Farizon startet mit E-Transportern in Deutschland

Farizon bringt SV und V7E nach Deutschland
Neue E-Transporter für Deutschland

Farizon bringt mit SV und V7E zwei elektrische Transporter nach Deutschland. Alle Infos zu Preisen, Nutzlasten, Reichweiten, Euro-NCAP-Daten, Service, Teileversorgung und dem Flottenmanagementsystem EIC.

Farizon SV als weißer Elektro-Transporter in Frontansicht auf einer Brücke während der Fahrt.
Foto: manuel hollenbach/Farizon

Der Markt für elektrische Transporter bekommt einen weiteren Anbieter aus China. Farizon, die Nutzfahrzeugmarke des Geely-Konzerns, startet in Deutschland mit zwei batterieelektrischen Modellen: dem Farizon SV und dem Farizon V7E. Für Fuhrparks könnte das spannend werden. Doch entscheidend wird auch sein, ob Farizon in Sachen Aftersales, Service, Sicherheit, Batterietechnik, Teileversorgung und Betriebskosten liefern kann.

Farizon SV: Sechs Größen für Deutschland

Den Farizon SV bietet Farizon in Deutschland in sechs Größen an: L1H1, L1H2, L2H1, L2H2, L2H3 und L3H3. Die kleinste Variante kommt laut Hersteller auf 6,95 Kubikmeter Ladevolumen und je nach Batterie auf 1.265 bis 1.350 Kilogramm Nutzlast. Die größte Ausführung L3H3 bietet 13 Kubikmeter Laderaum und je nach Batterieoption 1.035 bis 1.045 Kilogramm Nutzlast. Für Kurier-, Service- oder Lieferflotten ist damit vor allem die Bandbreite der Aufbauten interessant.

Euro NCAP als Sicherheitsnachweis

Beim SV verweist der Hersteller auf eine 5-Sterne-Bewertung von Euro NCAP mit 85 Punkten. Nach Unternehmensangaben ist das die höchste bisher vergebene Bewertung für ein chinesisches elektrisches Nutzfahrzeug. Bewertet wurden unter anderem Insassenschutz, der Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer und aktive Assistenzsysteme. Für Fuhrparks kann so ein Ergebnis bei Beschaffung, Risikobewertung und internen Sicherheitsvorgaben eine Rolle spielen.

"Deutsche Flottenkunden haben jedes Recht, Nachweise zu verlangen. Wir bringen sie mit", sagt Cook Xue, CEO von Farizon Auto International. Die Botschaft dahinter ist klar: Die Marke will hierzulande nicht nur über Preis und Reichweite wahrgenommen werden, sondern über belastbare Daten. Dazu zählt das Unternehmen auch die Zusammenarbeit mit CATL bei Batterien sowie Partnerschaften mit Bosch und ZF.

Farizon V7E fährt als elektrischer Kastenwagen auf einer Landstraße mit seitlicher Beschriftung und Hecktüren.
manuel hollenbach/Farizon

Der Farizon V7E ist als kompakter Elektro-Transporter für Liefer- und Serviceeinsätze ausgelegt. Die kombinierte WLTP-Reichweite gibt der Hersteller mit 328 Kilometern an.

Farizon V7E für die Stadt

Der Farizon V7E ist kompakter ausgelegt. Er misst 4.995 Millimeter in der Länge, bietet 6,95 Kubikmeter Ladevolumen und kommt auf ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.150 Kilogramm. Die Nutzlast liegt bei rund 1.243 Kilogramm. Die Batterie hat 66,67 kWh Kapazität, geladen wird mit bis zu 97 kW DC oder 11 kW AC. Die kombinierte WLTP-Reichweite liegt bei 328 Kilometern, im Stadtzyklus sollen bis zu 475 Kilometer möglich sein.

