Ladekosten im Fuhrpark: 55 Prozent ohne Zuordnung

Dataforce-Analyse zu Ladeverbräuchen
Jede zweite Flotte kennt die Kosten nicht

Öffentliches Laden wird meist sauber erfasst, an Kundenstandorten dagegen oft gar nicht. Die Dataforce-Zahlen zeigen, wie groß die Transparenzlücken in E-Flotten noch sind.

Ladekabel eines Elektroautos an einer Ladesaeule am Unternehmensstandort waehrend eines Ladevorgangs
Foto: ©E.ON/Malte Braun

Wo wird geladen, wie viel Strom fließt – und welchem Firmenwagen lassen sich die Kosten eigentlich zuordnen? Genau daran hapert es in vielen Fuhrparks. Eine Dataforce-Auswertung zeigt deutliche Lücken bei der Erfassung von Ladeverbräuchen. Besonders problematisch wird es dort, wo Fahrzeuge außerhalb des eigenen Standorts laden.

55,4 Prozent können Ladekosten keinem Auto zuordnen

Am deutlichsten zeigt sich das Problem bei der Kostenzuordnung. 55,4 Prozent der Befragten können Ladekosten nicht einzelnen Fahrzeugen zurechnen. Weitere 35,3 Prozent schaffen dies nur für einen Teil der Flotte. Lediglich 9,3 Prozent gelingt eine nahezu vollständige Zuordnung.

Damit fehlt vielen Unternehmen eine wichtige Grundlage für Kostenkontrolle, Abrechnung und TCO-Vergleiche. Wer nicht weiß, welches Fahrzeug welche Stromkosten verursacht, kann weder Ausreißer sauber identifizieren noch unterschiedliche Einsatzprofile belastbar vergleichen.

Öffentliches Laden ist am transparentesten

Auch beim reinen Ladeverbrauch unterscheiden sich die Ladeorte deutlich. An öffentlichen Ladepunkten erfassen 75 Prozent der Befragten den Verbrauch exakt. Weitere elf Prozent arbeiten mit Teilwerten oder Pauschalen, bei 14 Prozent erfolgt gar keine Erfassung.

Am Unternehmensstandort sieht es bereits schlechter aus: 51 Prozent messen genau, 20 Prozent nur teilweise oder pauschal. Bei 30 Prozent werden die Verbräuche dort überhaupt nicht erfasst.

Beim Laden zu Hause fehlen häufig Daten

Beim Mitarbeiter zu Hause kennen 60 Prozent den Verbrauch exakt. 14 Prozent erfassen ihn lediglich teilweise oder pauschal, 26 Prozent gar nicht. Gerade bei Dienstwagen mit regelmäßigem Heimladen kann damit ein erheblicher Teil der tatsächlichen Stromkosten nur eingeschränkt nachvollzogen werden.

Noch größer ist die Lücke an Kundenstandorten und Betriebsstätten. Dort können nur 21 Prozent den Verbrauch genau erfassen. 19 Prozent arbeiten mit Teilwerten oder Pauschalen – und bei 60 Prozent bleibt der Verbrauch vollständig unerfasst.

Kundenstandorte sind das größte Datenloch

Je mehr Ladeorte ins Spiel kommen, desto schwieriger wird die Abrechnung. Lädt ein Dienstwagen mal zu Hause, mal öffentlich und mal beim Kunden, fehlt schnell der Überblick darüber, welche Kosten tatsächlich zu welchem Fahrzeug gehören.