Das Elektroauto ist im Massenmarkt angekommen. Im September wurden in Deutschland 88.599 batterieelektrische Pkw neu zugelassen, ein Anteil von 34,5 Prozent und so viel wie nie. Nach neun Monaten stehen 604.144 neue E-Autos in der Statistik, 58 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und schon jetzt mehr als im gesamten Jahr 2025. Das zeigt der aktuelle Electromobility Report des Center of Automotive Management (CAM).
Benziner und Diesel zusammen abgehängt
Der September war der zweitstärkste E-Auto-Monat überhaupt. Mehr waren es nur im Dezember 2022, als viele Käufer ihre Zulassung vor der Kürzung des Umweltbonus vorgezogen haben. Ganz anders sieht es bei den Verbrennern aus: Benziner verloren im September 29,2 Prozent, Diesel 20,1 Prozent. Zusammen kommen beide nur noch auf 26,4 Prozent der Neuzulassungen, also deutlich weniger als die E-Autos allein. Der Plug-in-Hybrid tritt dagegen auf der Stelle und liegt seit Monaten bei rund elf Prozent.
Das CAM bestätigt seine Prognose von 825.000 bis 850.000 neuen E-Autos für das Gesamtjahr. Ehrgeizig ist das nicht: Für das obere Ende reichen im vierten Quartal knapp 82.000 Zulassungen pro Monat, im September waren es mehr.

Von 22,0 Prozent im Januar auf 34,5 Prozent im September: Der E-Auto-Anteil legt in neun Monaten um 12,5 Prozentpunkte zu. Der gemeinsame Marktanteil von VW-Konzern, BMW Group und Mercedes über alle Antriebe liegt nach neun Monaten bei 58,2 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 60,6 Prozent.
Wachsender Markt, schrumpfender VW-Konzern
Spannender ist, wer vom Wachstum profitiert. Der Gesamtmarkt legt um 5,3 Prozent auf 2.221.798 Pkw zu, der Volkswagen-Konzern verliert trotzdem 0,4 Prozent. Sein Marktanteil sinkt von 41,7 auf 39,5 Prozent. Die Kernmarke VW büßt 5,7 Prozent ein, nur Skoda legt mit 12,8 Prozent deutlich zu. Mercedes wächst um zwei Prozent, verliert aber trotzdem leicht Marktanteile. BMW und Stellantis gewinnen jeweils 0,2 Prozentpunkte. Bei den Japanern bricht Toyota um 19,2 Prozent ein, Ford verliert 10,1 Prozent.
Der große Gewinner ist Tesla. Die Marke verdreifacht ihre Neuzulassungen auf 44.810 Fahrzeuge (+202 Prozent) und liegt damit noch vor BYD. Die Chinesen kommen auf 42.788 Neuzulassungen, ein Plus von 262 Prozent.
Warum Volvo als chinesisch zählt
Laut CAM steigt der Marktanteil der chinesischen Hersteller um 2,4 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent. Damit liegen sie mit 148.102 Neuzulassungen fast gleichauf mit den Japanern (148.403). Das CAM zählt allerdings auch Volvo, Polestar, Smart und Lotus zu den chinesischen Marken, weil sie zu chinesischen Konzernen gehören. Allein Volvo steuert 38.454 Neuzulassungen bei, bei einem Minus von 14,4 Prozent. Ohne Volvo läge der chinesische Anteil bei knapp fünf Prozent. Das Wachstum ist trotzdem beachtlich, aber getragen wird es vor allem von BYD, MG, Leapmotor und Xpeng.
„Der Elektromarkt wächst – aber nicht automatisch für die deutschen Hersteller“, sagt Studienleiter Stefan Bratzel. „Sie müssen den Hochlauf jetzt mit wettbewerbsfähigen Kosten und bezahlbaren Modellen in eigene Marktanteile und Skaleneffekte übersetzen. Wer hier nicht mithalten kann, gehört mittelfristig zu den Verlierern.“ Getragen werde der Hochlauf vor allem vom breiteren Angebot, aber auch von der staatlichen Förderung und den hohen Kraftstoffpreisen. Von der Politik fordert Bratzel verlässliche Rahmenbedingungen, vor allem bei Ladeinfrastruktur und Ladepreisen.







