Toyota Aygo X Hybrid: Vollhybrid im A-Segment

Fahrbericht: Vollhybrid im Mini-Segment
Toyota Aygo X bringt Hybridtechnik ins A-Segment

Mit dem Aygo X Hybrid zieht erstmals ein Vollhybrid ins A-Segment ein. Toyota kombiniert bekannte Technik aus höheren Klassen mit niedrigen Verbrauchswerten – und positioniert den Mini neu. Der Fahrbericht mit allen wichtigen Daten und Bildergalerie.

Toyota Aygo X Hybrid 2026
Foto: Toyota

Toyota bleibt bei kleinen Autos standhaft

Große Autos machen großen Eindruck. Doch leisten können sich solche Status-Brummer mittlerweile immer weniger. Während andere nach oben streben, zählt Toyota weiterhin zur Koalition der Willigen, die citytaugliche Mobile anbieten. Ihren Kleinsten päppeln sich jetzt sogar mit einer Antriebs-Technik aus höheren Klassen auf. Mit dem überarbeiteten Toyota Aygo X Hybrid zieht erstmals ein Vollhybrid-Mini ins A-Segment ein. Damit sind nun alle in Europa angebotenen Toyota-Modelle elektrifiziert.

Aygo X Hybrid wird reifer – und teurer

Das kleine Crossover-Modell, das seit 2022 europaweit fast 300.000 Käufer gefunden hat, geht in zweiter Generation rund 2.521 Euro teurer, aber technisch deutlich reifer an den Start. Zur Einführung bietet Toyota eine Launch-Version für 16.798 Euro an, später startet der Aygo X Hybrid bei 18.479 Euro netto.

Vollhybrid-Antrieb aus dem Yaris

Im Mittelpunkt des Updates steht der bekannte 1,5-Liter-Vollhybrid aus dem Yaris. Dreizylinder-Benziner und Elektromotor liefern zusammen 85 kW/116 PS – ein Plus von 44 PS gegenüber dem bisherigen 1,0-Liter-Benziner, der ausläuft.

Toyota Aygo X Hybrid 2026
Toyota

Weil der vordere Überhang nun 7,6 Zentimeter länger ist, wächst der Aygo X auf 3,78 Meter.

Vollhybrid-Technik ohne Steckdose

Aufbauend auf der GA-B Plattform (Toyota Global New Architecture) unterstützt eine kleine Hybrid-Batterie mit einer Kapazität von kaum einer Kilowattstunde das Team. Der Akku lädt sich während der Fahrt mithilfe einer Rekuperation-Strategie, die jetzt auch auf Geo-Daten aus dem Navi zurückgreift und dem Verbrenner immer wieder selbst wieder auf. Externes Laden ist also nicht nötig.

Hoher Elektroanteil im Stadtverkehr

Im normalen Fahrbetrieb greift der Benziner so selten wie möglich ins Geschehen ein und übergibt regelmäßig komplett an den E-Motor. Der elektrische Anteil soll so im Alltag bei möglichst 50 Prozent liegen. Im Citybetrieb kommt man aber auch schon mal auf 70 Prozent. Rein elektrisch kann der Aygo zwar nicht mehr als zwei, drei Kilometer lautlos schleichen, aber dafür ist er auch nicht gedacht.

Verbrauch und CO₂-Werte deutlich gesenkt

Elektrifizierte Stadt-Strolche wie dieser sollen in erster Linie gegen die schnelle Entladung des Portemonnaies anfahren. Mit einem versprochenen Verbrauch von 3,7 Litern pro 100 Kilometer zählt der Handtaschen-Japaner dann auch zu den sparsamsten Benzinern überhaupt. Und zu den saubersten. Ein CO₂-Ausstoß von lediglich 86 g/km zeigt, dass sich viel gegenüber dem früheren 1,0-Liter-Benziner getan hat, der noch 114 Gramm pro Kilometer auf seiner Visitenkarte stehen hatte.

Praxischeck bestätigt den Sparanspruch

Wie ernst das gemischte Doppel es abseits der Papierform mit dem Knausern nimmt, zeigt sich bereits auf den ersten Testkilometern. Am Ende unserer rund 100 Kilometer langen Schleife über Stadt, Land und Fluss stehen 3,9 Liter auf dem Bordcomputer. Innerorts macht der Knirps dann endgültig keinen Tankwart mehr glücklich. Der Bestwert unserer City-Runde lag hier bei 2,2 Litern.

Toyota Aygo X Hybrid 2026
Toyota

Innerorts macht der Knirps dann endgültig keinen Tankwart mehr glücklich. Der Bestwert unserer City-Runde lag hier bei 2,2 Litern.

Hybridantrieb arbeitet routiniert

Das Ganze erledigt der Japan-Mini – kaum überraschend - erwartungsgemäß routiniert. Mit der Erfahrung von weit über 35 Millionen gebauten Hybriden spielen sich die Antriebe die Pässe selbstverständlich und unaufgeregt zu wie die Bayern in der Bundesliga. Und man wundert sich, dass 116 PS so angriffslustig sein können. Obwohl der Aygo X als Vollhybrid 140 Kilogramm mehr wiegt, ist die Beschleunigung respektabel. Da das Drehmoment des Elektromotors unmittelbar zur Verfügung steht, verlagert der Aygo X das Spielgeschehen nach dem Gasgeben direkt in Bewegung. Diskret im Hintergrund hält sich der Dreizylinder allerdings nur beim gleichmäßigen Gleiten. Gefordert brummt der Dreizylinder trotzig in die Stille.

