Knapp 50 Fuhrparkmanager, fast 40 Testfahrzeuge und bestes Wetter: Der firmenauto test drive in Unna hat gezeigt, wie groß der Bedarf an direktem Vergleich, persönlichem Austausch und markenübergreifender Orientierung im Flottenmarkt derzeit ist. Gerade in einer Phase, in der neue Hersteller auf den Markt drängen, Elektroautos breiter werden und Transporter für viele Flotten wieder stärker in den Blick rücken, zählt der Praxischeck mehr als jede Datenliste.
Breites Testfeld in Unna
In Unna standen den Teilnehmern rund 40 Fahrzeuge zur Verfügung. Darunter waren 27 batterieelektrische Modelle sowie 13 Plug-in-Hybride und Mildhybride. Neben klassischen Flottenfahrzeugen wie VW Tiguan 1.5, Cupra Terramar, VW ID.7 Tourer Pro S, Mercedes CLA, Peugeot 308 SW oder Dacia Bigster waren auch auffällige Neuheiten vertreten. Dazu zählten etwa der Zeekr 7X, das Facelift des Opel Astra BEV, der Lucid Gravity Grand Touring sowie Togg, das als neuer Anbieter aus der Türkei gleich mit zwei Modellen antrat.
Auch sportlich war das Feld breit aufgestellt. Teilnehmer konnten unter anderem den Abarth 600e Scorpionissima mit 280 PS, den Alpine A290 GTS oder den Porsche Taycan GTS Sport Turismo fahren. Gleichzeitig war der Testparcours nicht nur auf Pkw zugeschnitten. Mit dem Ford Tourneo Custom 320 L2 EcoBlue und dem Maxus eDeliver 7 AWD waren auch zwei Transporter vertreten – ein Punkt, den mehrere Besucher ausdrücklich hervorhoben.
Testen, vergleichen, einordnen
Gerade dieser direkte Vergleich bleibt für viele Fuhrparkverantwortliche der wichtigste Mehrwert der Veranstaltung. Thorsten Richard von den Wasserwerken Westfalen brachte es so auf den Punkt: „Man sieht hier, was gerade neu auf den Markt kommt. Und weil wir die Fahrzeuge frei wählen und direkt fahren können, lassen sich genau die Modelle herausfiltern, die für den eigenen Fuhrpark interessant sind.“
Ähnlich äußerte sich Marco Schnell vom Medical Business Center. Er hob hervor, dass man an einem Tag viele Fahrzeuge direkt gegeneinander testen könne. Gerade dieser unmittelbare Vergleich helfe bei der Einordnung. Zudem sei der direkte Austausch mit den Ansprechpartnern der Hersteller wertvoll. Überrascht hätten ihn vor allem Marken wie Genesis, Renault und Maxus.
Neue Marken suchen Sichtbarkeit
Dass der firmenauto test drive gerade für junge oder noch wenig etablierte Marken wichtig ist, zeigte auch der Auftritt von Togg. Yasemin Bornefeld von Togg Europe sprach von einer sehr guten Veranstaltung und verwies auf die positive Resonanz der Fahrer. „Für uns ist so ein Format besonders wichtig, weil Togg auf dem deutschen Markt noch neu ist. Umso wertvoller ist es, wenn wir direkt zeigen können, was wir als türkischer Hersteller bieten und wie die Fahrzeuge bei den Fahrern ankommen“, sagte sie.
Damit spiegelt die Veranstaltung auch eine Entwicklung, die sich im Flottenmarkt seit Monaten abzeichnet: Neue Hersteller müssen nicht nur Produkte liefern, sondern auch Vertrauen aufbauen. Genau dafür sind Formate mit realen Testfahrten und persönlichem Austausch entscheidend.
Beratung lebt vom Vergleich
Nicht nur Fuhrparkleiter selbst profitieren vom Format. Auch für Dienstleister und Mobilitätspartner bleibt der direkte Kontakt mit Fahrzeugen und Herstellern wichtig. Felicitas Laaf von Euromobil sagte, gerade der Vergleich mit anderen Marken sei interessant. Ebenso wichtig sei der Austausch mit den Vertretern der Hersteller. Das helfe am Ende auch dabei, Kunden fundierter zu beraten.
Der firmenauto test drive ist damit nicht nur Probefahrt-Event, sondern auch Arbeitsplattform. Wer Fuhrparks berät oder Mobilitätskonzepte entwickelt, bekommt hier ein Bild davon, wie sich Fahrzeuge im direkten Umfeld ihrer Wettbewerber positionieren.
Transporter rücken stärker in den Blick
„Die Bandbreite der Fahrzeuge war groß. Ich fand es gut, dass auch zwei Transporter Teil des Programms waren – diese Fahrzeuge werden für viele Flotten künftig wichtiger“, sagte Ekkehard Schille von Tennant. „Dazu kamen interessante Vorträge am Vormittag und die Möglichkeit, sich mit Kollegen aus der Branche auszutauschen.“ Für Fuhrparkverantwortliche ist das ein relevanter Punkt. Denn der Mobilitätsmix in vielen Unternehmen verändert sich. Während auf der Pkw-Seite neue Elektroautos, Plug-in-Hybride und Crossover um Aufmerksamkeit konkurrieren, wächst im Transporterbereich der Druck, Nutzwert, Reichweite und Kosten sauber auszubalancieren.
Vorträge stoßen auf Resonanz
Neben den Fahrten kam auch das Rahmenprogramm gut an. Für lebhafte Diskussionen sorgten die Vorträge von Immanuel Schneeberger mit dem Thema „Fuhrpark im Krisenmodus – warum Qualifikation jetzt über Kosten und Risiken entscheidet“, von Peter Siegert zu Ladelösungen und Kostenkontrolle mit EnBW mobility+ sowie von Robin Schmitz von der Deutschen Leasing AG zu strategischen Entwicklungen und politischen Rahmenbedingungen in der Mobilitätsbranche.
Dass diese Themen auf Resonanz stießen, passt zur Lage vieler Flotten. Kostenkontrolle, Ladeinfrastruktur, politische Vorgaben und Qualifikation im Fuhrparkmanagement sind längst keine Nebenthemen mehr, sondern Teil des täglichen Geschäfts.
Sonne, gute Laune, intensive Gespräche
Auch die Atmosphäre spielte in Unna mit. Sonnenschein, kaum Wolken und spürbar gute Stimmung bei Teilnehmern wie Herstellern schufen den passenden Rahmen für intensive Gespräche. Gerade diese Mischung aus Fachinput, Testfahrten und persönlichem Austausch macht den Charakter der Veranstaltung aus.
Praxis schlägt Prospekt
Der firmenauto test drive in Unna hat vor allem eines gezeigt: Fuhrparkverantwortliche wollen Fahrzeuge nicht nur auf dem Papier vergleichen, sondern selbst erleben. Wer ein Modell fährt, mit dem Hersteller spricht und es direkt mit anderen Autos aus dem Segment vergleicht, bekommt schneller ein belastbares Bild als durch jede Datenbroschüre. Genau darin liegt der Wert solcher Termine – besonders in einem Markt, der sich gerade neu sortiert.
Sie haben den test drive in Unna verpasst?
Kein Problem: Insgesamt macht der firmenauto test drive noch in sechs Städten Station. Nutzen Sie die Gelegenheit und melden sich kostenfrei an unter:








