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Diesel-Alternativen: Auch Benziner können sparen

Wer beim Tanken sparen will, muss nicht unbedingt einen Diesel kaufen. Moderne Benziner können es dank zahlreicher technischer Tricks und Kniffe längst mit den rauen Ölbrennern aufnehmen.

Der Effizienz-Vorsprung des Dieselmotors schrumpft. Mittlerweile erreichen auch Benziner Verbrauchswerte, wie sie lange Zeit nur für Selbstzünder denkbar waren. Die einzelnen Hersteller gehen dabei ganz eigene Wege, wie etwa am Beispiel der Kompaktklasse zu sehen ist.

Der Spritspar-Megatrend der letzten Jahre ist das sogenannte Downsizing, der Verzicht auf Hubraum und das Absenken der Zylinderzahl. Niemand hat das so konsequent betrieben wie Ford, die den ausgewachsenen Kompaktklässler Focus mit dem nur einen Liter großen Dreizylindermotor anbieten – lange Zeit etwas für Kleinstwagen. Dank Turboaufladung und Direkteinspritzung kommt das Mini-Triebwerk aber auf bis zu 92 kW/125 PS und durchaus ordentliche Fahrleistungen. Der Normverbrauch beträgt trotzdem nur fünf Liter. Wer es noch sparsamer angehen möchte, wählt die 74 kW/100 PS starke Version des Motors, ist dann etwas langsamer, spart aber weitere 0,2 Liter. Anders als bei einigen anderen Herstellern sind die Sparmodelle zudem noch nicht einmal besonders teuer: Mit 14.747 Euro und 17.159 Euro zählen sie zu den günstigsten Focus-Varianten.

Spritsparen gegen Aufpreis bei VW

VW hingegen bietet seine neueste Spritspartechnik im Golf lediglich gegen Aufpreis an. Rund 460 Euro werden fällig, soll der bereits von Haus aus recht genügsame 103 kW/140 PS-Turbobenziner mit einer Zylinderabschaltung (bei Volkswagen ACT genannt) kombiniert werden. Die Technik deaktiviert zwei der vier Töpfe, sobald es die Fahrsituation zulässt, etwa bei gemäßigtem Tempo im Stadtverkehr oder beim Gleiten auf der Autobahn.

Aus 1,4 Litern Hubraum werden so zeitweise 0,7 Liter. Der Normverbrauch auf 100 Kilometern sinkt gegenüber dem Modell ohne Zylinderabschaltung um 0,5 auf 4,7 Liter. Zu spüren ist das Umschalten von Zwei- auf Vierzylinderbetrieb übrigens nicht – und auch sonst ist von den Spritsparbemühungen wenig zu merken: Der Golf ist mehr als ausreichend durchzugsstark, elastisch und kultiviert. Allerdings auch recht teuer: Mindestens 19.642 Euro werden inklusive ACT-Technik fällig.

Opel setzt auf Direkteinspritzung

Auch Opel setzt den Verbrauchs-Rotstift eher im gehobenen Leistungsbereich an. Als Vorboten einer neuen Generation von Turbo-Benzinern bieten die Rüsselsheimer für den Astra seit kurzem einen 1,6-Liter-Motor mit Direkteinspritzung an. Mit einem Normverbrauch von 5,9 Litern wird der Kompakte dadurch zwar nicht zum lupenreinen Geizkragen, dafür aber zum effizienten Kraftpaket. Denn der Vierzylinder entwickelt stolze 125 kW/170 PS und ist damit die stärkste Benziner-Variante für den Fünftürer. Mit einem Preis ab 19.542 Euro ist der starke Astra zudem deutlich günstiger als die ähnlich schnellen Dieselmodelle der Baureihe.

Mazda spart mit hochverdichtetem Sauger

Einen technischen Sonderweg schlägt einmal mehr Mazda ein. Wo fast die gesamte Branche auf das Downsizing-Konzept setzt, belassen es die Japaner im Mazda 3 bei klassischen zwei Litern Hubraum und verzichten auch auf Turbo und Kompressor. Stattdessen soll ein schon fast dieselartig hohes Verdichtungsverhältnis für möglichst geringen Verbrauch sorgen. Der 88 kW/120 PS starke Vierzylinder weist im Datenblatt einen Normwert von 5,1 Litern auf. Gerade Freunde der mittlerweile in dieser Leistungsklasse kaum mehr angebotenen Saugmotoren sollten eine Testfahrt riskieren, denn das Triebwerk überzeugt im Vergleich mit den aktuell modernen Turbomotoren durch angenehm lineare Beschleunigung und geringe Geräuschentwicklung. Außerdem kann auf den teuren und manchmal anfälligen Turbolader verzichtet werden. Mit einem Preis ab 17.050 Euro zählt der kompakte Japaner zudem zu den günstigeren Modellen seiner Klasse.

Lexus spart mit Hybridtechnik

Ebenfalls ohne Lader kommt der Lexus CT 200h aus. Bei ihm sorgt stattdessen der Elektromotor des Hybrid-Antriebsverbundes für mehr Leistung. Seine vornehmste Aufgabe ist jedoch die Entlastung des 60 kW/99 PS starken 1,8-Liter-Benziners, vor allem beim Anfahren und Beschleunigen. Über kurze Strecken kann der Japaner sogar rein elektrisch und damit emissions- und geräuschlos fahren.

Das intelligente Zusammenspiel der beiden Triebwerke sorgt gemeinsam mit dem Bremskraftrückgewinnungssystem für einen extrem niedrigen Normverbrauch von 3,8 Litern. Die aufwendige Technik und die umfangreiche Serienausstattung sorgen jedoch auch für einen hohen Preis. Mindestens 24.705 Euro legt man für den kompakten Hybriden auf den Tisch.

Ganz gleich für welches Antriebskonzept man sich entscheidet, in Sachen Kultiviertheit und Laufruhe sind alle genannten Aggregate den Dieseln in ihrer Klasse überlegen. Mit Ausnahme des Lexus kommen die Benziner zudem auch noch deutlich billiger in der Anschaffung als vergleichbare Selbstzünder. Und wer kein ausgesprochener Vielfahrer ist, dürfte auch bei den Unterhaltskosten besser abschneiden.

Alle genannten Preise sind Nettopreise.

Autor

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Lexus

Datum

13. November 2013
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