Für Lieferdienste und Serviceflotten zählen neben der Reichweite vor allem die Maße. Die Ladekante liegt bei 510 Millimetern, der Wendekreis bei sechs Metern. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Damit ist der V7E klar auf städtische Liefer- und Handwerkseinsätze zugeschnitten, bei denen Rangieren, einfacher Ladezugang und Verbrauch wichtiger sind als Tempo auf der Langstrecke.

Farizon SV als weißer Elektro-Transporter in Seitenansicht vor einem Gebäude mit Geely-Schriftzug.
manuel hollenbach/Farizon

Farizon gehört zum Geely-Konzern und bringt den SV als größeren Elektro-Transporter nach Deutschland. Neben dem V7E soll er unterschiedliche Liefer-, Service- und Handwerkseinsätze abdecken.

Teileversorgung soll in Deutschland starten

Ein kritischer Punkt bei neuen Marken bleibt der Service. Farizon verweist deshalb auf ein eigenes Ersatzteillager in Deutschland. Dort sollen wichtige Komponenten vorgehalten werden, damit Fahrzeuge nicht wegen langer Teilewege aus China stehen bleiben. Die Serviceabdeckung in Deutschland soll über Partnerschaften mit etablierten lokalen Netzbetreibern aufgebaut werden.

Dazu kommt das Flottenmanagementsystem EIC. Es soll Fuhrparkmanagern Daten zu Fahrzeugstandort, Batteriestatus, Fahrverhalten und Wartungsindikatoren liefern. Entscheidend wird sein, wie gut sich diese Daten in bestehende Abläufe für Betriebskosten, Wartung und Einsatzplanung einbinden lassen.

Preise für SV und V7E

Auch die Preise stehen fest: Der V7E startet in Deutschland bei 32.600 Euro, der SV bei 44.900 Euro. Beide Fahrzeuge verfügen laut Hersteller über EU-Typgenehmigung und erfüllen aktuelle europäische Emissions- und Technikvorgaben. Damit tritt Farizon in ein Segment ein, in dem nicht nur Anschaffungspreis und Reichweite zählen. Entscheidend werden auch Restwerte, Werkstattnetz, Teileverfügbarkeit und Erfahrungen im Flottenbetrieb.

Farizon SV – technische Daten

Basisdaten: batterieelektrischer Transporter mit Frontantrieb, sechs Größen von L1H1 bis L3H3, 6,95 bis 13 m³ Ladevolumen, je nach Version gut 1,0 bis 1,35 t Nutzlast, 135 km/h Spitze, Anhängelast bis 2.000 kg gebremst, Euro NCAP: 5 Sterne und 85 Punkte, Preis: ab 44.900 Euro.

Größenspanne
L1H1: 6,95 m³ Laderaum, je nach Batterie 1.265 bis 1.350 kg Nutzlast.

L3H3: 13 m³ Laderaum, je nach Batterie 1.035 bis 1.045 kg Nutzlast.

L2H2: 5,49 m Länge, 2,18 m Höhe, 9,39 m³ Laderaum, 336 km WLTP, 82,88-kWh-CATL-LFP-Batterie, 3,5 t zGG.

L2H3: 5,49 m Länge, 2,50 m Höhe, 11,22 m³ Laderaum, 319 km WLTP, 82,88-kWh-CATL-LFP-Batterie, 3,5 t zGG.

Farizon V7E – technische Daten

Basisdaten: batterieelektrischer Kompakt-Transporter, Länge: 4,99 Meter, Ladevolumen: 6,95 m³, Nutzlast: rund 1.243 kg, zulässiges Gesamtgewicht: 3.150 kg, Batterie: 66,67 kWh CATL-LFP, 400-Volt-System, Vmax: 120 km/h, Preis: ab 32.600 Euro

Reichweite und Verbrauch
WLTP kombiniert: 328 km, WLTP-Stadt: 475 km, Verbrauch kombiniert: 22,4 kWh/100 km, Verbrauch Stadt: 15,5 kWh/100 km; DC-Laden: bis 97 kW über CCS2, AC-Laden: 11 kW über Typ 2, Ladekante: 510 mm, Wendekreis: 6 m