Dass kleine Elektroautos schon vom Konzept her eher als City-Flitzer denn als Langstreckenläufer ausgelegt sind, dürfte einem Naturgesetz gleichkommen. Die Rechnung ist simpel: kurzer Radstand, kleine Batterie, geringe Reichweite. Wobei Letztere durchaus akzeptable Größenordnungen erreichen kann. Manche der kleinen Stromer schaffen deutlich über 300 Kilometer.
Citroën Ë-C3: Reichweite und Preis im Vergleich
Citroën hat mit seinem Ë-C3 ebenfalls ein elektrisches City-Car im Angebot, das auf gute 300 Kilometer kommt. Preislich geht es allerdings erst bei 21.008 Euro (alle Preise netto) los. Zu viel für viele, die einen möglichst günstigen Einstieg in die Elektromobilität suchen. Dazu zählen zum Beispiel ambulante Pflegedienste, die zuvor auf kleine Dreizylinder-Benziner setzen konnten, wie Hyundai i10, Kia Picanto oder VW Up. Nahezu sämtliche Modelle sind sukzessive vom Markt verschwunden, weil sich deren Herstellung, bedingt durch immer strengere EU-Abgas- und Sicherheitsgesetze, nicht mehr lohnt.
Günstige E-Autos: neue Strategien der Hersteller
Daher ziehen die Autohersteller nun sämtliche Register, um neue E-Modelle zu entwickeln, die preislich für weniger als 16.807 Euro angeboten werden können. Kleinstwagen wie der Dacia Spring, Hyundai Inster oder der Leapmotor T03 sind bereits im Markt. Eine andere Möglichkeit: Die Autobauer specken bestehende, etwas größere Stromer so weit ab, dass diese ebenfalls jene Preisgrenze erreichen.

Die Reichweite der Urban Range-Version gibt Citroën mit bis zu 213 Kilometern an.
Urban Range: weniger Akku, weniger Reichweite
Citroën hat sich zu Letzterem entschlossen und sich dafür den Ë-C3 vorgenommen. Ihn gibt es in der Version Standard Range mit einem 44-kWh-Akku. Weil die Batterie stets das teuerste Bauteil in einem Elektroauto ist, tauschten die Entwickler den großen Energiespeicher gegen einen mit nur 29,3 kWh Kapazität. Citroën nennt diese Variante Urban Range. Mit dem Downsizing sinkt natürlich die Reichweite entsprechend. In diesem Fall von 325 auf 213 Kilometer.
Was aber zumindest für den städtischen Alltag kein Hindernis darstellen sollte. Erst recht nicht, wenn man zu Hause die Möglichkeit hat, seine Wallbox anzuzapfen.

Die Sitzposition könnte zwar bequemer sein, dafür ist das Raumgefühl gut.
Elektroantrieb bleibt unverändert
Was das Fahren angeht, bleibt alles beim Alten. Sowohl der Urban Range als auch der Standard Range mit der großen Batterie haben den gleichen elektrischen Antrieb mit 83 kW/113 PS. Die Leistung reicht für nahezu jede Alltagssituation aus, zumal Elektromotoren ihr Drehmoment praktisch aus dem Stand heraus in voller Höhe zur Verfügung stellen. Das Gefühl, untermotorisiert zu sein, kommt nicht auf. Der Ë-C3 lässt sich locker und souverän durch den Verkehr zirkeln, rollt leise ab, lenkt direkt und verbindlich. Die Sitzposition könnte zwar bequemer sein, dafür ist das Raumgefühl gut. Auch im Fond fühlen sich Erwachsene nicht eingequetscht. Der Polsterkomfort hält sich jedoch in Grenzen. Ganz hinten bleibt noch Platz für 310 Liter an Gepäck. Für größeres Stückgut können die Rücksitzlehnen umgeklappt werden.
Ladetechnik verlangt genaue Planung
Ein paar Nachteile zum Ë-C3 Standard Range erkauft man sich dennoch, hauptsächlich in der Disziplin Ladetechnik. Der Urban Range verfügt serienmäßig lediglich über einen einphasigen On-Board-Lader mit 7,4 kW. Dieser kann in Deutschland – anders als in Frankreich – allerdings nicht voll genutzt werden. Denn hierzulande liegt die maximale Ladeleistung einphasig bei lediglich der Hälfte (3,7 kW). Wer 11,0 kW dreiphasig über die AC-Wallbox oder öffentliche AC-Ladesäule ins Auto schicken möchte, muss 336 Euro zusätzlich investieren, womit der verlockende Einstiegspreis von 16.924 Euro auf 17.261 Euro steigt. Weiteres Manko: Die Wahl des 11-kW-Laders schließt das Kreuzchen beim 420 Euro teuren DC-Schnelllader (30 kW Gleichstrom) aus. Entweder das eine oder das andere. Beides geht nicht.

Sowohl der Urban Range als auch der Standard Range mit der großen Batterie haben den gleichen elektrischen Antrieb mit 83 kW/113 PS.
AC- oder DC-Lader: Das Fahrprofil entscheidet
Für was man sich letztlich entscheidet, hängt hauptsächlich vom Nutzungsprofil ab. Wer öfter längere Strecken unter die Räder nimmt, dem sei der DC-Lader empfohlen. Er muss dann zu Hause allerdings, falls keine Wallbox vorhanden, einphasig mit maximal 2,3 kW laden. Um die Batterie von 20 auf 100 Prozent zu bringen, dauert es so gut zwölf Stunden. Weiß man um dieses Zeitfenster und stellt sein Fahrprofil darauf ein, sollte man mit dem Ë-C3 gut zurechtkommen – auch als Erstfahrzeug im Haushalt.
Citroën Ë-C3 Urban Range – Technische Daten
Fünftüriges, fünfsitziges City-SUV; Länge: 4,02 Meter, Breite: 1,76 Meter (mit Außenspiegeln: 1,81 Meter), Höhe: 1,58 Meter, Radstand: 2,54 Meter, Kofferraumvolumen: 310 Liter
Urban Range: E-Motor mit 83 kW/113 PS, Drehmoment: 125 Nm, 0-100 km/h: 12,0 s, Vmax: 125 km/h, Verbrauch: 17,2 kWh/100 km, Akkugröße: 29,3 kWh, Reichweite: 213 km (WLTP), Ladeleistung: 30 kW (DC), 11 kW (AC), Ladedauer: DC: 20-80 % in 36 Minuten, AC: 20-100 % in zirka 2:40 Std.
Preis: ab 17.261 Euro
Kurzcharakteristik
Warum: praktischer Elektro-Kleinwagen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Warum nicht: unbefriedigende Ladetechnologie
Wann kommt er: ab sofort









