Charakterkopf mit Wiedererkennungswert
Der Nissan Juke war schon immer ein Auto mit klarer Haltung. Entweder man mag ihn – oder eben nicht. In Serviceflotten oder als Pool- oder Motivationsfahrzeug fällt er in jedem Fall auf, und das nicht allein wegen der Farbe. Für diesen Fahrbericht stand ein Nissan Juke Hybrid mit 143 PS in der Ausstattung N-Sport bereit, der Testwagenpreis lag bei 31.378 Euro netto.
Ausstattung und Preis des Juke Hybrid N-Sport
Schon serienmäßig ist der Juke Hybrid N-Sport ordentlich bestückt. Zum Grundpreis von 26.290 Euro netto gehören unter anderem das Multi-Mode-Automatikgetriebe, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein 12,3-Zoll-Touchscreen, ein 7-Zoll-Fahrerdisplay, Sportsitze mit farbigen Akzenten sowie kabelloses Apple CarPlay und Android Auto, Klimaautomatik und Tempomat.
Extras, Technikpakete und Preisniveau
Extras wie die Zweifarblackierung, eine beheizbare Frontscheibe, das Bose-Soundsystem mit zehn Lautsprechern – darunter zwei in den Kopfstützen – oder das Technologie-Paket mit 360-Grad-View-Monitor, Stauassistent und Querverkehrswarner treiben den Preis des Testwagens auf die genannten 31.378 Euro netto. Unterm Strich bietet der Juke in dieser Ausstattung bereits viel fürs Geld. Komfortextras wie eine elektrische Heckklappe oder ein Head-up-Display fehlen allerdings weiterhin – auch gegen Aufpreis.
Innenraum mit sportlicher Inszenierung
Innen machen die Ziernähte und farblichen Applikationen in „Iconic Yellow“ ordentlich was her, ohne billig zu wirken. Auch die Qualität passt. Die Sportsitze sehen nicht nur gut aus, sie sind zudem bequem, bieten angenehmen Seitenhalt und verfügen über eine Sitzheizung. Gleiches gilt für das lederummantelte und beheizbare Lenkrad.
Platzangebot und Kofferraum im B-SUV-Format
Vorne sitzt man entspannt, hinten wird es – dem Format geschuldet – etwas enger. Erwachsene kommen klar, solange sie keine Sitzriesen sind. Kopffreiheit und Beinfreiheit sind begrenzt, aber noch passabel. Der Kofferraum fasst 354 Liter, durch die Hybridtechnik sind das 68 Liter weniger als beim reinen Benziner. Mit der 60:40-umklappbaren Rückbank stehen maximal 1.237 Liter zur Verfügung – praktikabel, aber nicht rekordverdächtig.
Bedienung, Infotainment und Kameratechnik
Viele Funktionen lassen sich klassisch über Tasten steuern. EV-Modus, e-Pedal und Fahrmodi liegen griffgünstig auf der Mittelkonsole. Das Infotainment ist übersichtlich und reagiert flott, der Sprachassistent versteht zuverlässig, und das Bose-Soundsystem liefert einen satten Klang. Die 360-Grad-Kamera erweist sich als große Hilfe – gerade wegen der breiten C-Säulen. Positiv: Selbst bei Schneetreiben blieb das Kamerabild gut nutzbar.
Hybridantrieb mit hohem Elektroanteil
Der Hybridantrieb kombiniert einen 1,6-Liter-Benziner (94 PS) mit einem Elektromotor (49 PS). Zusammen stehen 143 PS Systemleistung zur Verfügung. Wer in der Stadt oder im Umland unterwegs ist, kann mit einem hohen Elektroanteil rechnen – vorausgesetzt, die Batterie ist ausreichend geladen.
Fahrleistung, Traktion und Wintereindruck
Der Sprint auf 100 km/h dauert laut Datenblatt 10,1 Sekunden, subjektiv wirkt der Juke jedoch spritziger. Bei kräftigem Beschleunigen wird er allerdings recht laut. Die Kraft geht ausschließlich an die Vorderräder. Auf Schnee schlug sich der Juke insgesamt passabel, zeigte beim Anfahren – selbst bei leichten Steigungen – jedoch spürbare Traktionsprobleme.
Fahrwerkabstimmung zwischen straff und komfortabel
Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, aber keineswegs ungemütlich. Unebenheiten werden klar zurückgemeldet, kommen jedoch eher als kurze Information durch als als harter Schlag. Das passt gut zum Charakter des Juke: nicht weichgespült, aber auch weit weg von nervig.
Verbrauch und Reichweite im Test
Im Test lag der Durchschnittsverbrauch laut Bordcomputer bei 6,3 Litern, in der Stadt zeitweise darunter. Auf der Autobahn stieg der Wert bei höheren Geschwindigkeiten auf bis zu 7,3 Liter. Der Tank fasst 46 Liter. Legt man den niedrigsten WLTP-Wert von 4,7 l/100 km zugrunde, wären theoretisch knapp 980 Kilometer Reichweite möglich.
ProPILOT und Assistenzsysteme
Als Sonderausstattung war auch ProPILOT, Nissans Assistenzpaket, an Bord. Im Stau übernimmt das System Gas, Bremse und Lenkung, bremst bis zum Stillstand ab und fährt selbstständig wieder an. Auf der Autobahn hält der Lenkassistent den Juke sauber in der Spur, während der adaptive Geschwindigkeits- und Abstandsassistent Tempo und Abstand regelt. Das funktioniert insgesamt verlässlich – problematisch wird es allerdings, wenn der Juke Tempolimits nicht korrekt erkennt.
Einordnung für Flotten und Dienstwagen
Der Nissan Juke Hybrid ist ein Crossover mit klarer Kante – vor allem optisch. Je nach Ausrichtung kann er damit auch für bestimmte Firmenflotten interessant sein. Zudem gehört er mit fünf Sternen im Euro-NCAP-Test zu den sicheren Fahrzeugen in seinem Segment. Wer viel Platz, maximale Effizienz auf der Autobahn oder Anhängelast sucht, ist hier allerdings falsch.
Technische Daten – Nissan Juke Hybrid N-Sport 4AMT
Fünftüriges, fünfsitziges Mini-SUV; Länge: 4,21 m, Breite: 1,80 m, Höhe: 1,59 Meter. Radstand: 2,64 m, Kofferraumvolumen: 354 - 1.237 Liter
Leistung: Vollhybridantrieb, 1,6-Liter-Vierzylinder; Systemleistung: 105 kW/143 PS: Leistung Benziner/Elektromotor 69 kW (94 PS)/ 36 kW (49 PS); maximales Drehmoment (Verbrenner): 148 Nm bei 5.600 U/min, maximales Drehmoment E-Motor: 205 Nm, Multi-Mode-Automatikgetriebe; Frontantrieb, 0 – 100 km/h 10,1 s, Vmax: 166 km/h,
Verbrauch: Verbrauch kombiniert (WLTP): 4,7-4,9 l/100 km, CO2-Emissionen: 107 - 111 g/km
Preis Juke Acenta: ab 20.966 Euro (netto)
Testwagenpreis: 31.378 Euro (netto)
Mitbewerber: Renault Captur, Toyota Yaris Cross, VW T-Cross





