Kommunalfahrzeuge: Leasing statt Kauf?

Kommunalfahrzeuge im Finanzierung-Check
Leasing statt Kauf für Kommunen?

Feuerwehr, Rettungsdienst, Müllabfuhr: Kommunen müssen teure Spezialfahrzeuge finanzieren. Eine neue Analyse von LeasingMarkt.de rechnet Kaufpreise und Leasingraten gegeneinander – vom HLF 20 bis zum Elektro-Müllwagen.

Unimog mit Schneepflug im Winterdiensteinsatz auf verschneiter Straße.
Foto: Henrik Morlock/Mercedes-Benz

Feuerwehrfahrzeuge kosten zum Teil mehr als ein Einfamilienhaus. Für viele Kommunen ist das längst kein zugespitztes Beispiel mehr, sondern ein Haushaltsproblem. Rettungswagen, Müllfahrzeuge, Kehrmaschinen oder Winterdienstfahrzeuge werden gebraucht, binden aber enorme Summen. Eine Analyse von LeasingMarkt.de zeigt nun, wie hoch die Beschaffungskosten solcher Fahrzeuge ausfallen können – und wie lange sie rechnerisch geleast werden müssten, bis die Leasingraten den Kaufpreis erreichen.

Hohe Kosten treffen kommunale Pflichtaufgaben

Bei Kommunalfahrzeugen geht es selten um Komfort. Es geht um Müllabfuhr, Rettungsdienst, Feuerwehr, Straßenreinigung und Winterdienst. Also um Aufgaben, die laufen müssen. Genau deshalb sind die Fahrzeuge meist speziell aufgebaut, teuer und lange im Einsatz. Der Kauf belastet kommunale Haushalte sofort, Leasing verteilt die Kosten über mehrere Jahre. Das macht die Finanzierung nicht automatisch günstiger, kann Investitionen aber planbarer machen.

LeasingMarkt.de nennt als Beispiel ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 mit einem Neupreis von 550.000 Euro. Die monatliche Leasingrate liegt in der Übersicht bei 5.000 Euro. Rechnerisch wäre der Kaufpreis nach 9,2 Jahren über die Raten erreicht. Die angegebene Standard-Leasingdauer liegt bei 120 bis 180 Monaten.

Feuerwehrfahrzeug mit geöffneten Geräteräumen bei einer Einweisung.
Daimler Truck Global Communicati

Feuerwehrfahrzeuge gehören zu den kostenintensiven Spezialfahrzeugen kommunaler Fuhrparks. Je nach Laufzeit können Leasingmodelle eine Alternative zum Kauf sein.

Feuerwehr, Müllabfuhr, Rettungsdienst

Auch andere Kommunalfahrzeuge liegen deutlich im sechsstelligen Bereich. Für einen Mercedes-Benz eEconic als Elektro-Müllfahrzeug nennt die Analyse 400.000 Euro Neupreis und 5.250 Euro Leasingrate pro Monat. Der rechnerische Zeitraum bis zum Kaufpreis beträgt 6,3 Jahre, die Standard-Leasingdauer 60 bis 84 Monate.

Bei Kehrmaschinen fällt die Summe niedriger aus, bleibt aber erheblich. Eine Hako Citymaster 1650 steht in der Übersicht mit 120.000 Euro Neupreis und 1.850 Euro Monatsrate. Der Kaufpreis wäre rechnerisch nach 5,4 Jahren erreicht. Beim Winterdienst nennt LeasingMarkt.de einen Unimog U 430 inklusive Schneepflug und Streuer mit 215.000 Euro Neupreis, 3.000 Euro Monatsrate und sechs Jahren bis zum rechnerischen Kaufpreis.

Rettungswagen im sechsstelligen Bereich

Für einen Mercedes Sprinter RTW mit Fahrtec-Kofferaufbau weist die Tabelle 175.000 Euro Neupreis und 3.300 Euro Monatsrate aus. Die Raten erreichen den Kaufpreis rechnerisch nach 4,4 Jahren. Im Text der Analyse heißt es zudem, Rettungswagen könnten bis zu 200.000 Euro kosten, voll ausgestattet oft mehr als 260.000 Euro pro Stück.

Für kleinere Gemeinden ist das besonders heikel. Sie brauchen einsatzfähige Fahrzeuge, haben aber nicht immer große finanzielle Spielräume. Gleichzeitig lassen sich solche Anschaffungen nicht beliebig verschieben. Wenn ein Rettungswagen, ein Löschfahrzeug oder ein Winterdienstfahrzeug ersetzt werden muss, geht es nicht um Wunschlisten, sondern um Einsatzfähigkeit.

Leasing verteilt die Last, löst aber nicht alles

Die Analyse zeigt auch, warum Leasing bei Kommunen als Finanzierungsoption diskutiert wird. Der Kaufpreis muss nicht sofort vollständig aus dem Haushalt gestemmt werden, sondern verteilt sich über die Laufzeit. Das kann helfen, mehrere Beschaffungen zeitlich besser zu planen oder Ersatzinvestitionen überhaupt früher möglich zu machen.

Ein Selbstläufer ist Leasing trotzdem nicht. Kommunen müssen Laufzeit, Restwert, Wartung, Aufbau, Einsatzprofil und Vergaberecht prüfen. Gerade bei Spezialfahrzeugen hängt viel an der Ausstattung: Ein Feuerwehrfahrzeug ist nicht einfach ein Lkw, ein Rettungswagen nicht nur ein Transporter. Die Aufbauten, die technische Ausrüstung und die geplante Nutzungsdauer entscheiden mit darüber, ob Leasing sinnvoll ist.

Mehr als ein Pkw-Thema

Leasing wird häufig noch mit Pkw verbunden. Die LeasingMarkt-Auswertung zeigt aber, dass die Leasingbranche deutlich breiter aufgestellt ist. 2024 lag das Investitionsvolumen der Leasingbranche in Deutschland bei 80,4 Milliarden Euro. Pkw machten 65 Prozent des Leasing-Neugeschäfts aus, Nutzfahrzeuge wie Transporter oder Busse 13 Prozent, Baumaschinen drei Prozent. Mehr als ein Viertel aller Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und technische Geräte in Deutschland wurde demnach über Leasing finanziert.

Für kommunale Fuhrparks ist vor allem die Kostenstruktur interessant. Feuerwehr, Müllabfuhr, Rettungsdienst und Winterdienst brauchen Fahrzeuge, die teuer, langlebig und oft speziell konfiguriert sind. Leasing kann hier ein Weg sein, Investitionen zu strecken. Ob es im Einzelfall passt, bleibt eine Rechenaufgabe. Die Zahlen zeigen aber: Bei Kommunalfahrzeugen geht es längst nicht mehr nur um Technik, sondern auch um die Frage, wie Städte und Gemeinden ihre Einsatzfähigkeit finanzieren.