Kia EV2: Günstiger Elektro-SUV im Check

Fahrbericht kompakter Elektro-SUV von Kia
EV2 startet günstig in die E-Mobilität

Mit dem EV2 erweitert Kia sein Elektro-Portfolio um ein erschwingliches Einstiegsmodell. Zwei Batterieoptionen, moderne Assistenzsysteme und flexible Sitzlösungen sollen vor allem Flottenkunden überzeugen.

Kia EV2 in Frontansicht bei Fahrt durch eine Kurve auf Landstraße
Foto: Kia

Auch Kia setzt nun auf eine erschwinglichere Elektrifizierung des Automobils. Mit dem EV2 kommt jetzt das Einstiegs-SUV der Marke in den Handel, zu Preisen ab knapp 26.900 Euro (alle Preise netto). Auf die günstigere, allerdings auch recht spartanisch ausgestattete Basisversion für 22.353 Euro müssen Interessenten allerdings noch bis zum Herbst warten.

Ausstattung und Plattform des EV2

Die teurere Version "Earth" ist dagegen gut bestückt, viele Features haben die Entwickler aus den größeren Modellen übernommen. Unter anderem bietet der EV2 diverse Assistenten für Komfort und Sicherheit, die schon aus EV3 und Co. bekannt sind. Das ist kein Wunder, basiert der EV2 doch auf der gleichen Basis "E-GMP" (Electric Global Modular Platform), deren 400-Volt-Version hier zum Einsatz kommt.

Seitenansicht eines kompakten elektrischen SUV Kia EV2 auf Landstraße
Kia

Für den Antrieb des 4,06 Meter langen E-SUV stehen zwei Lithium-Ionen-Batterien zur Wahl.

Reichweite und Batterievarianten

Für den Antrieb des 4,06 Meter langen E-SUV stehen zwei Lithium-Ionen-Batterien zur Wahl. Der 42,2-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Akku bietet eine Reichweite von 317 Kilometern. Die ab Juli verfügbare Die Langstreckenversion erhält eine 61,0-kWh-Nickel-Mangan-Cobalt-Batterie (NMC) und kommt auf 453 Kilometer.

Ladeleistung und Antrieb im Überblick

Beide Varianten laden am Schnellader mit 118 kW und benötigen rund 30 Minuten, um den Akku von 10 auf 80 Prozent zu bringen. Bemerkenswert, dass der gleiche Motor mit dem kleineren Akku stärker ist (108 kW/146 PS) als mit dem größeren (99,5 kW/135 PS). Im Alltagsbetrieb macht sich dieser Unterschied allerdings nicht bemerkbar, die nominellen Fahrleistungen sind gleich. Mit an Bord hat der EV2 einen Wechselrichter, der auch an einer Standardsäule mit 22 kW erlaubt.

Design und Innenraum des Kia EV2

Das äußere Erscheinungsbild des Einstiegs-SUV ist kräftig-robust und schnörkellos. Die Kia-Designer haben an der Front die senkrechten Linien neben den serienmäßigen LED-Scheinwerfern weit nach außen gesetzt und stark betont, Front und Seitenlinien folgen strengen geometrischen Formen. Das Heck ist eine große, bis auf die Heckscheibe geschlossene Fläche ohne Schnickschnack - sachlich und funktional.

Cockpit des Kia EV2 mit digitalem Kombiinstrument und Infotainment-Display
Kia

Im Cockpit sind sehr gut auflösende Displays verbaut, die klar und zuverlässig die Aggregatzustände des Autos abbilden.

Diese Anmutung setzt sich im Innenraum fort, es dominieren harte und weiche Kunststoffe, die sich auch so anfühlen. Das Gestühl ist bequem, mit praktischen und farbenfrohen Bezügen. Im Cockpit sind sehr gut auflösende Displays verbaut, die klar und zuverlässig die Aggregatzustände des Autos abbilden. Je nach Ausstattungsversion gibt es alles von Handy- bis Festplattennavigation, von bis App-Integration bis Rückfahrkamera. Besonders beeindruckend ertönt ein eigens für Kia entwickeltes Harman-Kardon-Soundsystem.

Flexibles Raumkonzept im B-SUV

Wir fuhren den EV2 mit der kleinen Batterie Vier- und als Fünfsitzer. Denn Kia spendiert dem B-SUV wahlweise eine durchgehende, starre Rückbank mit Mittelplatz, bei der nur die Lehnen umgeklappt werden können, oder – gegen 300 Euro Aufpreis – eine längsverschiebbare Bank mit zwei Einzelsitzen. Je nach Wahl gibt es mehr oder weniger Stauraum und Komfort.

Kia EV2 in Heckansicht während der Fahrt auf kurviger Landstraße
Kia

Die Preise starten bei knapp 26.900 Euro netto.

Fahrverhalten und Verbrauch des Kia EV2

Bei normaler Fahrweise fällt auf, dass der WLTP-Verbrauchswert doch in allzu weite Ferne rückt. Schon nach knapp 250 Kilometern war beim Testwagen der "Bitte dringend Aufladen"-Alarm zu hören. Der Motor hat zumindest mit dem gut 1,6 Tonnen schweren Auto keinerlei Mühe, lediglich das Fahrwerk könnte etwas straffer ausgeführt sein. Wie die Lenkung macht es einen insgesamt etwas indifferenten Eindruck.

Wie üblich gibt Kia auf das Fahrzeug sieben und auf die Batterie acht Jahre Garantie. Das und einige weitere Argumente sprechen für den kleinen Stromer der Hyundai-Tochter, der - wie der größere EV4 – im slowakischen Zilina gebaut wird.

Kia EV2 – Technische Daten

Fünftüriges, vier-/fünfsitziges SUV der Kleinwagen-Klasse; Länge: 4,06 Meter, Breite: 1,80 Meter, Höhe: 1,57 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: Viersitzer: 403-1.201 Liter, Fünfsitzer: 362-1.160 Liter, Frunk: 15 Liter

E-Motor mit 108 kW/146 PS, Drehmoment: 250 Nm/4000 U/min, 0-100 km/h: 8,7 s, Vmax: 161 km/h, Verbrauch: 15,1-15,5 kW/h/100 km, Akkugröße: 42,2 kWh, Reichweite: 317 km (WLTP), Ladeleistung: 118 kW (DC), 22 kW (AC), Ladedauer: DC: 10-80 % in 29 Minuten, AC (22 kW): 10-100% in 2:35 Std.

Preis: 31.286/31.538 Euro (Vier-/Fünfsitzer)

Kurzcharakteristik

Warum: solide gemacht, modernes Design, relativ günstiger Preis, lange Garantien

Warum nicht: im Interieur teilweise schlichte Anmutung, Fahrwerk zu weich, Lenkung indifferent

Was sonst: Skoda Epiq, Citroen e-C3

Wann kommt er: jetzt