Edles Blech in Form eines Maybachs transportiert keine Menschen, sondern bewegt gesellschaftlichen Status. Ganz besonders der Maybach GLS. Seit seiner Premiere 2019 hatte das Oberhaupt aller Mercedes-SUVs nie einen anderen Auftrag. Wer in Shanghai, Dubai, Miami oder Monaco etwas auf sich hält, ist längst in einen Hochsitz wie den Maybach GLS aufgestiegen. Möglichst groß, möglichst exklusiv und möglichst weit entfernt von falsch verstandenem Understatement.
40 Prozent der Teile sollen neu sein
Mit einem umfangreichen Facelift will Mercedes genau diesen Anspruch nun weiter ausbauen. Die Modellpflege fällt üppiger aus, als es der erste Blick vermuten lässt. Während die Grundform des über fünf Meter langen Flaggschiffes unverändert bleibt, haben die Entwickler nach eigenen Angaben nahezu alle Bereiche des Fahrzeugs verfeinert. Das Update soll 40 Prozent aller Teile betreffen. Änderungen an Design, Komfort, Digitalisierung, Akustik und Antrieb sollen den GLS demnach noch stärker als eigenständigen Maybach positionieren.

Die Modellpflege fällt üppiger aus, als es der erste Blick vermuten lässt.
Leuchtende Details setzen neue Akzente
Bereits die Front macht deutlich, dass Bescheidenheit nie im Lastenheft stand. Wie die Maybach-S-Klasse erhält auch der neu gestaltete Kühlergrill des GLS eine beleuchtete Kontur und trägt erstmals einen dezent illuminierten Maybach-Schriftzug. In einigen Märkten darf künftig sogar der klassische Mercedes-Stern auf der Motorhaube leuchten. Ein Statement, das zusammen mit roségoldenen Akzenten in den neuen Digital-Light-Scheinwerfern vor dem Ritz in Paris ebenso funktionieren dürfte wie beim White Turf auf dem zugefrorenen St. Moritzsee.
Trittbretter fahren in unter einer Sekunde aus
Auch am Heck wurde nachgeschärft. Neue Rückleuchten mit dreidimensionalen Sternmotiven und eine neugestaltete Heckpartie lassen den GLS breiter und noch extrovertierter wirken. Ergänzt wird der Auftritt durch neue Lackierungen wie Dark Petrol oder exklusive Zweifarbenkombinationen. Individualisierung gehört inzwischen zu den wichtigsten Luxusgütern überhaupt und erhöht auch bei Maybach zuverlässig den Deckungsbeitrag. Sehr beliebt sind unter anderem die Ramboards für den bequemeren Einstieg – elektrische Trittbretter, die in unter einer Sekunde ausfahren, begleitet von einem LED-Lichtband. Zusätzlich wird das Maybach-Logo auf den Boden projiziert.

Neue Rückleuchten mit dreidimensionalen Sternmotiven und eine neugestaltete Heckpartie lassen den GLS breiter und noch extrovertierter wirken.
Im Manufaktur-Programm gibt es nichts, was es nicht gibt. Kein Maybach-Kunde bestellt sein Fahrzeug von der Stange, jeder Maybach ist also quasi ein Einzelstück. Entsprechend wächst das Angebot an exklusiven Farben, Lederkombinationen und handwerklichen Details weiter. Besonders stolz ist Mercedes unter anderem auf die aufwendigen Dachhimmel, die in Sindelfingen von jeweils einer einzigen Fachkraft komplett von Hand gefertigt werden. Bis zu 20 einzelne Ledersegmente werden dabei zu einem nahtlosen Kunstwerk zusammengesetzt.
Selbst der Radstern bleibt immer aufrecht
Ein weiteres Beispiel für die Detailversessenheit liefern die neuen 23-Zoll-Schmiederäder. Ihr zentraler Mercedes-Stern bleibt selbst während der Fahrt permanent aufrecht stehen. Möglich macht das ein Kugellagermechanismus, der den Stern ähnlich wie eine Kompassnadel stets in Position hält. Das hat zwar null praktischen Nutzen, aber maximalen Symbolwert.

