Bei trockenen Straßen, milden Temperaturen und guten Bedingungen mussten 24 Elektroautos beim Sommer El Prix von NAF und Motor zeigen, wie nah sie an ihre offiziellen WLTP-Werte herankommen. Der Test zeigt aber auch, wie viel Strecke Käufer für den Kaufpreis bekommen.
Xpeng X9 gewinnt nach WLTP-Abweichung
Beim El Prix gilt nicht automatisch das Fahrzeug mit der größten absoluten Reichweite als Testsieger. Gewertet wird vor allem, welches Modell im Vergleich zur offiziellen WLTP-Reichweite am besten abschneidet. Diese Wertung gewann 2026 der Xpeng X9. Der elektrische Van kam auf 646 Kilometer, angegeben sind 580 Kilometer. Das entspricht einer positiven Abweichung von 11,4 Prozent.

Der Xpeng X9 wies mit 11,4 Prozent die mit Abstand beste positive Abweichung auf. Das Fahrzeug legte 646 Kilometer zurück, die angegebene Reichweite beträgt 580 Kilometer.
Der Test fand am 3. Juni 2026 statt. Die Bedingungen waren günstig: trockenes Wetter, gute Straßen und Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad. „Das ist gut an einem Tag mit schönem Wetter, an dem die Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad lagen und die Straßen trocken und gut waren“, sagte NAF-Kommunikationsexperte Nils Sødal.
BMW iX3 fährt am weitesten
Die größte absolute Strecke legte der BMW iX3 zurück. Der elektrische SUV erreichte 781 Kilometer und lag damit 1,5 Prozent über seiner WLTP-Angabe von 770 Kilometern. Auf dem Papier hatte der BMW bereits vor dem Test die höchste Reichweitenangabe im Feld. Nach El-Prix-Logik war er dennoch nicht Testsieger, weil der Xpeng X9 seine offizielle Angabe prozentual stärker übertraf.

Der BMW iX3 fuhr beim Sommer El Prix 2026 am weitesten: 781 Kilometer standen am Ende im Testprotokoll. Damit lag der Elektro-SUV leicht über seiner WLTP-Angabe von 770 Kilometern.
Spannend war auch der Vergleich mit dem Mercedes-Benz GLC. Der elektrische GLC kam auf 665 Kilometer bei einer angegebenen Reichweite von 643 Kilometern. Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent. Damit lagen beide deutschen Premium-SUVs über ihren WLTP-Angaben, der BMW aber mit deutlich größerer absoluter Reichweite.
24 Elektroautos im Reichweitenvergleich
Der Sommer El Prix 2026 zeigte ein sehr breites Feld. Getestet wurden 24 Elektroautos: große Familien-SUVs, elektrische Vans, Premiumfahrzeuge, kompakte Modelle und günstigere Fahrzeuge aus China. Auffällig ist, wie stark Familienautos den Test dominieren. Dazu zählen Modelle wie BMW iX3, Mercedes-Benz GLC, Hyundai Ioniq 9, Xpeng X9, Kia EV5, Toyota C-HR+, Citroën ë-C5 Aircross und Dongfeng Vigo.

