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Fahrbericht BMW 225xe: Der erste Plug-in Hybride seiner Gattung

Gut ein Jahr nach dem Serienstart des BMW 2er Active Tourer schieben die Münchener den Plug-in Hybriden hinterher. Der 225xe bringt es auf 224 PS, er hat einen elektrischen Allradantrieb und begnügt sich mit nur zwei Litern Verbrauch.

Einen Kompakt-Van mit alternativem Antrieb, den gab es bisher nicht. Jetzt preschen die Bayern mit dem neuen BMW 225xe voran und langen gleich richtig hin. Denn der nur 4,32 kurze Plug-in Hybride steht auch noch gut im Futter. Die Kombination aus Dreizylinder-Turbo mit 136 PS sowie einer 88 PS starken E-Maschine mobilisiert eine Systemleistung von strammen 224 PS. Der Elektromotor befindet sich an der Hinterachse und treibt diese an.

Allrad ist Serie

Dadurch wird der grüne Bayer zum elektrischen Allradler. Das ist auch gut so, schließlich entfalten beide Motoren ein Gesamtdrehmoment von respektablen 385 Nm. Die Kraftverteilung erfolgt bedarfsgerecht und variabel. Ist der BMW elektrisch unterwegs, fährt er mit Hinterradantrieb. Im Mischbetrieb oder bei voll durchgetretenem Gaspedal sorgen dagegen alle vier Räder für eine anständige Traktion. Sollten die Lithium-Ionen-Akkus erschöpft sein, genügt allein die Vorderachse für den Vortrieb.

Sind die Batterien leer, benötigt der BMW gute 2,2 Stunden an einer Wallbox (4,6 kW/20 A) um sein Speicherdepot wieder aufzufüllen. An einer gewöhnlichen 230-Volt Haushaltssteckdose sind es auch nur drei Stunden. Mit der Energie aus den 7,6 kWh starken Akkus legt der 225xe maximal 41 Kilometer elektrisch zurück. Die Höchstgeschwindigkeit liegt dann bei 125 km/h. Für den Einbauort des Batteriepacks fanden die Bayern eine manierliche Lösung. Es befindet sich direkt unter der Rückbank. Dadurch ragen die drei Einzelsitze zwar um drei Zentimeter mehr in die Höhe, jedoch ist das nicht wirklich ein Nachteil, denn selbst große Personen stoßen nicht ans Dach.

Ein Gran Tourer ist derzeit nicht als Plug-in Hybride geplant

Eine Kröte muss der Fahrer des BMW 225xe aber dann doch schlucken: Verschiebbare Sitze stehen beim Plug-in Hybriden nicht im Angebot. Das Gepäckabteil mit 400 bis hin zu 1.350 Litern lässt sich aber trotzdem noch gut nutzen. Auch gibt es den Plug-in Hybriden nicht in der längeren und mit bis zu sieben Sitzplätzen aufrüstbaren Version Gran Tourer. Falls die Nachfrage nach dem kompakten XL-Van gegeben ist, so lautet es aus der BMW-Konzernzentrale, könnte er problemlos als 225xe hinterher geschoben werden.

Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung. Im Save-Modus wird die Energie der Batterie gebunkert, um später bei Bedarf zu stromern. Mittels Knopfdruck wird der rein elektrische Heckantrieb aktiviert. Damit geht es erst einmal leise surrend los. Nach ein paar Kilometern wechseln wir in den Auto-Modus um das Zusammenspiel zu checken. Augenblicklich wechseln sich beide Antriebe ab. Der 1,5-Liter-Benziner schaltet sich dazu oder schweigt, was bei unserer ruhigen Fahrweise sehr dezent geschieht. Wer nicht permanent den Monitor (mit serienmäßiger Navigation!) im Blick behält, müsste raten welche Motorisierung beim Fahren gerade assistiert. So leise ist der 225xe. Auch die Sechsstufen-Automatik agiert unauffällig und das Fahrverhalten für einen Kompaktvan sehr agil und direkt. Wer allerdings richtig Leistung abfordert, um etwa auf einer Landstraße flott zum Überholen anzusetzen, der bekommt den schnatternden Dreizylinder zu hören. Das stört den harmonischen Gesamteindruck merklich.

Kraft im Überfluss, preislich attraktiv

An Durchzugskraft mangelt es dem Steckdosen-Bayern hingegen nicht. Von den Fahrleistungen reicht der Plug-in Hybride sogar an den 225i mit seinem Zweiliter-Benziner und 231 PS heran. Der 225xe beschleunigt, wenn es sein muss, innerhalb von 6,7 Sekunden von Null auf Hundert und hat mehr als genug Reserven in allen Lebenslagen. Bei 202 km/h ist Schluss (225i: 240 km/h, mit xDrive-Allrad: 237 km/h). Aber das dürfte wohl nur die wenigsten Außendienstler stören.

Schmackhaft machen möchte BMW seinen 225xe in anderer Hinsicht, der Teilzeit-Stromer ist gar nicht so teuer wie man meinen könnte. Denn mit einem Einstiegspreis von 32.521 Euro netto ist er um 1.260 Euro günstiger als der vergleichbare 225i mit Allrad. Und da ist das beim 225xe serienmäßige Navi für knapp 800 Euro noch gar nicht mit eingerechnet.

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BMW

Datum

8. Februar 2016
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