Wer dienstlich unterwegs ist, entscheidet nicht immer zuerst zwischen Dienstwagen, Bahn oder ÖPNV. Oft beginnt die Planung dort, wo die Route ohnehin gesucht wird: in der Navigations-App. Genau deshalb ist die erweiterte Kooperation von Deutscher Bahn und Google auch für Mobilitätsverantwortliche interessant. DB Regio will künftig Echtzeitdaten für Nah- und Regionalverbindungen in Google Maps liefern. Zudem sollen Nutzer über Kaufbuttons direkt in die digitale Buchung der Deutschen Bahn wechseln können.
DB Regio rückt in Google Maps näher an die Buchung
Die Neuerung betrifft nicht den Fernverkehr, sondern Nah- und Regionalverbindungen von DB Regio. Die Bahn knüpft damit an die seit August 2020 bestehende Zusammenarbeit zwischen Google und DB Fernverkehr an. Dort war der direkte Weg zum Ticketkauf bereits integriert. Nun soll Google Maps auch bei Regio-Verbindungen stärker zum Einstieg in die Reiseplanung werden.
Zum Start können nach Angaben der Deutschen Bahn für mehr als die Hälfte der Regio-Schienenverkehre Echtzeitdaten geliefert werden. Nutzer sollen damit bei der Routensuche aktuellere Informationen zu Verbindungen erhalten. Die Buchung selbst erfolgt nicht bei Google, sondern im digitalen Angebot der Deutschen Bahn. Google Maps soll also die Suche und den Einstieg erleichtern, nicht die Rolle des Ticketanbieters übernehmen.
Reiseplanung mit weniger digitalen Umwegen
Für Dienstwagenfahrer und Unternehmen ist das vor allem dort relevant, wo Fahrten nicht zwingend mit dem Auto erfolgen müssen. Wenn Nahverkehrsverbindungen in Google Maps verlässlicher erscheinen und der Ticketkauf näher an die Routensuche rückt, sinkt die Hürde für den Wechsel auf Bus und Bahn. Das betrifft etwa Fahrten zum Bahnhof, Termine in Innenstädten oder regionale Dienstreisen ohne großen Materialtransport.
DB Regio argumentiert mit genau diesem Punkt. Ziel seien Reisende, die vor Fahrtantritt noch nicht auf ein Verkehrsmittel festgelegt sind. „Ohne digitale Umwege das passende Ticket zur gesuchten Strecke buchen zu können, ist ein echter Gamechanger“, sagt Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG. Zudem würden Züge künftig in Echtzeit angezeigt, was die Genauigkeit der Reiseplanung erhöhe.
Echtzeitdaten als Grundlage für bessere Entscheidungen
Für Mobilitätsmanager ist weniger der einzelne Kaufbutton entscheidend als die Datenqualität. Wenn Verspätungen, Fahrzeiten und regionale Verbindungen in einer weit verbreiteten App besser sichtbar werden, lassen sich Alternativen zum Auto leichter prüfen. Das kann für Unternehmen interessant sein, die Dienstreisen, Pendelverkehre oder Mobilitätsbudgets stärker über digitale Buchungs- und Planungswege organisieren wollen.
Auch Google stellt die genauere Datenbasis in den Vordergrund. Der direkte Zugang zu Echtzeitdaten in Google Maps mache die Nutzung von Bus und Bahn komfortabler und stärke den Nah- und Regionalverkehr in Deutschland, sagt Timo Rang, Partner Manager Google Maps. Konkrete Angaben dazu, wann alle Regio-Verkehre vollständig mit Echtzeitdaten abgedeckt werden, enthält die Mitteilung nicht.








