Opel Crossland gebraucht: Schwächen im TÜV-Check

TÜV-Check Gebrauchtwagen Opel Crossland
Praktisch, günstig, aber nicht makellos

Viele Angebote, viel Platz und praktische Details machen den Opel Crossland als Gebrauchten attraktiv. Doch nicht jede Motorisierung und nicht jedes Baujahr zeigt sich gleichermaßen überzeugend. Ein genauer Blick lohnt sich.

Opel Crossland X
Foto: Opel

Nur eine Generation am Start: Der Opel Crossland war zwischen Mitte 2017 und 2024 erhältlich, zunächst mit einem großen X in der Modellbezeichnung. Das fiel mit dem Facelift 2021 weg. Der City-Crossover teilte sich die Plattform mit dem Peugeot 2008 und dem Citroen C3 Aircross, mit denen er – damals noch zwischen Opel und PSA – entwickelt wurde.

Bekannte Mängel bei TÜV und HU

Die TÜV-Prüfer bemängeln bei den Hauptuntersuchungen (HU) die Achsfedern und die Achsaufhängung, die Bremsscheiben fallen zudem durch hohen Verschleiß negativ auf. Den Crossland (X) plagt außerdem ein typisches Opel-Problem: Ölverlust. Interessenten sollten darauf achten. Ältere Modelle haben auch Probleme mit der Abgasuntersuchung. Lenkung, Lichtanlage und die Funktionsweise der Bremsen geben keinen Anlass für Kritik seitens der TÜV-Experten.

Platzangebot und Variabilität im Innenraum

Bei einer Länge von 4,21 Metern bietet das Mini-SUV gute Platzverhältnisse. Praktisch ist die um bis zu 15 Zentimeter verschiebbare dreiteilige Rückbank, die allerdings nicht bei allen Ausstattungsversionen Serie war. Der Gepäckraum fasst zwischen 410 und 520 Liter; legt man die Lehnen der Rücksitze um, entsteht ein ebener Fahrzeugboden und das Volumen steigt auf 1.255 Liter.

Opel Crossland X
Opel

Praktisch ist die um bis zu 15 Zentimeter verschiebbare dreiteilige Rückbank.

Optisch ist der Crossland X dank der typischen Bügelfalten unschwer als Opel-Familienmitglied zu erkennen. Die Kunststoffplanken um die Radläufe und ein angedeuteter Unterfahrschutz vorne und hinten sind allerdings nur schöner Schein: Den Crossover gab es nur mit Frontantrieb. Opel-Fahrer finden sich sofort im Innenraum zurecht. Lenkrad, Cockpit und Schaltkulisse kennt man aus vielen Modellen mit dem Blitz. Die Facelift-Modelle fallen unter anderem durch das fehlende X in der Modellbezeichnung sowie durch die modifizierte Frontgestaltung mit dem Vizor-Gesicht auf.

Benziner, Diesel und LPG im Überblick

Bei den Benzinern setzte Opel auf einen 1,2-Liter-Dreizylinder, der mit und ohne Turbounterstützung zu haben war. Der Sauger leistete 60 kW/83 PS und war bis Mitte 2022 im Angebot. In der Turbo-Version standen die Ausbauvarianten mit 81 kW/110 PS und 96 kW/130 PS zur Wahl. Ein 1,6-Liter-Diesel mit 73 kW/99 PS und 88 kW/122 PS war zunächst ebenfalls erhältlich: Ab Mitte 2018 kam stattdessen ein 1,5-Liter-Selbstzünder zum Einsatz – zunächst in den Ausbaustufen mit 75 kW/102 PS und 122 PS. Letzterer wurde 2022 in Rente geschickt, der kleinere (seit Ende 2020 mit 110 PS) blieb bis Ende 2023 verfügbar. Die Normverbräuche der Ottomotoren liegen zwischen 4,7 und 5,2 Litern, die Selbstzünder genehmigen sich im Schnitt zwischen 3,5 und 5,5 Litern Diesel. Als Alternative zu Benzin und Diesel war zwischen Ende 2017 und Mitte 2018 auch eine Flüssiggasvariante in Kombination mit dem 1,2-Liter-Sauger im Programm. Die Kraftübertragung übernehmen je nach Motor manuelle Fünf- beziehungsweise Sechsgangschalter oder eine Sechsgangautomatik.

Opel Crossland X
Opel

Optisch ist der Crossland X dank der typischen Bügelfalten unschwer als Opel-Familienmitglied zu erkennen.

Ausstattungslinien und Assistenzsysteme

Der Crossland X wurde in den bekannten Opel-Ausstattungslinien angeboten. Das Basisniveau „Selection“ fuhr mit einer ordentlichen Serienausstattung vor. Luft nach oben gab es aber: Wenn das Mini-SUV optisch schöner oder komfortabler sein soll, suchen Interessenten nach den höheren Versionen wie „Edition“, „Innovation“, „Ultimate“ und seit 2021 noch „GS-Line“. Sie boten ab Werk oder gegen Aufpreis Annehmlichkeiten wie Klimaautomatik, rückenfreundliche AGR-Sitze, moderne Infotainmentsysteme, Head-up-Display, Navi und eine 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera, aber auch Dachreling, Alus und Zweifarbenlackierung.

Gebrauchtwagen-Fazit zum Opel Crossland

Der Opel-City-Crossover sieht besonders in den höheren Komfortniveaus gut aus, geizt nicht mit Platz und bietet – dank der verschiebbaren Rückbank – entweder mehr Kniefreiheit für die Fondnutzer oder ein höheres Kofferraumvolumen. Interessenten sollten die Schwachpunkte wie Ölverlust checken lassen und auf eine frische HU-Plakette achten. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 3.000 gebrauchte Crossland-Modelle auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 5.000 Euro (4.202 Euro netto).