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ADAC Ecotest: Wie sauber sind Elektroautos?

Bei den Emissionen sind Autos mit alternativen Antrieben top. Aber nur solange wie man die Kraftstoffgewinnung außer Acht lässt. Der ADAC Ecotest legt jetzt härtere Kriterien an.

Neue Fahrzeuge emittieren immer weniger Schadstoffe und fahren sparsamer, vor allem aber gibt es inzwischen neue Antriebskonzepte. E-Autos beispielsweise blasen lokal zwar kein CO2 in die Luft. Doch das Giftgas entsteht bei der Herstellung des Stroms im Kraftwerk. "Es war an der Zeit, das Testverfahren zu erweitern und zu verschärfen", sagt Thomas Burkhardt, Vizepräsident des ADAC und beim Autoclub verantwortlich für technische Fragen. "Wir verlassen uns beim Ecotest nicht auf die Angaben der Hersteller, sondern testen auch unter realen Bedingungen."

Seit 2003 überprüft der Automobilclub aus München in seinem Ecotest, was neue Autos verbrauchen und wie viel Schadstoffe sie emittieren. Jetzt stellte er ein erweitertes Prüfverfahren vor: Der neue Ecotest macht unterschiedliche Antriebsarten vergleichbar und prüft neben den CO2-Emissionen noch die Abgabe weiterer Schadstoffe wie Kohlenmono- und Stickoxide sowie Kohlenwasserstoffverbindungen.

Acht Fahrzeuge hat der ADAC bereits der neuen Prüfung unterzogen. Ergebnis: "Es besteht noch viel Potenzial, konventionelle Antriebe zu verbessern", sagt Burkhardt. "Berücksichtigt man bei den Emissionen auch die Herstellung von Kraftstoffen und Energie, sieht die Umweltbilanz von Elektro-Autos schlecht aus." Kommt der Strom aus der Steckdose, also wie in Deutschland üblich vorwiegend aus Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken, und nicht aus regenerativen Energiequellen, emittiert beispielsweise Volvos C30 Electric knapp 160g CO2, Renaults Fluence Z.E indes knapp 145g. Dazwischen liegt mit dem Audi A4 2.0 TDI 112g ein Dieselmotor, der knapp 156g CO2 pro Kilometer emittiert.

Well-to-Wheel: auch die Kraftstoffgewinnung ist wichtig

Seit 2003 überprüft der ADAC Fahrzeuge auf Umweltverträglichkeit. 1.300 Autos wurden bisher getestet, immerhin acht von ihnen, zum größten Teil Hybrid-Fahrzeuge, erreichten die Bestnote von fünf Sternen. Nun wurde das Testverfahren erweitert. Der Verbrauch und die Schadstoffwerte werden in drei Fahrten ermittelt: eine mit Tagfahr- oder Abblendlicht, aber ohne weiteren Zusatzverbrauch von Radio oder Klimaanlage; die nächste mit Klimaanlage und Licht sowie eine Autobahn-Fahrt mit Licht und Klimaanlage.

"Der Ecotest stellt sicher, dass die Abgasemissionen unter realen Fahrbedingungen aufgezeigt werden", erläutert Reinhard Kolke, Leiter des Ecotests. "Die Schadstoffemissionen werden unabhängig von der Fahrzeuggröße bewertet, beim Verbrauch unterteilen wir die Testautos in die üblichen sieben Fahrzeugklassen." Bei den Schadstoffemissionen wird neuerdings auch die Herstellung des Kraftstoffes oder der Antriebsenergie betrachtet, also "die CO2-Emissionen von der Kraftquelle bis zum Rad", im Fachterminus Well-to-Wheel. Alle Werte münden in ein Notensystem, in dem fünf Sterne für die höchste Umweltverträglichkeit steht. Von den bisher getesteten Fahrzeugen erreichte keines die Bestnote, die Hälfte der Kandidaten kam auf vier Sterne.

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ADAC

Datum

15. März 2012
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