Viele Autofahrer stellen sich die Frage, ob sie auf die saisonalen Reifenspezialisten verzichten und auf Ganzjahresreifen wechseln sollten. Über die Vor- und Nachteile der Allrounder haben wir mit Frederic Sarazin, technischer Leiter für die Winterreifenentwicklung bei Michelin, gesprochen.
Als wir 2015 den Michelin CrossClimate eingeführt haben, war unser Anspruch klar. Wir wollten einen Reifen entwickeln, der sich nicht zwischen Sommer und Winter entscheiden muss, sondern in beiden Welten überzeugt. Er vereint die Präzision und Stabilität eines Sommerreifens mit der notwendigen Sicherheit bei Schnee und niedrigen Temperaturen. Dieses Konzept haben wir konsequent weiterentwickelt und im vergangenen Jahr die dritte Genration vorgestellt. Ganzjahresreifen gelten heute für viele nicht mehr als Kompromiss, sondern als Entscheidung für Einfachheit, Verlässlichkeit und ein sicheres Fahrgefühl über das gesamte Jahr hinweg.

Der Ganzjahresreifen zeigt auf Eis und festgefahrenem Schnee eine ordentliche Leistung.
Die Mischung eines Ganzjahresreifens ist tatsächlich breiter aufgestellt, da sie über einen weitaus größeren Temperaturbereich funktionieren muss als eine reine Sommer- oder Wintermischung. Unter mitteleuropäischen Bedingungen, also gemäßigten Temperaturen, viel Regen und selten echtem Extremwetter, spielt das dem Ganzjahresreifen in die Karten: Er läuft fast durchgehend in dem thermischen Bereich, für den er optimiert wurde. In der Praxis zeigen unsere Daten, dass der Michelin CrossClimate 3 Sport unter diesen Bedingungen eine Laufleistung erreicht, die sich mit einer saisonalen Lösung problemlos messen kann. Hinzu kommt: Wer zwei Reifensätze, zwei Wechsel pro Jahr und die Einlagerung einrechnet, stellt oft fest, dass der Ganzjahresreifen auch wirtschaftlich die schlüssigere Entscheidung ist.
Jeder der drei ist in seinem Element klar der Stärkere: Sommerreifen bei Wärme und Trockenheit, Winterreifen bei Kälte, Nässe und Schnee, Ganzjahresreifen als bewusst ausbalancierter Allrounder für den wechselhaften Alltag im urbanen Bereich. In direkten Vergleichen oder unter Laborbedingungen lassen sich diese Unterschiede klar messen. Im normalen Fahralltag ohne extreme Witterung erleben Fahrerinnen und Fahrer jedoch vor allem eines. Alle drei Reifentypen vermitteln ein sicheres, verlässliches und vertrauenswürdiges Fahrgefühl. Die Entscheidung ist deshalb weniger eine Frage von besser oder schlechter, sondern eine Frage des individuellen Fahrprofils. Wo und wie wird gefahren und unter welchen Bedingungen ist man am häufigsten unterwegs?








