Mini Clubman 18 Bilder Zoom

Mini Clubman: Mini Maximal

In seiner zweiten Auflage streckt sich der Mini Clubman in die Kompaktklasse und wird nun wirklich firmenwagentauglich.

Wie cool, sagten die einen, als der Mini Clubman 2007 mit anderthalb Türen auf der Beifahrerseite und zweiflügeliger Hecktür vorgestellt wurde. Wie unpraktisch, fanden diejenigen, die sich tagein tagaus durch die gegenläufig öffnende halbe Tür rein und raus zwängen mussten. Und wie dumm, meinten die Briten, weil Fondpassagiere im Linksverkehr stets immer nur auf der „gefährlichen“ Seite aussteigen konnten.

Auf vielfachen Kundenwunsch hat die BMW-Tochter den neuen Mini Clubman nun "an den Anforderungen der Kompaktklasse orientiert", wie es die Briten formulieren. Soll heißen: Der Mini wurde zum Maxi und macht Schluss mit den Spleens. Länge und Radstand wurden nun auf 4,25 Meter respektive 2,67 Meter gestreckt, das Gepäckvolumen deutlich vergrößert und die Fond-Passagiere dürfen künftig auf beiden Seiten ganz bequem durch gewöhnlich angeschlagene Türen einsteigen. Geblieben sind allein die schrulligen Split-Doors am Heck, die auf Wunsch und für 328 Euro extra (alle Preise netto) nun auch berührungslos mit einem Schwenk unter der Heckschürze aufklappen, geschlossen aber weiterhin mit breitem Mittelsteg im Rückspiegel die Sicht nach hinten behindern.

Der Kofferraum wird nun seiner Bezeichnung gerecht

Dafür öffnen sie hinter den Rücksitzen richtig viel Raum, volle 360 Liter schluckt der Mini-Kombi nun. Exakt so viel wie Konzernkollege BMW 1er und kaum weniger als der Audi A3 (365 Liter). Wenn man die optional (200 Euro) im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Rücksitzlehnen komplett umklappt, werden sogar 1.250 Liter daraus. Das schafft nicht mal der Audi A3 Sportback (1.220 Liter), für den der Mini-Kombi zum echten Rivalen werden kann. Und auch auf den Rücksitzen macht der Mini jetzt ordentlich Platz. Stolze 27 Zentimeter länger und neun Zentimeter breiter als der Fünftürer sowie zehn Zentimeter mehr Radstand ergeben ein ungewöhnlich geräumiges Ambiente und bequeme Bein- und Kniefreiheit. Allein überm Scheitel ist nicht allzu viel Luft.

Innen ist er verspielt wie alle Minis

Das Interieur wirkt hochwertiger, wenngleich ebenso verspielt wie bisher, mit tellergroßen Zentraldisplay und den charakteristischen Kippschaltern darunter sowie über Kopf für diverse Funktionen wie Klimaanlage oder Panorama-Glasschiebedach (824 Euro). Neu ist ein Head-up Display. Das projiziert die aktuelle Geschwindigkeit, Navi-Hinweise oder Verkehrszeichen allerdings nicht in die Frontscheibe, sondern auf eine ausfahrbare Scheibe. Schön ist das nicht, aber es erfüllt wenigstens seinen Zweck. 504 Euro teuer ist der Spaß, aber billig können andere. Zumal ein CD-Radio mit 6,5-Zoll-Bildschirm und Bluetooth-Anschluss (420 Euro) oder das Navi-System Professional mit 8,8-Zoll-Display, 3D-Grafik und Touchpad im Controller immer (1731 Euro) dazu geordert werden muss.

Dagegen fallen mit 151 bis 235 Euro die Mini Driving Modes kaum mehr ins Gewicht, machen aber unterwegs großen Spaß. Die Fahrprogramme Green, MID und Sport lassen sich durch einfachen Dreh an der Umrahmung der Schaltkulisse aktivieren. Spürbar werden anschließend Gasannahme, Lenkung und falls eingebaut (420 Euro) auch die Dämpfer in aufsteigender Linie scharf gestellt. Damit stellt sich das Go-Kart-Feeeling auch mit der Langversion ein.

Dreizylinder-Diesel, die weniger als vier Liter verbrauchen

Immer vorausgesetzt, man hat den richtigen Motor gewählt, von denen je drei als Diesel und Benziner angeboten werden. Topmodell und Powerpack schlechthin auch hier der Cooper S mit dem 192 PS starken Vierzlinder-Direkteinspritzer-Turbo, der den Wagen leichtfüßig durch Stadtgewusel und Kurvenparcours treibt. In knapp sieben Sekunden ist der Wagen auf Tempo 100, noch einen Tick schneller und entspannter geht es mit der erstmals eingesetzten optionalen 8-Gang-Steptronic-Automatik (1.639 Euro).

Interessanter für Flotte und Fuhrpark, aber leider noch nicht zu er-fahren: die neuen Dreizylindermotoren als Benziner mit 102 PS (One) und 136 PS (Cooper) sowie als Diesel (One D) mit 116 PS. Letzterer soll sich mit nur 3,8 Liter (99 g CO2) nach Norm beschränken. Daneben sind noch zwei weitere Zweiliter-Vierzylinder-Diesel mit 150 PS (Cooper D) und 190 PS(Cooper SD) im Angebot. Beide sind ebenso mit dem neuen 8-Gang-Steptronic-Getriebe bestellbar.

Leider ist der Spaß mal wieder nicht besonders günstig. Neben dem Topmodell Cooper S
(23 109 Euro) startet der Mini Clubman am 26. Oktober 2015 zunächst als mittlerer Cooper (136 PS) ab 20.084 Euro. Mit dem 150 PS starken Dieselpendant werden mindestens
22.605 Euro fällig. Und die Aufpreisliste ist lang und kostspielig. Neben der erwähnten Einzeloptionen sowie den bekannten Komfort- und Funktionspakete Salt (882 Euro),
Pepper (1.429 bis 2.059 Euro) und Chili (3.487 bis 3.908 Euro) kosten auch fast alle Assistenzsysteme wie Abstandstempomat, Fernlichtautomatik, Verkehrszeichenerkennung, Auffahrwarner mit Bremsfunktion (832 Euro), Rückfahrkamera (319 Euro) oder Parkpieper vorn und hinten (672 Euro) extra.

Autor

Foto

Mini

Datum

5. Oktober 2015
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