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Fahrbericht Seat Toledo: Was will man mehr?

Schon mal vom Seat Toledo gehört? Eben. Grund genug, eines der meist unterschätzten Autos ausgiebig auf seine Tauglichkeit als Firmenwagen zu testen.

Wenn clevere Flottenmanager und User Chooser Firmenwagen bestellen, halten sie die Augen nach Sondermodellen offen. Extras zum Sonderpreis sparen Geld, auch bei der Dienstwagensteuer. Schnäppchenjäger bedient Seat mit den quer durch alle Baureihen erhältlichen Connect-Modellen. Die haben das neue Infotainmentsystem samt 6,5 Zoll großem Touchscreen an Bord, das Smartphones über Mirror Link ins Bordsystem integriert. Zusätzlich spendiert Seat ein Samsung A3. Außerdem gibt‘s noch hübsche Felgen und ein paar mehr Design-Elemente wie farbige Sitze. Je nach Baureihe spart der Käufer zwischen 925 und 2.100 Euro netto.

FIRMENAUTO hat sich den 20.853 Euro Toledo Connect 1.6 TDI und vor allem dessen Infotainmentsystem näher angeschaut. Die Bedienung ist kinderleicht. Handy, in unserem Fall ein iPhone 6, per Kabel an der USB-Buchse anstöpseln, schon öffnet sich Apple Car Play. Auf dem Bildschirm erscheinen die gleichen Apps wie auf dem Handy, darunter Google Maps beziehungsweise die Kartendarstellung von Apple. Zum Glück versteht uns Siri auch im Auto, sodass wir Ziele nicht umständlich eintippen müssen. Und da die Karten mit Online-Verkehrsdaten arbeiten, folgen wir immer der schnellsten Route.

Mirror Link ersetzt die Navigation

Das funktioniert so gut, dass wir die 580 Euro teure Navifunktion fürs Bord-System nicht vermissen. Allerdings nur, solange wir nicht im Ausland unterwegs sind. Denn sonst fallen fürs Smartphone Roaminggebühren an. Auch die anderen Apps laufen wie vom iPhone gewohnt. Ob Spotify oder die eigene Musik, alle auf den Bildschirm des Autos gespiegelten Apps lassen sich intuitiv bedienen, sodass der Fahrer sich auf die Straße konzentrieren kann.

Das System kann aber noch mehr. Mit Hilfe der Seat Connect App liest das Auto Mails, SMS und Facebook- oder Twitter-Nachrichten vor. Antworten auf neue Posts diktiert der Fahrer per Spracheingabe und über die Gestensteuerung werden Funktionen wie Anrufe oder Kontaktadressen aufgerufen. Außerdem lässt sich der Home-Bildschirm mit Wettervorhersagen oder Terminen individuell programmieren. Wer den Toledo als Geschäftswagen nutzt, findet hier etliche clevere Funktionen.

Stufenheck-Limousinen sind bieder? Der Toledo nicht

Im Verkauf ist das aber scheinbar noch nicht so richtig angekommen. Da fährt die Stufenheck-Limousine weit hinter den anderen Seat-Modellen und vor allem dem Leon her. Zu Unrecht. Der Toledo sieht längst nicht so bieder aus wie frühere Stufenheck-Limousinen. Und er kostet rund 1.500 Euro weniger als der 25 Zentimeter kürzere Leon. Außerdem bietet er für ein Auto der Golfklasse richtig viel Platz, vor allem im 550 Liter großen Kofferraum. Vorsicht allerdings beim Beladen. Die große Heckklappe schwingt zwar weit hoch, aber eben nicht weit genug für über 1,80 Meter große Menschen. Beulen am Kopf sind programmiert. Außerdem wollen schwere Kisten oder Koffer über eine hohe Ladekante gewuchtet werden.

1.6 TDI: Testverbrauch nur 5,3 Liter

Damit kann man aber gut leben, zumal auch das Raumangebot auf der Rückbank oder den vorderen Plätzen großzügig ausfällt. Lediglich am Cockpit ist sichtbar, wo die Spanier sparen. Viel Hartplastik wirkt nicht allzu elegant, aber auch nicht unbedingt billig. Deshalb kann man sich auch damit gut arrangieren. Besser als mit den fehlenden Assistenzsystemen. Da rächt sich, dass der Wagen noch auf der alten Fahrzeugplattform aufbaut. Totwinkelwarner, Abstandstempomat, Spurwechselwarner? Fehlanzeige. Wenigstens kann man für 1.000 Euro die hellen LED-Scheinwerfer bestellen.

Keine Kompromisse macht Seat dagegen beim Motor: Der 115 PS starke 1.6 TDI erfüllt mittlerweile Euro 6 und macht richtig Spaß. Zum einen, weil er über eher flott gefahrene 1.700 Testkilometer im Schnitt nur 5,3 Liter brauchte. Zum anderen, weil er seine Anfahrschwäche abgelegt hat und bis 200 km/h Höchstgeschwindigkeit gut durchzieht. Das tut er, ohne übermäßig zu lärmen und ohne dass der Fahrtwind die Insassen nervt. Dazu passt das gutmütig sichere und eher komfortabel abgestimmte Fahrwerk. Was uns zur Erkenntnis führt: Der Toledo ist weder Supersportlicher noch Lastesel noch rollendes Designobjekt, sondern einfach nur ein gutes Auto. Was will man mehr?

Autor

Foto

Karl-Heinz Augustin

Datum

1. September 2016
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