Im Innenraum verfolgt Mercedes-Maybach konsequent das Ziel, den GLS als privaten Rückzugsort zu inszenieren.
Digitale Technik zieht auf Luxusniveau ein
Im Innenraum verfolgt Mercedes-Maybach konsequent das Ziel, den GLS als privaten Rückzugsort zu inszenieren. Neue Lederfarben, offenporiges Walnussholz im Fischgrätmuster und exklusives Metall-Mischgewebe sollen die Atmosphäre weiter veredeln. Das Cockpit wird dabei vom neuen MBUX-Superscreen dominiert. Drei Bildschirme verschmelzen unter einer gemeinsamen Glasfläche zu einer digitalen Landschaft, die speziell für Maybach mit roségoldenen Grafiken und eigenen Darstellungen gestaltet wurde. Passend dazu hält die neue Generation der Mercedes-Softwarearchitektur MB.OS Einzug. Das Betriebssystem bildet künftig das digitale Rückgrat des Fahrzeugs und ermöglicht regelmäßige Updates over the air. Ein neuer virtueller Butler nutzt Technologien von Microsoft, Google und OpenAI und soll deutlich natürlichere Dialoge ermöglichen als bisherige Sprachassistenten.
Wadenmassage und Frischluft alle 90 Sekunden
Im Fond zeigt sich besonders, wohin die Luxus-Reise geht. Die beiden Executive-Sitze verfügen künftig auch über eine Wadenmassage. Zwischen den Sitzen befindet sich weiterhin das Kühlfach für zwei Champagnerflaschen. Die passende Atmosphäre liefert ein nochmals verbessertes Burmester-3D-Soundsystem mit 17 Lautsprechern und Dolby Atmos. Überhaupt wird das Thema Wohlbefinden konsequent ausgebaut. Ein neuer Innenraumluftfilter erneuert die Luft etwa alle 90 Sekunden und filtert selbst kleinste Partikel heraus. Zusätzliche Dämmmaterialien reduzieren Wind-, Motor- und Abrollgeräusche weiter. Das Ziel ist klar definiert: maximale Ruhe.
Assistenzsysteme erhalten deutlich mehr Rechenleistung
Auch die Fahrassistenzsysteme werden leistungsfähiger. Ein wassergekühlter Hochleistungsrechner verarbeitet ab sofort die Daten zahlreicher Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren. Perspektivisch ermöglicht dies sogar ein assistiertes Fahren im dichten Stadtverkehr.

Im Fond zeigt sich besonders, wohin die Luxus-Reise geht.
612 PS und Technik aus der Formel 1
Unter der Haube sitzt die neueste Ausbaustufe des bekannten Vierliter-V8-Biturbomotors. Unterstützt von einem 48-Volt-Mildhybridsystem leistet das Aggregat 450 kW/612 PS sowie zusätzliche 17 kW elektrischen Boost. Das maximale Drehmoment beträgt 850 Newtonmeter und erreicht damit Regionen, die bislang Zwölfzylindermotoren vorbehalten waren. Der verfeinerte V8 soll kultivierter, spontaner und gleichzeitig effizienter arbeiten. Zwei zusätzliche Flat-Lane-Ausgleichswellen – übernommen aus der Formel 1 – reduzieren Vibrationen weiter. Unterstützt wird dies durch das speziell abgestimmte Fahrprogramm, das den Schwerpunkt konsequent auf maximalen Komfort legt.
Fahrwerk gleicht selbst feinste Unebenheiten aus
Zusammen mit der neuen Luftfederung und dem optionalen aktiven Fahrwerk bündelt Maybach ein Fahrwerkspaket, das Straßenunebenheiten möglichst vollständig von den Insassen fernhalten soll. Das System analysiert Fahrsituationen bis zu tausendmal pro Sekunde und kann Wank-, Nick- und Hubbewegungen aktiv reduzieren. Im sogenannten Curve-Modus neigt sich das Fahrzeug sogar leicht in Kurven, um Seitenkräfte für die Passagiere zu minimieren.
Der Nettopreis startet bei rund 201.680 Euro
Am Ende steht ein luxuriöser Mikrokosmos auf Rädern, der bei einem Freundschaftspreis von etwa 201.680 Euro netto starten soll und nach oben kaum Grenzen kennt. Ein Fahrzeug für Kunden, die sich längst alles leisten können und dem der Maybach GLS ohne falsche Bescheidenheit vermittelt: hier bin ich zuhause!
Mercedes Maybach GLS 680 – Technische Daten
Viertüriger SUV der Luxusklasse mit Mildhybrid und Allradantrieb; Länge: 5,21 Meter, Breite: 2.03 Meter, Höhe: 1.83 Meter, Radstand: 3.135 Meter, Kofferraumvolumen: 520 Liter, Leergewicht 2.810 kg,
4,0-Liter-Achtzylinder-Benziner, 17 kW-Startergenerator, Leistung 450 kW/612 PS, maximales Drehmoment 850 Nm, 0-100 km/h: 4,5 s Vmax: 250 km/h, Energieverbrauch (kombiniert): 13,4 – 13,7 l/100 km, CO2-Ausstoß (kombiniert) 304 - 312 g/km.
Preis: ab ca. 201.680 Euro netto







