Mit jedem Software-Update verschieben sich die Grenzen zwischen Fahrzeug, digitalem Assistenten und Arbeitsumgebung. Jetzt geht Tesla einen weiteren Schritt: In Europa startet die Einführung des KI-Begleiters Grok in kompatiblen Fahrzeugen. Für Dienstwagenfahrer und Flottenbetreiber ist das weniger eine Spielerei als ein weiteres Beispiel dafür, wie stark sich Bedienung, Informationszugang und Nutzererlebnis im Fahrzeug verändern.
KI als Bestandteil der Fahrzeugsoftware
Grok ist Bestandteil der Softwareversion 2026.2.6 und wird per Over-the-Air-Update ausgerollt. Entwickelt wurde der Assistent von xAI. Im Fahrzeug kann Grok auf Anfrage des Fahrers Navigationsbefehle ausführen, Ziele setzen, Routen anpassen oder Sonderziele vorschlagen. Darüber hinaus greift das System auf das digitale Benutzerhandbuch zu und kann Hinweise zur Fahrzeugbedienung, Nutzung oder Wartung liefern.
Sprachassistent deutlich erweitert
Damit erweitert Tesla den Sprachassistenten funktional deutlich: Neben klassischen Befehlen wird Grok als wissensbasierte Schnittstelle positioniert, die auch Warnhinweise im Cockpit einordnen oder erklärende Informationen liefern kann.
Personalisierung mit Einschränkungen
Die Interaktion mit Grok erfolgt über Lenkradtasten oder den zentralen Touchscreen. Nutzer können unterschiedliche Gesprächsmodi und Persönlichkeiten auswählen. Neben sachlichen Assistenzfunktionen sind auch Lern-, Erklär- oder Unterhaltungsformate vorgesehen. Für den Flotteneinsatz relevant: Nicht alle verfügbaren Modi dürften im beruflichen Kontext sinnvoll oder freigegeben sein – hier sind klare Regelungen in der Car Policy erforderlich.
Voraussetzungen und Datenschutz
Grok steht zunächst in den Modellen S, 3, X und Y zur Verfügung. Voraussetzung für die Nutzung ist entweder ein aktives Premium-Konnektivitäts-Abonnement oder eine stabile WLAN-Verbindung. Tesla gibt an, dass Unterhaltungen anonymisiert verarbeitet und nicht mit dem Fahrzeug verknüpft werden. Für Unternehmen bleibt dennoch die Frage relevant, wie KI-gestützte Systeme im Fahrzeug datenschutzrechtlich bewertet und intern eingeordnet werden.
Bedeutung für Fuhrparks
Für Flottenmanager ist Grok weniger wegen seiner "Persönlichkeit" interessant als wegen seiner Rolle als neue Bedien- und Informationsschicht im Fahrzeug. Sprachbasierte Navigation, direkter Zugriff auf Fahrzeugwissen und kontextbezogene Hinweise können Abläufe vereinfachen – gleichzeitig steigt aber auch die Komplexität der Systeme, die Fahrer nutzen dürfen oder sollen.
Klar ist: Mit Grok wird das Fahrzeug stärker zur digitalen Arbeitsumgebung. Wie sinnvoll das im Dienstwagenalltag ist, hängt weniger von der Technik ab als von klaren Regeln, Schulung und der Integration in bestehende Mobilitäts- und IT-Konzepte.









