Neuer China-SUV greift im C-Segment an
Wer bislang nach einem günstigen und geräumigen SUV suchte, landete fast unweigerlich bei Dacia. Doch der erfolgreiche Auto-Discounter bekommt nun selbstbewussten Gegenwind aus Fernost. Die zum chinesischen Autokonzern Great Wall Motors (GWM) gehörende Marke Haval schickt den Jolion Pro ins Rennen. Dass es sich bei dem Neuling um keine kurzlebige Eintagsfliege handelt, garantiert ein starker Partner im Hintergrund: Den Vertrieb übernimmt mit der O! Automobile GmbH ein Unternehmen, das zur renommierten Emil-Frey-Gruppe gehört. Der schweizerische Branchen-Player vertritt hierzulande unter anderem bereits die Marke Mitsubishi.
Attraktiver Preis und etablierter Vertriebspartner
Mit einem Basispreis von 21.000 Euro (alle Preise netto) positioniert sich der 4,47 Meter lange Jolion Pro als echte Kampfansage im C-Segment. Zum Marktstart versüßt der Importeur diesen ohnehin preisgünstigen Tarif für Frühbucher noch mit einem Bonus von 1.849 Euro.

Optisch verzichtet das SUV auf futuristische Spielereien oder ein überzeichnetes Raumschiff-Design.
Klassisches Design statt futuristischer Experimente
Optisch verzichtet das SUV auf futuristische Spielereien oder ein überzeichnetes Raumschiff-Design. Der Jolion Pro präsentiert sich stattdessen mit einem klassischen Kühlergrill, freundlich dreinblickenden LED-Scheinwerfern und robust wirkenden Kunststoff-Beplankungen. Letztere unterstreichen nicht nur die SUV-Optik, sondern erweisen sich im städtischen Alltag auch als praktischer Schutz vor teuren Parkplatzremplern.
Innenraum überzeugt mit Bedienkomfort und Ausstattung
Im Innenraum setzt sich der pragmatische Ansatz fort. Natürlich blicken Fahrer auf digitale Instrumente, die ein Sieben-Zoll-Display darstellt. Das Infotainment läuft über einen großzügigen zentralen Bildschirm mit einer Diagonalen von 10,25 Zoll. Doch die Entwickler haben den Wert von echten Tasten nicht vergessen: Klimaanlage, Außenspiegel und die Funktionen auf dem Lenkrad lassen sich blind über physische Schalter und Knöpfe bedienen – ein echter Pluspunkt bei der Ergonomie. Im direkten Sicht- und Griffbereich überrascht der Asiate zudem mit einer vornehmen Materialauswahl, weich unterschäumten Flächen und schicken Dekor-Elementen. Lediglich in den unteren Regionen der Kabine verrät hartes Plastik den Rotstift der Controller, das dort aber auch bei europäischen Herstellern dominiert.

Der Fahrer blickt auf digitale Instrumente, die ein Sieben-Zoll-Display darstellt.
Viel Serienausstattung für Familien und Alltag
In puncto Serienausstattung lässt der Fünfsitzer, der einen für Familien ausreichend dimensionierten Kofferraum von 381 bis 952 Litern bietet, kaum Wünsche offen. Schon das Basismodell fährt mit kabelloser Smartphone-Integration via Apple CarPlay, Sitzheizung, Klimaautomatik, einem elektrisch einstellbaren Fahrersitz, und einem elektrischen Glasdach vor. In der Topversion kommen dann noch Features wie ein Spurwechselassistent, induktive Mobilfunk-Ladefunktion oder klimatisierte Polster auf der Fahrerseite hinzu.
Benziner statt Elektro: Haval setzt auf Konvention
Unter der Haube schwimmt Haval gegen den Strom der Elektrifizierung. Für den Vortrieb sorgt ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Turbobenziner. Dieser leistet respektable 130 kW/177 PS und ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern. Die Kraftübertragung an die Vorderräder übernimmt ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Mit einem Basispreis von 24.990 Euro positioniert sich der 4,47 Meter lange Jolion Pro als echte Kampfansage im C-Segment.
Fahrverhalten mit kleinen Schwächen
In der Praxis erfüllt der konventionelle Antrieb seinen Zweck ordentlich, auch wenn kultiviertere Motoren und feinfühliger abgestimmte Getriebe auf dem Markt existieren. Insbesondere die Reaktionszeit beim Beschleunigen aus dem Stand lahmt und führt anfänglich dazu, dass das Fahrpedal zu weit gedrückt wird – was dann rasch zu kurz durchdrehenden Vorderrädern führt. Dennoch ist der Jolion Pro flott genug unterwegs: Der Spurt auf Landstraßentempo ist nach 7,9 Sekunden erledigt, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beachtlichen 190 km/h. Während das Fahrwerk recht straff abgestimmt ist, verrät die gefühllose Lenkung wenig über den Straßenzustand.
Fazit: Viel SUV fürs Geld
Letztlich zielt der Haval Jolion Pro aber sicher nicht auf Premium-Käufer, sondern auf preissensible Kunden. Er bietet im Vergleich zu Modellen wie dem Dacia Duster für einen moderaten Aufpreis nicht nur das größere Auto und den stärkeren Motor, sondern auch die deutlich üppigere Ausstattung. Für all jene, die viel Auto für wenig Geld suchen, ist der Haval Jolion Pro eine hochinteressante Alternative. Den Vertrauensvorschuss in seine neue Marke belohnt GWM immerhin mit fünf Jahren Fahrzeuggarantie – und verzichtet dabei auf eine Kilometerbegrenzung.
GWM Haval Jolion Pro – Technische Daten
Fünftüriges, fünfsitziges SUV der Kompaktklasse (C-Segment); Länge: 4,47 Meter, Breite: 1,90 Meter (mit Außenspiegeln: 2,11 Meter), Höhe: 1,63 Meter, Radstand: 2,70 Meter, Kofferraumvolumen: 381 – 952 Liter
1,5-Liter-Turbobenziner: 130 kW/177 PS, maximales Drehmoment: 270 Nm; Frontantrieb, Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (7-Gang-DCT), 0-100 km/h: 7,9 s, Vmax: 190 km/h, Normverbrauch: 7,4 l/100 km; CO2-Ausstoß: 167 g/km,Preis: ab 21.000 Euro
Kurzcharakteristik
Warum: Sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, umfangreiche Serienausstattung, fünf Jahre Garantie
Warum nicht: Sterile Lenkung, blasses Markenimage
Wann kommt er: ab sofort









