In deutschen Fuhrparks wird der CO2-Ausstoß bei der Fahrzeugwahl immer wichtiger. Das zeigt eine aktuelle Dataforce-Umfrage unter 576 Dienstwagenfahrern, die sich die Antriebsart ihres Autos selbst aussuchen dürfen. 34 Prozent dieser sogenannten "User Chooser" geben an, dass in ihrem Unternehmen eine Bonus-Malus-Regel gilt, die Elektroautos begünstigt. Die Dataforce-Daten legen damit nahe, dass emissionsorientierte Steuerungsmodelle in vielen Flotten bereits praktisch wirksam sind.
BEV und PHEV: Die Gewinner der Förderlogik
Besonders aufschlussreich ist laut Dataforce der Blick auf die aktuelle Fahrzeugflotte: Wer heute bereits einen Plug-in-Hybriden (PHEV) fährt, ist mit 26 Prozent überdurchschnittlich häufig in ein solches System eingebunden. Vollelektrische Fahrer liegen mit 28 Prozent sogar noch leicht darüber – ein Indiz dafür, dass diese Regelwerke dort besonders konsequent angewendet werden, wo der Umstieg auf emissionsärmere Antriebe bereits vollzogen ist. Am unteren Ende rangieren HEV-Fahrer mit lediglich 4 Prozent, was auf die begrenzte Förderrelevanz konventioneller Hybride hindeutet.
Ohne Regelung dominieren Benziner und Diesel
Der Vergleich zwischen Fahrern mit und ohne Regelung zeigt laut Dataforce ebenfalls eine klare Verschiebung: Ohne Bonus-Malus-Mechanismus dominieren Benzin- (33 %) und Dieselfahrzeuge (29 %) das Bild deutlich stärker, während der Anteil an PHEVs (17 %) und BEVs (19 %) spürbar niedriger liegt.
Kostenbewusstsein und Nachhaltigkeit gezielt verbinden
Für Fuhrparkverantwortliche liegt die strategische Relevanz auf der Hand: Bonus-Malus-Modelle, häufig an CO₂-Grenzwerte gekoppelt, lenken die Fahrzeugwahl gezielt in Richtung emissionsärmerer Antriebe – und begünstigen dabei nicht nur vollelektrische Fahrzeuge, sondern auch Plug-in-Hybride aufgrund ihrer offiziell niedrigen Emissionswerte. Die von Dataforce erhobenen Werte deuten darauf hin, dass sich Kostenbewusstsein und ökologische Verantwortung im Fuhrpark auf diese Weise wirksam miteinander verknüpfen lassen, während zugleich Nachhaltigkeits- und Compliance-Ziele unterstützt werden.
Worauf Unternehmen bei der Einführung achten sollten
So wirkungsvoll Bonus-Malus-Regelungen als Steuerungsinstrument sein können – ihre Einführung erfordert sorgfältige Planung. Fuhrparkmanager sollten dabei folgende Punkte im Blick behalten:
Transparenz: Klare Kriterien von Anfang an
Die Kriterien für Bonus und Malus müssen für alle Fahrer nachvollziehbar und einheitlich definiert sein. Unklare Schwellenwerte oder intransparente Berechnungslogiken führen schnell zu Akzeptanzproblemen und rechtlichen Unsicherheiten – insbesondere wenn finanzielle Konsequenzen an die Regelung geknüpft sind.
Arbeitsrecht: Betriebsrat und Verträge frühzeitig prüfen
Sobald ein Malus zu einer faktischen Gehaltskürzung führt oder die freie Fahrzeugwahl erheblich einschränkt, sind Betriebsrat und gegebenenfalls individuelle Arbeitsverträge zu berücksichtigen. Bestehende Dienstwagenvereinbarungen müssen vor der Einführung geprüft und bei Bedarf angepasst werden.
Fahrzeugangebot: Reichweite und Ladeinfrastruktur müssen stimmen
Ein Bonus für BEV nützt wenig, wenn das verfügbare Fahrzeugangebot die Anforderungen der Mitarbeiter nicht erfüllt – etwa hinsichtlich Reichweite, Ladeinfrastruktur am Wohnort oder im Außendienst. Die Regelung sollte stets mit einer praxistauglichen Fahrzeugliste flankiert werden.
PHEV-Nutzung: Realverbrauch im Blick behalten
Plug-in-Hybride profitieren rechnerisch von niedrigen WLTP-Emissionswerten – im realen Betrieb hängt die tatsächliche CO₂-Bilanz jedoch stark vom Ladeverhalten der Fahrer ab. Unternehmen sollten prüfen, ob sie das tatsächliche Nutzungsverhalten in die Bewertung einfließen lassen oder zumindest durch Ladeinfrastruktur und Sensibilisierungsmaßnahmen aktiv fördern.
CO₂-Grenzwerte: Regelung regelmäßig aktualisieren
CO₂-Grenzwerte und Förderbedingungen verändern sich – sowohl regulatorisch als auch durch neue Fahrzeugtechnologien. Bonus-Malus-Systeme sollten daher nicht als statisches Konstrukt verstanden werden, sondern regelmäßig auf ihre Aktualität und Wirksamkeit überprüft werden.







