Ikone bekannte abgeflachte Sportlenkrad sowie fest zupackende Sportsitze im Karo-Design. Allerdings gibt es graue Ziernähte im Unterschied – statt roter Nähte wie beim GTI. Die Ausstattung ist ordentlich. Bi-Xenonscheinwerfer und LED-Rückleuchten, Klimaautomatik sind unter anderem serienmäßig an Bord.

Mit einem Einstiegspreis von 24.958 Euro ist der Golf GTD im Vergleich zum GTI zwar um fast 900 Euro netto teurer, aber bei weitem sparsamer. Damit hat er unter sportlich ambitionierten Dienstwagenfahrern die besseren Karten. Denn abgesehen von den etwas schwächeren Fahrleistungen liegt der GTD mit dem GTI auf Augenhöhe. In Sachen Unterhalt/Betriebskosten ist der Golf GTD ohnehin die vernünftigere Wahl und eignet sich mit seinem ausgewogenen Federungskomfort vorzüglich als Langstreckenläufer.

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Volkswagen

Datum

14. Juni 2013
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