Fiat 600 Benziner im Test: Lohnt sich der Hybrid?

Fahrbericht Fiat 600 mit 100-PS-Benziner
Warum der günstige Einstieg überzeugt

Der Fiat 600 Benziner startet deutlich günstiger als die Hybridversionen und bietet dennoch viel Platz und Ausstattung. Doch Verbrauch und Temperament zeigen, wo der Preisvorteil erkauft wird.

Blauer Fiat 600 Benziner in Front-Schrägansicht vor einem Gebäude mit Arkaden.
Foto: Fiat

Günstiger Einstieg – aber lohnt sich der Verzicht auf Hybrid?

Warum greift man 2026 beim Neuwagenkauf noch immer zu einem reinen Benziner – wenn es auch andere erschwingliche Möglichkeiten gibt? Im Falle des Fiat 600 kann dahinter eigentlich nur der Blick in die Preisliste stecken. Und ein strikt limitiertes Budget. Denn der Einstieg in die jüngste Variante des fünfsitzigen Kleinwagen-Crossovers mit dem im Stellantis-Konzern bestens bekannten 1,2-Liter-Dreizylinder mit 74 kW/100 PS liegt bei 20.580 Euro (alle Preise netto). Für die Hybridversionen mit 81 kW/110 PS und 107 kW/145 PS sind immerhin 1.261 und 2.101 Euro mehr fällig. Und bei der Ausstattung gibt es keine Unterschiede. So hat die Basis namens Pop etwa Voll-LED-Scheinwerfer und LED-Heckleuchten, eine im Verhältnis 40:60 umklappbare Rücksitzbank, ein Infotainmentsystem samt Radio und 10,25-Zoll-Display mit Apple CarPlay und Android Auto an Bord. Dazu beispielsweise Parksensoren hinten, eine Klimaautomatik, den Tempomat, einen Spurhalte- und einen Aufmerksamkeits-Assistenten. Damit kann man schon ganz gut zurechtkommen.

Cockpit des Fiat 600 Benziner mit Digitalinstrumenten, Infotainment-Display und Schaltgetriebe.
Fiat

Das Armaturenbrett bietet neben dem Bildschirm auch analoge Tasten.

Fiat 600 bietet bis zu 1.256 Liter Stauraum

Mit 4,18 Metern ist der 600er rund einen halben Meter länger als der putzigere, aber tendenziell unpraktische Fiat 500. In Kombination mit dem Radstand von 2,56 Metern ergibt sich ein sehr ordentliches Platzangebot für vier Personen, sogar im Fond geht es nach Passieren des eher knapp bemessenen Türausschnitts zumindest nach oben recht luftig zu. Und beim Gepäck müssen die 600-Nutzenden auch nicht knapsen: Mit einem Volumen von 385 bis 1.256 Litern kommt man auch als Familie mit reichlich Transportbedarf noch zurecht. Im Alltag hilft auch die vergleichsweise einfache und nach kurzer Gewöhnung nachvollziehbare Bedienung.

Reichen 100 PS im Fiat 600 aus?

Der Dreizylinder verrichtet seine Arbeit grundsätzlich zur allgemeinen Zufriedenheit. Streifen in den Asphalt fräsen kann man damit auch beim noch so forcierten Start nicht, das ist klar. Schließlich stehen die angesichts der Leistungs-Inflation durch ganz normale E-Autos fast schon nostalgisch wirkenden 100 Pferdestärken einem Leergewicht von knapp 1,2 Tonnen gegenüber. Sprich: Es geht dezent knurrend voran, aber nicht sehr dynamisch. Die 100er-Marke ist bei eifriger Nutzung des manuellen Sechsgang-Getriebes nach 10,6 Sekunden erreicht. Bei 184 km/h ist Schluss. Klarer Befund: Eigentlich für den Alltag völlig ausreichend.

Innenraum des Fiat 600 Benziner mit Vordersitzen und Mittelkonsole.
Fiat

Die Sitze bieten ordentlichen Komfort, vorne wie hinten gibt es reichlich Kopffreiheit.

Hybrid spart rund 168 Euro je 10.000 Kilometer

Bei unserer Testfahrt zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 6,9 Liter Benzin je 100 Kilometer an. Der WLTP-Normwert liegt mit 5,7 Litern einen knappen Liter über dem der beiden Hybridversionen. Die können vor allem in der Stadt mit einem Verbrauch von zum Teil unter 4 Litern punkten. Anders ausgedrückt: Wer viel in der City unterwegs ist, spart den Aufpreis für die Hybridtechnik Meter für Meter wieder rein – um die 168 Euro niedrigere Spritkosten pro 10.000 Kilometer sind dann locker drin. Da wird die Kauf-Entscheidung zum Rechen-Exempel.

Am Fahrgefühl kann es nicht liegen, zu welchem Antrieb man letztlich greift. Denn das ist zumindest bei den Versionen mit Verbrenner, ob mit oder ohne Hybrid-Unterstützung, weitestgehend identisch. Und durchaus angenehm. Der 600 kommt bei Bedarf dezent untersteuernd gut um die Ecke, das ESP bereinigt frühzeitig jegliche potenzielle Instabilität. Die Lenkung ist auf den Stadtverkehr ausgelegt, sie ist eher leichtgängig und ein bisschen gefühllos – aber man gewöhnt sich dran.

Blauer Fiat 600 Benziner in Heck-Schrägansicht während der Fahrt auf einer Straße.
Fiat

Der 600er hat einen deutlich höheren Nutzwert als der putzige Cinquecento.

Das Fazit: Preisvorteil mit klarer Zielgruppe

Der Fiat 600 Benziner bietet gute Platzverhältnisse, ordentlichen Fahrkomfort und eine gute Ausstattung. Sein Antrieb setzt keine Maßstäbe, dürfte aber für viele Nutzungsszenarien völlig ausreichen. Und der Preis? Der Einstieg ist mit 20.580 Euro durchaus akzeptabel. Wer sich etwas mehr Ausstattung und Luxus leisten will, wird etwa beim zum Marktstart aufgelegten Sondermodell Street mit schwarzem Dach, weißer Karosserie und 18-Zoll-Leichtmetallrädern fündig. Allerdings erst zu Preisen ab 23.941 Euro.

Fiat 600 Benziner – Technische Daten

Fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen-Crossover; Länge: 4,18 Meter, Breite: 1,78 Meter (mit Außenspiegeln: 1,98 Meter), Höhe: 1,53 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: 385 - 1.256 Liter3-Zylinder-Benziner, 74 kW/100 PS, maximales Drehmoment: 205 Newtonmeter, 0 - 100 km/h: 10,6 s, Vmax: 184 km/h, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 5,7 l/100 Kilometer, Preis: ab 20.580 Euro.

Fiat 600 Benziner – Kurzcharakteristik

Warum: ordentliches Platzangebot, gute Ausstattung

Warum nicht: höherer Verbrauch gegenüber Hybridversion

Was sonst: VW T-Cross, Opel Mokka, Kia Stonic, Citroën C3 Aircross . . .

Wann er kommt: bereits im Handel