Der Citroën ë-C5 Aircross blieb beim Sommer El Prix 2026 knapp unter seiner offiziellen WLTP-Reichweite. Statt der angegebenen 513 Kilometer erreichte der elektrische Familien-SUV im NAF-Test 500 Kilometer.
Auch kleinere Fahrzeuge waren vertreten. Hyundai Inster und Kia EV2 traten als kompaktere Stromer an. Der Hyundai Inster erreichte 373 Kilometer bei einer WLTP-Angabe von 360 Kilometern. Der Kia EV2 kam auf 325 Kilometer statt 308 Kilometer. Beide lagen damit über ihren offiziellen Angaben.
Viele Modelle bleiben nah am WLTP-Wert
Die meisten Fahrzeuge wichen im Sommertest nur moderat von ihrer offiziellen Reichweite ab. Der Toyota bZ4X traf seine Angabe exakt: 506 Kilometer im Test, 506 Kilometer nach WLTP. Der Kia PV5 kam auf 420 Kilometer bei einer Angabe von 412 Kilometern. Der Mazda 6e erreichte 485 statt 479 Kilometer.
Nach Einschätzung von NAF bestätigen die Ergebnisse frühere Sommertests. Bei trockenem Wetter und moderaten Temperaturen erreichen viele Elektroautos ungefähr die Reichweite, die offiziell angegeben wird. „An Sommertagen mit trockenem Wetter legen die Autos in etwa die gleiche Strecke zurück wie in den offiziellen Angaben angegeben“, sagte Sødal.
Lucid Gravity erreicht 720 Kilometer
Der Lucid Gravity Grand Touring erreichte 720 Kilometer. Seine WLTP-Reichweite wird mit 748 Kilometern angegeben. Daraus ergibt sich eine Abweichung von minus 3,7 Prozent. Nach prozentualer Wertung lag der große SUV damit nicht an der Spitze, erzielte aber eine der höchsten absoluten Reichweiten im Testfeld.
MG IM6 mit größter negativer Abweichung
Am anderen Ende der Tabelle stand der MG IM6. Er erreichte 446 Kilometer, angegeben sind 505 Kilometer. Das entspricht einer Abweichung von minus 11,7 Prozent. Auffällig ist der Vergleich mit dem MG S6: Dieses Modell kam im selben Test auf 502 Kilometer statt 485 Kilometer und lag damit 3,4 Prozent über dem WLTP-Wert. „Wir sind überrascht, dass dieser MG eine so große negative Abweichung aufweist. Vor allem, da der andere MG, der S6, eine positive Abweichung von 3,4 Prozent hatte“, so Sødal.
Dongfeng Vigo zeigt günstige Reichweite
Neben den Reichweitenwerten war auch der Dongfeng Vigo ein auffälliges Modell im Testfeld. Der chinesische SUV wird von NAF als besonders günstiges Fahrzeug eingeordnet. Der Preis wird mit rund 250.000 Kronen genannt, die angegebene Reichweite mit 340 Kilometern. Im Test erreichte der Vigo 348 Kilometer und lag damit 2,3 Prozent über dem WLTP-Wert.
Damit gehört der Vigo nicht zu den Reichweitenführern, zeigt aber, wie breit der Markt inzwischen geworden ist. Im selben Testfeld standen Fahrzeuge mit sehr unterschiedlichen Preisen, Reichweiten und Karosserieformen – vom kompakten Kia EV2 bis zum großen Lucid Gravity.
Preis pro Kilometer Reichweite sinkt
NAF hat zusätzlich berechnet, welche Modelle beim Verhältnis von Kaufpreis und offizieller Reichweite besonders gut abschneiden. Grundlage sind der Kaufpreis der Fahrzeuge und ihre angegebene WLTP-Reichweite. Im Jahr 2020 kostete der Kilometer Reichweite beim günstigsten Modell im Vergleich noch 876 norwegische Kronen. Beim besten Testfahrzeug im Sommer El Prix 2026 sank dieser Wert auf 707 Kronen pro Kilometer.
Der wichtigste Grund dafür ist laut NAF die gestiegene Reichweite. Seit 2020 habe sich die durchschnittliche Reichweite der getesteten Fahrzeuge um rund 200 Kilometer erhöht. Gleichzeitig sind Batterien größer geworden und die Modellvielfalt hat deutlich zugenommen.
Toyota C-HR+ führt Preiswertung an
Im Preis-Reichweiten-Vergleich lag 2026 der Toyota C-HR+ vorn. Er kommt auf eine WLTP-Reichweite von 607 Kilometern und einen inflationsbereinigten Preis von 429.000 Kronen. Daraus ergibt sich ein Preis von 707 Kronen pro Kilometer Reichweite. Der Dongfeng Vigo folgt mit 340 Kilometern WLTP-Reichweite, 259.900 Kronen Preis und 764 Kronen pro Kilometer.
Dahinter liegen der BYD Atto EVO mit 470 Kilometern WLTP-Reichweite und 828 Kronen pro Kilometer, der Mazda 6e mit 479 Kilometern und 842 Kronen pro Kilometer sowie der Kia EV4 mit 594 Kilometern und 867 Kronen pro Kilometer. Zum Vergleich: 2020 lagen Seat Mii Electric, Skoda Citigo-e iV und Volkswagen e-Up! inflationsbereinigt bei 876 bis 905 Kronen pro Kilometer Reichweite.
Reichweite wird immer günstiger
Nach Einschätzung von NAF ist Reichweite trotz höherer Abgaben günstiger geworden. Seit 2020 sind Elektroautos in Norwegen nicht mehr durchgehend von Kaufsteuer und Mehrwertsteuer befreit. Dennoch bieten die günstigsten Modelle heute mehr Reichweite pro eingesetzter Krone als vor sechs Jahren.
„Trotz der Steuererhöhungen sinkt der Preis pro Kilometer Reichweite“, sagte Nils Sødal. Er geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzt: „Da sich Elektroautos auch international gut verkaufen und die Technologie sich weiterentwickelt, wird der Preis pro Kilometer Reichweite weiter sinken.“
Von Oslo in die norwegischen Berge
Die Route des Sommer El Prix führt von Oslo über die Bundesstraße 4 nach Gjøvik und weiter nördlich auf der E6 nach Hjerkinn. Von dort fahren die Fahrzeuge über Folldal und wenden am Fuße des Venabygdsfjellet bei Enden. Wenn bei der Rückkehr nach Hjerkinn noch ausreichend Energie vorhanden ist, fahren die Autos erneut Richtung Enden.
Der Testtag beginnt am Vulkan-Parkhaus in Oslo. Danach folgen Stopps an Stationen in Gjøvik, Vinstra und Dombås. Fahrzeuge mit besonders großer Reichweite machen nach jeder Runde zwischen Hjerkinn und Enden eine Pause im Basecamp Frichs Hjerkinn. Am Abend treffen alle Autos im Thon Hotel Otta ein.
NAF testet Reichweite und Ladezeiten
Der El Prix wird zweimal jährlich von NAF und Motor durchgeführt. Die Sommerausgabe 2026 umfasst 24 Elektroautos. Am ersten Testtag steht die Reichweite im Mittelpunkt, am darauffolgenden Tag der Ladetest. NAF will damit zeigen, wie die Fahrzeuge im Vergleich zu den offiziellen Angaben bei Reichweite und Ladezeit abschneiden.
„Wir tun dies, damit die Verbraucher einen Eindruck davon bekommen, wie die Autos im Vergleich zu den offiziellen Angaben zu Reichweite und Ladezeit abschneiden“, sagte Sødal. Für den deutschen Markt ist der Test vor allem interessant, weil viele der Modelle auch für Dienstwagenfahrer, Familiennutzer oder Fuhrparks relevant sein können – und weil die Abweichung vom WLTP-Wert im Betrieb oft mehr aussagt als die Reichweitenzahl allein.










