VDIK: Ausländische Marken holen auf: Importmarken profitieren vom Elektroboom

VDIK: Ausländische Marken holen auf
Importmarken profitieren vom Elektroboom

Die Pkw-Neuzulassungen steigen im ersten Halbjahr 2026 - vor allem im Bereich E-Autos und Import-Marken. Doch ein Segment bleibt trotz Juni-Erholung unter dem Vorjahresniveau.

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Foto: BYD

Der deutsche Pkw-Markt hat im ersten Halbjahr 2026 zugelegt. Von Januar bis Juni wurden knapp 1,485 Millionen Pkw neu zugelassen, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor, die der VDIK ausgewertet hat. Internationale Marken wuchsen stärker als der Gesamtmarkt. Sie kamen im ersten Halbjahr auf 655.710 Neuzulassungen, ein Plus von 7,7 Prozent. Ihr Marktanteil lag bei 44,2 Prozent. Deutsche Marken erreichten 793.701 Neuzulassungen, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr, und hielten 53,5 Prozent Marktanteil.

Imelda Labbé, Präsidentin des VDIK, lächelt in die Kamera und lehnt auf einem weißen Podest in einem modernen Innenraum.
VDIK

Imelda Labbé, Präsidentin des VDIK, sieht internationale Hersteller vor allem im Elektrosegment auf Wachstumskurs.

Internationale Hersteller punkten bei BEV

Im Juni stiegen die Pkw-Neuzulassungen um 15,7 Prozent auf 296.378 Einheiten. Allerdings standen zwei Arbeitstage mehr zur Verfügung. Kalenderbereinigt lag das Plus laut VDIK bei 5,2 Prozent. Internationale Marken erreichten im Juni 45,9 Prozent Marktanteil – laut Verband der höchste erfasste Wert seit mehr als 17 Jahren.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sieht die internationalen Hersteller vor allem im Elektrosegment als Wachstumstreiber: „Mit ihrem Rekordmarktanteil im Juni sind die internationalen Hersteller insbesondere im BEV-Markt auf Wachstumskurs.“ Im vergangenen Monat kamen sie auf 46,8 Prozent aller BEV-Neuzulassungen. Der stärkste Impuls kam von batterieelektrischen Pkw. Im ersten Halbjahr wurden 368.006 BEV neu zugelassen, 48,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der BEV-Anteil am Gesamtmarkt lag bei 24,8 Prozent und damit rund 7,1 Prozentpunkte über dem Wert des ersten Halbjahres 2025.

BEV-Marktanteile verschieben sich

Internationale Marken legten auch hier überdurchschnittlich zu. Sie kamen auf 164.203 BEV-Neuzulassungen, ein Plus von 62,1 Prozent. Ihr Anteil am BEV-Markt betrug 44,6 Prozent. Deutsche Marken erreichten 173.519 BEV-Neuzulassungen und einen Marktanteil von 47,2 Prozent. Im Juni wurden 84.057 rein elektrische Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 78,2 Prozent. Der BEV-Marktanteil lag bei 28,4 Prozent. Laut VDIK war dies der historisch dritthöchste Wert und der höchste Anteil seit dem Ende der gewerblichen E-Kaufförderung im August 2023.

Plug-in-Hybride bleiben im Plus

Auch Plug-in-Hybride entwickelten sich positiv, wenn auch weniger dynamisch als reine E-Autos. Von Januar bis Juni wurden 163.793 PHEV neu zugelassen, 17,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihr Marktanteil lag bei 11,0 Prozent. Internationale Marken kamen in diesem Segment auf 66.617 Fahrzeuge und einen Anteil von 40,7 Prozent. Im Juni stiegen die PHEV-Neuzulassungen um 25,8 Prozent auf 32.212 Einheiten. Der Marktanteil lag bei 10,9 Prozent. Internationale Marken erreichten 13.804 PHEV-Neuzulassungen und damit 42,9 Prozent Marktanteil.

Zusammen kamen BEV und PHEV im ersten Halbjahr auf 531.799 Neuzulassungen. Das entspricht einem Plus von 37,2 Prozent. Der Marktanteil elektrifizierter Pkw lag bei 35,8 Prozent. Im Juni wurden 116.269 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, 59,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil am Gesamtmarkt erreichte 39,2 Prozent.

Nutzfahrzeuge bleiben unter Vorjahr

Anders sieht es bei den Nutzfahrzeugen aus. Im ersten Halbjahr wurden 167.221 Nutzfahrzeuge neu zugelassen. Das waren 1,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Juni zeigte sich dagegen eine Erholung: Mit 34.771 Neuzulassungen lag das Segment 8,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Für den weiteren Jahresverlauf bleibt entscheidend, ob der BEV-Zuwachs anhält und ob sich die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen stabilisiert. Labbé sieht durch das bisherige Marktwachstum Potenzial für einen Gesamtmarkt 2027 „in die Nähe von 3,0 Millionen Fahrzeugen“.