Facelift sorgt für erwachseneren Auftritt

Optisch wirkt der überarbeitete Aygo X, der weiterhin im tschechischen Kolin vom Band läuft, nachgeschärft und erwachsener: Neue Fronthaube, geänderte Scheinwerfer, modifizierte Frontpartie mit markanterem Kühlergrill, modernisiertes Rad-Design, leicht gestrecktere Proportionen. Die ausgeformten Radkästen unterstreichen weiterhin den Crossover-Charakter. Weil der vordere Überhang nun 7,6 Zentimeter länger ist, wächst der Aygo X auf 3,78 Meter.

Fahrwerk und Handling im Stadtalltag

Radaufhängungen, Bremsen (Scheibenbremsen rundum) und die Lenkung hat Toyota ebenfalls angefasst. Zusammen, mit dem nun 4 Zentimeter tieferen Schwerpunkt, hat das zur Folge, dass der Aygo gefühlt ein Tick spontaner als bisher auf Spurwechsel reagiert und insgesamt agiler kurvt. Großen Komfort kann man bei dem kurzen Radstand allerdings nur auf gepflegtem Pflaster erwarten. Wird der Untergrund brüchig, bockt auch klein Aygo.

Toyota Aygo X Hybrid 2026
Toyota

Typisch für Kleinstwagen sind die fest in der Lehne der Vordersitze integrierten Kopfstützen.

Innenraum und Packaging des Hybridantriebs

Es liegt in der Natur eines Stadtkindes, dass dem Innenraum ebenfalls Grenzen gesetzt sind. Auf der Rückbank des Aygo X wird es schon für Abc-Schützen eng, zudem öffnen die Türen in einem Winkel, der es Erwachsenen kaum erlaubt, sich mit Würde in den Fond einzufädeln. Um die Hybridtechnik überhaupt im kleinen Auto unterzubringen, musste Toyota das Packaging neu überdenken. Die beiden Batteriezellen-Stacks liegen erstmals längs nebeneinander unter der Rücksitzbank, wodurch Platz gespart wird. Die 12-Volt-Starterbatterie wandert unter den Kofferraum, ohne dessen Volumen zu verringern. Das bleibt bei 231 Litern.

Nachhaltigkeit und neue Materialien

Der ökologische Fußabdruck über die gesamte Lebenszeit soll sich übrigens laut Toyota um 18 Prozent zum Vorgängermodell verbessert haben. Die größten Einzelfaktoren in dieser Berechnung machen – neben dem Hybridantrieb – auch neue Materialien aus. Dazu zählen recycelte Kunststoffe oder auch der lederartige Bezug Sakura-Touch, der zu mehr als 40 Prozent aus pflanzlichem PVC besteht.

Ausstattung und Assistenzsysteme

Ansonsten ist der Aygo funktional eingerichtet. Ein typischer Toyota eben, im positiven Sinne. Ein digitales 7-Zoll-Kombiinstrument ersetzt das bisherige 4,3 Zoll-Display, USB-C-Anschlüsse und die Option auf kabelloses Smartphone-Laden sind heute kaum der Rede wert, auch in dieser Klasse nicht. Es gibt 17- oder 18-Zoll-Räder, gegen Aufpreis bietet Toyota eine Zweifarblackierung an oder ein Canvas-Rolldach. Wie ein aufmerksamer Schutzengel wacht das umfangreiche Sicherheitspaket über den kleinen Japaner. Das optimierte Pre-Collision-System ist immer an Bord, ebenso der Spurhalteassistent, eine Verkehrszeichenerkennung und ein neues Nothaltesystem. Over-the-Air-Updates sorgen dafür, dass die Assistenzsysteme auf dem aktuellen Stand bleiben, ohne Werkstattbesuch.

Toyota Aygo X Hybrid 2026
Toyota

Großen Komfort kann man bei dem kurzen Radstand allerdings nur auf gepflegtem Pflaster erwarten. Wird der Untergrund brüchig, bockt auch klein Aygo.

GR Sport: mehr Optik als Mehrwert

Zusätzlich zu den vier Ausstattungslinien (Pure, Active, Teamplayer, Lounge) bietet Toyota seinen Junior erstmals auch als GR Sport (ab 23.857 Euro) an. Eine rein optische Story ohne zusätzlichen Muskelaufbau. Das Topmodell kombiniert exklusive Felgen, eine Zweifarbenlackierung und ein paar Interieurdetails mit leicht straffer abgestimmten Stoßdämpfern und Federn, einer direkter ansprechenden Lenkung sowie einem Sport-Modus, mit dürftigem Hallo-Wach-Effekt. Ehrlich gesagt: merken tut man das nur an der Rechnung. Wer wirklich sparen will, setzt hier am besten gleich an.

Toyota Aygo X Hybrid Pure - Technische Daten

Fünftüriger Crossover mit Hybridantrieb; Länge: 3.77 m, Breite: 1.74 m, Höhe: 1.52 m, Radstand: 2.43 m. Kofferraumvolumen 231 Liter, Leergewicht 1.510 kg, Leistung 85 kW/116 PS, max. Drehmoment 141 Nm, Automatikgetriebe, Verbrauch 3,7 l/100 km (WLTP, kombiniert), 0-100 km/h: 9,2 s, Vmax: 172 km/h

Preis: ab 18.479 Euro (Launch-Version im 1. Quartal ab 16.798 Euro)

Toyota Aygo X Hybrid Pure - Kurzcharakteristik

Warum: Weil dieser Vollhybrid eine saubere Alternative zum E-Auto ist.

Warum nicht: Weil vollelektrische Minis inzwischen sogar billiger sind.

Was noch: Hyundai I10, Kia Picanto, Fiat 500, Citroen C3

Wann kommt er: Ab sofort