Neue Fahrzeugkonzepte für den Rettungsdienst
Rettungsdienste stehen zunehmend vor der Herausforderung, ihre Ressourcen differenzierter einzusetzen. Nicht jeder medizinische Einsatz ist lebensbedrohlich, erfordert aber dennoch zeitnahe Hilfe. In Bayern wird dafür nun ein neues Fahrzeugkonzept erprobt: das Rettungseinsatzfahrzeug (REF). Ziel ist es, bestehende Strukturen zu entlasten und medizinische Hilfe passgenauer bereitzustellen.
Grundlage des Modellprojekts sind sechs speziell ausgebaute Fahrzeuge auf Basis des Mercedes-Benz Vito Tourer, die Ende Januar in München an Rettungsorganisationen übergeben wurden.

Reduziert auf das Wesentliche: Der Innenausbau des Rettungseinsatzfahrzeugs ist auf schnelle medizinische Hilfe ohne Kliniktransport ausgelegt.
Fokus auf sogenannte „Low-Code“-Einsätze
Hintergrund des Projekts ist ein seit Jahren wachsender Anteil sogenannter „Low-Code“-Einsätze. Dabei ist bereits beim Notruf absehbar, dass keine akute Lebensgefahr besteht, ein Abwarten jedoch ebenfalls nicht möglich ist. Genau für diese Fälle soll das neue Rettungseinsatzfahrzeug zum Einsatz kommen.
Besetzt sind die Fahrzeuge jeweils mit einem Notfallsanitäter. Ein Transport ins Krankenhaus ist in der Regel nicht vorgesehen. Stattdessen steht die medizinische Versorgung vor Ort im Mittelpunkt – etwa bei kleineren Verletzungen, akuten Beschwerden oder Unterstützungsbedarf ohne Notarztindikation.
Modellprojekt mit möglicher Signalwirkung
Das Projekt ist zunächst auf ausgewählte Regionen in Bayern begrenzt. Nach einer Erprobungsphase im Alltag soll bewertet werden, ob sich das Konzept bewährt. Im Erfolgsfall ist eine Ausweitung auf weitere Rettungsdienstbereiche vorgesehen. Bayern nimmt damit bundesweit eine Sonderrolle ein und testet als einziges Bundesland diesen Ansatz in strukturierter Form.
Für Organisationen im Rettungswesen, aber auch für Flottenverantwortliche öffentlicher Einrichtungen, ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie Fahrzeugkonzepte gezielt auf Einsatzprofile zugeschnitten werden können.

Neuer Ansatz im Rettungsdienst: In Bayern gehen erstmals speziell konzipierte Rettungseinsatzfahrzeuge auf Basis des Mercedes-Benz Vito Tourer an den Start.
Der Vito Tourer als technische Basis
Als Basisfahrzeug kommen sechs Mercedes-Benz Vito Tourer mit 140 kW (190 PS) zum Einsatz. Die Fahrzeuge verfügen über Allradantrieb, um auch bei schwierigen Witterungs- oder Straßenverhältnissen einsatzfähig zu bleiben. Zur Serien- und Sonderausstattung zählen unter anderem ein Automatikgetriebe, LED-Lichttechnik sowie diverse Assistenzsysteme wie ein aktiver Brems- und Spurhalteassistent.
Der Ausbau zum Rettungseinsatzfahrzeug erfolgte durch den Aufbauhersteller Ambulanz Mobile. Die Ausstattung orientiert sich an Notarzt-Einsatzfahrzeugen und umfasst medizinische Geräte wie EKG-Monitore, Sauerstoffsysteme und Notfallrucksäcke. Ergänzt wird dies durch Hilfsmittel für Patienten, die nicht selbstständig aufstehen können.







