Kleinwagen sind in Europa die meistgefragten Autos. Sie vereinen gute Alltagstauglichkeit mit günstigen Preisen und überschaubaren Betriebskosten. Im Elektro-Segment ist das Angebot trotzdem aktuell noch verblüffend schmal. Immerhin: In Kürze steigt der VW-Konzern in die kleine Stromerklasse ein, der ID.Polo soll das Erfolgsrezept seines Verbrenner-Pendants in die E-Auto-Zeit übertragen. Allerdings fällt der Fünftürer mit 28.571 Euro (alle Preise netto) für 455 Kilometer Reichweite zunächst recht teuer aus. Die günstigen Varianten ab 21.008 Euro folgen erst im Lauf des Jahres. Grund genug, auf die gängigen Alternativen zu schauen.
Renault 5 setzt auf Retro und Technik
Auch wenn er sein historisches Vorbild ungewöhnlich konsequent zitiert – Renaults elektrischer Fünfer ist kein reines Nostalgie-Modell, sondern ein zeitgemäßes Stadt- und Alltagsauto mit digitalem Zuschnitt. Positiv fallen neben Styling und wertigem Ambiente das agile Fahrverhalten, das moderne Infotainmentsystem mit Google-Diensten und die für den Alltag angemessene Motorisierung und Batteriegröße auf. Kunden haben die Wahl zwischen zwei Batterien. Mit dem größeren Akku sind bis zu 400 beziehungsweise 405 Kilometer Fahrt möglich. Die Reisetauglichkeit leidet allerdings unter der mauen Schnellladeleistung von maximal 100 kW. Schwächen zeigt der Renault außerdem bei den Platzverhältnissen im Fond, der für Erwachsene eher knapp ausfällt. Der Kofferraum ist mit 255 Litern für die Klasse dagegen ordentlich. Die Preise starten bei 23.529 Euro. Wie heute üblich hat der R5 verschiedene Schwestermodelle: den Nissan Micra als vor allem optische Alternative sowie den Alpine A290 als sportlichen Ableger und den R4 als Crossover-Cousin.
Opel Corsa Electric bleibt nah am Verbrenner
Die Rüsselsheimer legen Wert auf Technik-Flexibilität und nutzen für ihren Kleinwagen keine spezielle E-Auto-Plattform, sondern die gleiche Architektur wie beim Verbrenner. Die Umstellung fällt daher besonders leicht: Karosserie-Design, Fahrwerkscharakter, Bedienung und Inneneinrichtung entsprechen den konventionellen Modellen. Das gilt allerdings auch in negativer Hinsicht – das Platzangebot profitiert nicht vom geringeren Bauraumbedarf der E-Technik. Und auch bei der Materialqualität im Interieur bleibt weiterhin Luft nach oben. Angeboten werden eine Version mit 100 kW/136 PS sowie die Long-Range-Variante mit 115 kW/156 PS. Letztere soll 429 Kilometer weit kommen. Geladen wird mit bis zu 11 kW und mäßigen 100 kW DC. Der Kofferraum fasst 267 Liter. Preislich startet der Corsa Electric bei 30.000 Euro. Attraktive Variante für Fahrdynamiker: das 280 PS starke GSE-Modell, das 2027 erwartet wird. Auch in diesem Fall bietet der Konzern eine Alternative in Form des technisch identischen Peugeot e-208.
Citroën ë-C3 bleibt einer der günstigsten Stromer
Der kleine Citroen war beim Start ein echter Preisbrecher – und zählt heute immer noch zu den günstigsten E-Modellen auf dem Markt. Käufer müssen also gewisse Kompromisse bei Materialauswahl und Ausstattung hinnehmen, bekommen ab 16.807 Euro aber dafür einen geräumigen Fünfsitzer im durchaus ansehnlichen Karosseriekleid mit leichten Crossover-Anleihen. Technisch setzt der kleine Franzose auf die günstigen, aber robusten LFP-Batterien. Während die kleinere erstere den e-C3 faktisch zum reinen Kurzstreckenauto (212 Kilometer Reichweite) macht, erlaubt der größere Akku auch etwas längere Pendeltouren von nominell bis zu 325 Kilometern. Die Fahrleistungen sind in beiden Fällen eher bescheiden, maximal sind 135 km/h möglich. Positiv zu erwähnen ist der hohe Fahrkomfort, der trotz des kurzen Radstands überzeugt, ebenso das für die Klasse gute Raumangebot im Fond. Der Kofferraum fasst ordentliche 310 Liter. Auf gleicher technischer Basis ist zudem das Schwestermodell Fiat Grande Panda zu haben, das sich vor allem optisch unterscheidet. Zudem gibt es die SUV-Ableger Citroen e-C3 Aircross und Opel Frontera Electric, die dank 30 Zentimeter mehr Länge vor allem mehr Kofferraumvolumen bieten.
Mini Cooper E punktet mit Fahrspaß und Image
Der elektrische Mini bleibt der Exot unter den kleinen Stromern. Anders als preisorientierte Wettbewerber verkauft er sich vor allem über Stil, Marke und Fahrgefühl. Angeboten werden zwei Batteriegrößen, die bis zu 402 Normkilometer ermöglichen. Beim Laden unterbietet Mini die mäßige Leistung der meisten Wettbewerber noch einmal, kommt je nach Batterie auf 75 oder 95 kW. Hinzu kommt ein kleiner Kofferraum von 210 Litern. Die Stärken des Dreitürers liegen aber eh nicht in der Praxis, sondern bei Image und Fahrspaß. Wie die Verbrenner der Marke fährt auch der Stromer sehr agil und dynamisch. Auch optisch sind die Unterschiede gering – was Fans des eigenständigen Auftritts und des originellen Interieurs der Marke freuen dürfte. Preislich startet der Cooper Electric bei 23.109 Euro.

Der Mini fährt elektrisch.
Kia EV2 überzeugt mit Reichweite und Platzangebot
Der SUV-artig geschnittene Koreaner will vor allem über Raumangebot und Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Mit 4,06 Metern Länge bleibt der Kia klar im Kleinwagensegment, wirkt dank kastenförmiger Karosserie und erhöhter Bauweise aber größer als er ist. Angeboten werden zwei Batteriegrößen mit 42 und für diese Klasse recht üppigen 61 kWh. Entsprechend groß ist die Normreichweite von bis zu 452 Kilometern, die auch längere Touren über die Stadtgrenze hinaus erlaubt. Hinzu kommt eine starke Ladeleistung von bis zu 22 kW an der Normalsäule und bis zu 118 kW am Schnelllader. Dort soll der Sprung von 10 auf 80 Prozent in rund einer halben Stunde gelingen. Positiv fallen außerdem das luftige Raumgefühl, die flexible Rückbank und der große Kofferraum mit seinen rund 400 Litern auf. Preislich startet der EV2 bei 22.353 Euro, die große Batterie kostet ab 28.151 Euro.











