Ota-Updates: Dekra warnt vor Zulassungsrisiko

Dekra-Befragung zu Software-Updates
56 Prozent wollen Updates per Funk – Dekra warnt

Weniger Werkstattbesuche, aktuelle Software: Over-the-Air-Updates kommen bei Fahrzeughaltern gut an. Dekra fordert dafür aber unabhängige Prüfungen vor dem Ausrollen neuer Versionen – und warnt vor Risiken.

Mehr als die Hälfte der deutschen Autofahrer interessiert sich für drahtlose Software-Updates. Sie versprechen weniger Werkstatttermine und aktuelle Fahrzeugfunktionen. Dekra warnt jedoch vor möglichen Folgen für Typgenehmigung und Verkehrssicherheit.

Zustimmung steigt binnen vier Jahren um neun Punkte

Das Interesse an Over-the-Air-Updates, kurz OTA, ist in Deutschland gestiegen. In einer Befragung von Dekra und Ipsos äußerten 56 Prozent der Teilnehmer grundsätzliches Interesse an drahtlosen Aktualisierungen der Fahrzeugsoftware. Bei einer vergleichbaren Befragung vier Jahre zuvor waren es 47 Prozent.

15 Prozent der Befragten finden OTA-Updates eher oder völlig uninteressant. Weitere 18 Prozent sind unentschieden, elf Prozent kennen das Verfahren bislang nicht. Ipsos befragte im Juni 2026 insgesamt 1.000 Fahrzeughalter, die selbst für Wartung und Reparatur ihres Autos verantwortlich sind. Fuhrparkmanager waren damit nicht ausdrücklich Gegenstand der Untersuchung.

Wenn das Update den genehmigten Zustand verändert

Als wichtigste Vorteile nennen die Teilnehmer den möglichen Wegfall eines Werkstattbesuchs sowie die Möglichkeit, die Fahrzeugsoftware bequem auf dem neuesten Stand zu halten. OTA-Updates können Fehler beheben, neue Funktionen freischalten oder bestehende Funktionen und technische Spezifikationen verändern.

DEKRA/Ipsos-Grafik: 56 Prozent interessieren sich 2026 für Over-the-Air-Updates im Auto
Bildunterschrift (intern)
KI-Bearbeitung: OpenAI, Quelle: Dekra

Das Interesse an OTA-Updates stieg seit 2022 von 47 auf 56 Prozent. Wichtigstes Argument dafür: weniger Werkstattbesuche.

Gerade dieser letzte Punkt beschäftigt Dekra. „Damit entspricht das Fahrzeug, das im Rahmen der Homologation auf Herz und Nieren geprüft wurde und anschließend eine Typgenehmigung bekommen hat, nach dem Update möglicherweise in wichtigen Punkten nicht mehr dem typgenehmigten Stand", sagt Jann Fehlauer, Geschäftsführer der Dekra Automobil GmbH.

Dekra fordert unabhängige Prüfung vor dem Rollout

Dekra fordert deshalb, neue Software-Versionen und ihre Auswirkungen vor dem Ausrollen ebenso sorgfältig und unabhängig zu prüfen wie die ursprüngliche Fahrzeugsoftware. Außerdem müsse man sich später am einzelnen Fahrzeug kontrollieren lassen, ob der installierte Softwarestand dem genehmigten Zustand entspricht.

Für Fuhrparks können OTA-Updates Standzeiten und Werkstattaufwand reduzieren. Zugleich steigt der Bedarf, installierte Softwarestände, Freigaben und Veränderungen an sicherheitsrelevanten Funktionen über den Lebenszyklus eines Dienstwagens nachvollziehbar zu dokumentieren.