Was darf die Dienstreise kosten?
Dienstwagen, Bahn, Mietwagen oder Fahrdienst: Wer die Mobilität der Belegschaft organisiert, jongliert mit immer mehr Optionen. Künstliche Intelligenz soll dabei künftig helfen, und das Interesse ist durchaus da. Das zeigt eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Uber for Business. Am Ende entscheidet aber etwas ganz Altmodisches: der Preis.
Fast jeder Zweite rechnet mit KI
48 Prozent der befragten Entscheider glauben, dass KI-gestützte Reiseprognosen die Geschäftsreisen in ihrem Unternehmen in den nächsten fünf Jahren verändern könnten. 41 Prozent hätten gern ein System, das Routen und Fahrten automatisch plant. So ein System könnte laut Studie mit KI und Verhaltensanalysen arbeiten und persönliche Vorlieben sowie bisherige Reisemuster einbeziehen. Statt jede Fahrt einzeln zu buchen, würde die Software Verkehrsmittel und Verbindungen selbst zusammenstellen.
Buchungsplattformen sind längst da
Bei null fängt die Digitalisierung der Dienstreise nicht an. Die Hälfte der Unternehmen nutzt bereits Buchungsplattformen oder plant sie ein. Mobiles Spesenmanagement ist deutlich seltener: Nur 19 Prozent setzen es ein oder haben es vor. Spannend für Fuhrpark- und Mobilitätsmanager wird es, wenn beides zusammenwächst. Dann geht es nicht mehr nur darum, eine Reise zu buchen. Die eigentliche Frage lautet: Welches Verkehrsmittel ist für diese Strecke überhaupt sinnvoll?
Am Ende zählt der Preis
Da sind sich die Befragten ziemlich einig. Für 37 Prozent sind die Kosten das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Verkehrsmittels. Weit dahinter folgen Geschwindigkeit mit 16 und Sicherheit mit 13 Prozent. Anbieter digitaler Mobilitätslösungen müssen also mehr liefern als Automatisierung. Wer einen Fuhrpark verantwortet, will wissen: Findet die KI tatsächlich günstigere Verbindungen, oder macht sie nur das Buchen bequemer? Ob sich damit heute schon Geld sparen lässt, verrät die Studie nicht.
43 Prozent fahren schon elektrisch oder hybrid
Nachhaltigkeit spielt trotzdem eine Rolle. 60 Prozent halten sie bei der Geschäftsmobilität für wichtig, 43 Prozent setzen bereits E-Autos oder Hybride ein. 52 Prozent sagen sogar, sie würden für nachhaltige Mobilität mehr bezahlen. Wie viel mehr und ob den Worten auch Bestellungen folgen, lässt die Studie offen.
E-Auto und ÖPNV gewinnen an Gewicht
Für die Zukunft sehen die Befragten Elektroautos und den öffentlichen Nahverkehr weit vorn. Gleichzeitig rechnen sie damit, dass Beschäftigte flexibler unterwegs sein wollen. Nicht jede Strecke wird also mit demselben Verkehrsmittel zurückgelegt. Unternehmen müssen dann klären, wie Dienstwagen, Bahn, ÖPNV und On-Demand-Dienste organisatorisch und bei der Abrechnung zusammenpassen. Hier könnten automatisierte Systeme punkten, sofern sie Kosten und Reiserichtlinien sauber abbilden.
Bleisure macht es kompliziert
Außerdem erwarten die Befragten, dass Beschäftigte Geschäfts- und Privatreisen häufiger verbinden. Das Schlagwort dafür heißt Bleisure, zusammengesetzt aus Business und Leisure. Für Mobilitätsverantwortliche bedeutet das mehr Klärungsbedarf. Wo hört die Dienstfahrt auf, wo fängt der Urlaub an? Wer zahlt was? Und wie passt das in die Reiserichtlinie? Je flexibler die Mobilität wird, desto wichtiger sind klare Regeln und Systeme, die unterschiedliche Verkehrsmittel und Abrechnungen abbilden können.
So wurde befragt
Für die Geschäftsreisen-Studie 2026 hat YouGov im Auftrag von Uber for Business vom 6. bis 19. Februar 2026 insgesamt 350 leitende Entscheider in Deutschland online befragt. Sie arbeiten in Unternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten, und zwar in Finanzen und Rechnungswesen, Personal, Einkauf sowie Reise- und Hotelbuchung.
Die Ergebnisse spiegeln also die Sicht größerer Unternehmen. Und die ist eindeutig: KI finden viele interessant, doch bei der Wahl des Verkehrsmittels gibt der Kostendruck den Ton an.







