Xpeng P7+: große Elektro-Limousine für Europa

Elektro-Limousine gegen den Trend
Xpeng P7+ greift Europas Premiumklasse an

SUV dominieren, Limousinen werden rar. Mit dem P7+ bringt Xpeng eine große Elektro-Limousine nach Europa, die bewusst gegen den SUV-Trend positioniert ist. Größe, Ausstattung und Preis zielen auf etablierte Wettbewerber.

Xpeng P7+ in Frontansicht auf verschneiter Strecke mit aufgewirbeltem Schnee

Limousine gegen den SUV-Trend

Deutschland ist SUV-Land, für klassische Limousinen ist auf unseren Straßen kaum noch Platz. Ihr Anteil ist auf deutlich unter zehn Prozent gefallen. Trotzdem bringt Xpeng mit dem Stufenheckmodell P7+ jetzt einen Nachfolger des P7. Erstmals vorgestellt wurde der neue China- Siebener vor eineinhalb Jahren in Paris und dann im letzten Jahr auf der IAA in München. Doch dabei handelte es sich noch um die China-Variante.

Europa-Version mit feinen Designanpassungen

Die Europa-Version, die jetzt auf der Brüssel Motor Show debütiert, unterscheidet sich in kleinen, aber feinen Details. Dabei bleibt die fließende, aerodynamisch geprägte Designsprache erhalten, doch das Rad-Design für Europa ist anders, ebenso die vordere Lichtleiste, die nun durchgehend statt dreigeteilt ist. Auch die Lichtleiste am Heck wurde etwas verändert.

Abmessungen auf Augenhöhe mit Premium-Limousinen

In den Abmessungen wächst die ohnehin schon große Limousine im Vergleich zum Vorgänger noch einmal. Mit beachtlichen 5,07 Metern Länge bewegt sich der P7+ jetzt auf Stoßstangenhöhe mit etablierten Vertretern der oberen Mittelklasse. So in die Länge gezogen wird der P7+ auch für Kunden interessant, die bislang sich für ein Modell S (5,02 m), einen BMW i5 (5,06 m) oder einen Mercedes EQE (4,95 m) entschieden haben.

Fastback-Heck bringt echten Nutzwert

Die zusätzlichen Zentimeter nutzt Xpeng konsequent für mehr Innenraum und einen deutlich gesteigerten Nutzwert. Besonders auffällig ist die große Heckklappe, die den P7+ zum Fastback macht und einen kombiartigen Kofferraum von 573 bis 1931 Litern ermöglicht – Werte, der selbst viele größere Premiumfahrzeuge übertreffen.

Innenraum des Xpeng P7+ mit Lenkrad, Armaturenbrett und zentralem Touchscreen

Innen folgt das Design weitgehend dem bekannten Xpeng-Layout mit zwei querformatigen Displays.

Digitales Cockpit mit eigener KI-Architektur

Innen folgt das Design weitgehend dem bekannten Xpeng-Layout mit zwei querformatigen Displays, 15,6 und 8,8 Zoll groß, sowie einer reduzierten Tastenlandschaft. Ergänzt wird das digitale Ensemble durch ein serienmäßiges Head-up-Display, das die China-Version nicht besitzt. Dadurch musste auch der Armaturenträger leicht angepasst werden. Das System wird von Xpengs neuester Rechenplattform mit KI-Architektur samt eigenem XP5-Turing-Chip betrieben.

Hohe Rechenleistung für softwaredefinierte Funktionen

Die Chinesen versprechen eine Rechenleistung von sagenhaften 750 Tera-Operationen (TOPS) pro Sekunde. Die neue Plattform ist so auf zukünftige softwaredefinierte Fahrfunktionen und Fahrassistenzsysteme ausgelegt. Kontinuierliche Over-the-Air-Updates sorgen über den gesamten Lebenszyklus dafür, dass das System auf dem neuesten Stand bleibt.

Fond als Komfortzone

Die große Freiheit bietet der Fond des P7+. Wo chinesische Entscheidungsträger ihrem Status frönen, offeriert der P7+ reichlich Platz für Boss und Beine, eine loungeartige Sitzposition und optionale Komfortdetails wie ausklappbare Tische oder Massagefunktionen. Der Dachhimmel besteht aus Velours mit kaschmirähnlicher Textur, die Sitzbezüge aus perforiertem Nappa-Leder, alle Verkleidungen im Innenraum sollen über umweltfreundliche Beschichtungen verfügen, die dicke Liste an serienmäßigen, teils luxuriösen Ausstattungsdetails, eignet sich bestens als Bettlektüre. Zudem verweisen die Chinesen auf umfangreiche Maßnahmen zur Geräuschdämmung mit schallabsorbierenden Elementen. Dank adaptivem Fahrwerk (Standard) dürfte der P7+ ebenso komfortabel wie spursicher unterwegs sein.

Xpeng P7+ in Seitenansicht bei Fahrt auf verschneiter Strecke mit Schneefahne

Der Xpeng P7+ feiert in Brüssel Premiere.

800-Volt-Architektur für schnelles Laden

Technisch setzt Xpeng auf eine 800-Volt-Architektur. Sie erlaubt sehr hohe Ladeleistungen von 350 bis 446 kW, auch wenn das volle Potenzial derzeit noch längst nicht an allen Schnellladesäulen abrufbar ist. Xpeng verspricht an entsprechenden Ladepunkten, dass der Akku in nur zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen wird.

Breite Antriebspalette mit klarer Preisstruktur

Angeboten wird der P7+ mit mehreren Antriebsvarianten. Der Einstieg beginnt mit der 180 kW/245 PS starken, heckgetriebenen Version für 39.160 Euro (alle Preise netto). Sie ist gekoppelt mit einer 61,7 kWh großen Batterie, die eine Reichweite von maximal 455 Kilometern verspricht. Die Long Range-Variante für 41.681 Euro hat eine Leistung von 230 kW/313 PS und einen 74,9 kWh-Akku, der 530 Kilometer durchhalten soll. Topmodell wird die Allradvariante AWD Performance. Sie kostet 45.042 Euro, ist 370 kW/503 PS stark und hält mit dem 74,9 kWh-Akku gut 500 Kilometer durch.

Positionierung zwischen Premium und Preisvorteil

Im Marktumfeld trifft der in Graz bei Magna Steyr gebaute P7+ auf starke und etablierte Konkurrenz. Teslas mindestens doppelt so teures, aber veraltetes Model S gilt weiterhin als Referenz, ebenso Limousinen wie der BMW i5, Mercedes EQE oder Polestar 5 und VW ID7. Gleichzeitig drängen weitere chinesische Anbieter wie BYD oder Nio mit ähnlich technologiebetonten Konzepten nach Europa. In diesem Umfeld positioniert sich der P7+ ab April als komfortorientierte Alternative, die weniger durch Prestige als durch Raumangebot und üppige Serienausstattung zum attraktiven Preis überzeugen will.

Markenvertrauen als Schlüsselfaktor

Entscheidend für den Erfolg werden Markenvertrauen, ein flächendeckendes Händlernetz sowie die Akzeptanz bei europäischen Kunden sein. Strom im großen Stil bietet Xpeng bereits. Den Rest müssen sich die Chinesen weiterhin hart erarbeiten.