Im Portfolio von Mercedes ist das SUV GLA derzeit das meistverkaufte Kompaktmodell. Nicht ohne Grund: Außenmaße, Package, Variabilität und effiziente Antriebe bilden ein attraktives Gesamtpaket. Seit gut sechs Jahren ist der GLA in zweiter Generation auf der Straße.
Erst elektrisch, später als Mildhybrid
Zeit also für eine Neuauflage. Vom bisherigen Antriebskonzept allerdings verabschieden sich die Stuttgarter. Dies zeigte im vorigen Jahr bereits die CLA-Limousine. Gleiches gilt für ein Shooting-Brake sowie das Familien-SUV GLB. Alle drei Modelle basieren auf der neu entwickelten 800-Volt-MMA (Mercedes Modular Architecture) und ordnen sich der sogenannten „Electric-First“-Strategie unter. Heißt: Zunächst ist nur die Elektrik-Variante zu haben, dann, je nach Marktlage und Nachfrage, kann der Kunde das Modell auch als Mildhybrid-Benziner bekommen. Ein Diesel wird nicht mehr angeboten.

Insgesamt wirkt der neue GLA durch seine niedrigere Silhouette, dem längeren Radstand und den kürzeren Überhängen im Vergleich zum Vorgänger sportlicher geschnitten.
Bestellstart und Preis stehen fest
Den gleichen Prozess durchläuft jetzt der GLA, der zum Ende des Jahres beim Händler sein wird. Bestellt werden kann ab sofort. Die Preise beginnen bei 48.840 Euro (alle Preise netto). Der neue GLA bildet den Einstieg in die SUV-Welt von Mercedes-Benz. Seine Länge wuchs gegenüber dem Vorgänger um 15 Zentimeter auf 4,57 Meter. Damit überragt er seine beiden Hauptkonkurrenten BMW iX1 und Mini Countryman leicht.
Auffälligstes äußeres Merkmal ist einmal mehr die markante Front mit dem, wie Mercedes ihn nennt, „ikonischen“ Grill. Er ziert bereits GLC, C-Klasse und VLE und soll mit seiner symbolisierten Gitterstruktur an Stuttgarter-Modelle aus den 70er-Jahren erinnern. Ob Mercedes mit dieser Design-Idee seines ehemaligen Styling-Chefs Gorden Wagener richtig liegt, werden die kommenden Jahre zeigen. Derzeit zumindest scheint die Optik gut anzukommen. Die Auftragsbücher für den GLC sind prall gefüllt.
107 Liter Frunk ergänzen den größeren Kofferraum
Insgesamt wirkt der neue GLA durch seine niedrigere Silhouette, dem längeren Radstand und den kürzeren Überhängen im Vergleich zum Vorgänger sportlicher geschnitten. Die Proportionen stimmen. Sitzkomfort und Raumangebot – hinten sind es vier Zentimeter mehr als vorher – sind für die Klasse sehr gut. In den Kofferraum passen 410 Liter, 70 Liter mehr als zuvor. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen kann das Ladevolumen auf bis zu 1.400 Liter erweitert werden. Clever und smart: der große Frunk unter der Fronthaube. Hier lassen sich weitere 107 Liter an Gepäck verstauen.
Aus EQA wird wieder GLA
Bei der GLA-Vorgänger-Generation hieß die Version mit Elektroantrieb – sie erschien 2021 – noch EQA. Von dieser Nomenklatur verabschiedet sich Mercedes sukzessive. Der neue Elektro-Stromer trägt einfach nur die Bezeichnung GLA, unabhängig davon, welcher Antrieb unterm Blech steckt.
Der GLA 200 fährt mit LFP-Akku 457 Kilometer
Beim Basismodell GLA 200 ist dies ein Elektromotor an der Hinterachse. Er leistet 165 kW (224 PS). Der dazugehörige LFP-Akku (Lithium-Eisen-Phosphat) besitzt eine Kapazität von 58 kWh und soll eine WLTP-Reichweite von 457 Kilometern ermöglichen.

Der neue GLA bildet den Einstieg in die SUV-Welt von Mercedes-Benz.
Darüber rangiert der GLA 250+ (Leistung 200 kW/272 PS). Sein 85 kWh-Akku auf Lithium-Mangan-Kobalt-Basis (LMC) macht das Kompakt-SUV zum Langstreckenläufer. 657 Kilometer sollen mit einer Batteriefüllung möglich sein.
Zwei Motoren und 354 PS für das Topmodell
Den Titel sportliches Topmodell nimmt der allradgetriebene GLA 350 4Matic mit zwei Elektromotoren (vorne und hinten) und einer Gesamtleistung von 260 kW (354 PS) ein. In seinem Boden steckt ebenfalls der 85 kWh große Akku. Anfang kommenden Jahres will Mercedes eine mittlere Akkugröße mit 71 kWh nachreichen.
Ebenfalls im Frühjahr 2027 soll es den GLA dann auch mit elektrifiziertem Verbrenner geben. Hierbei handelt es sich um einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzin-Mildhybrid mit 48-Volt-Technik. Der Elektromotor wurde dabei effizient ins Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert und erlaubt sogar elektrisches Fahren, „Segeln“ und Rekuperieren.

Hinter dem Lenkrad taucht der GLA-Fahrer in eine neue Welt der Digitalisierung.
Drei Displays und KI ziehen ins Cockpit ein
Hinter dem Lenkrad taucht der GLA-Fahrer in eine neue Welt der Digitalisierung ein. Das Cockpit dominiert ein Superscreen. Er spannt sich quer über die gesamte Breite des Armaturenträgers. Auf den bis zu drei nahtlos ineinander übergehenden Bildschirmen sind Echtzeit-Grafiken zu sehen, wie sie bislang nur aus der Gaming-Welt bekannt sind. Auflösung, Darstellung und Rechenleistung zählen zum Besten, was die Branche zu bieten hat. Möglich macht dies unter anderem das intern entwickelte MB.OS, quasi das Superhirn des Autos.
MB.OS bündelt Software und KI
MB.OS ist ein sogenanntes Chip-to-Cloud-Software-Betriebssystem, das Infotainment, automatisiertes Fahren, Komfort und Laden abdeckt. Integriert ist unter anderem der KI-gestützte MBUX Virtual Assistant. Er erlaubt deutlich bessere und einfachere Dialoge als zuvor, versteht sogar mehrere Fragen hintereinander. Mercedes-Entwicklungsvorstand Jörg Burzer spricht von einer „neuen Dimension der Konversation“. Die künstliche Intelligenz nutzt ChatGPT, Microsoft Bing und Google Gemini. Mit dem Marktstart des GLA kann erstmals in einem Mercedes-Modell sogar ein Video von einem iPad auf das Display ins Auto übertragen werden – möglich durch Apple AirPlay.
Die A-Klasse soll 2028 doch zurückkehren
Abgeschlossen ist mit dem GLA die Kompaktbaureihe noch nicht. Nach viel Kritik von Kunden und Händlern entschloss man sich in der Stuttgarter Konzernzentrale, die einst für beendet erklärte A-Klasse nun doch wieder aufleben, beziehungsweise weiterleben zu lassen. Sie wird als fünftes Familienmitglied vermutlich 2028 auf den Markt kommen. Mit dieser Entscheidung dürfte Mercedes gerade noch die Kurve gekriegt haben, denn sich einfach so ohne Not einem jüngeren Kundenkreis zu verschließen, wäre mehr als töricht.







