Fiat Tipo 10 Bilder Zoom

Fahrbericht Fiat Tipo Kombi: Praktischer Kombi für kleines Geld

Der neue Fiat Tipo Kombi ist ein geräumiger Dienstwagen zum Discounter-Preis: Der Italiener startet bei günstigen 13.437 Euro netto. Ob das Schnäppchen Außendienstler glücklich macht, klärt der Fahrbericht.

Mit dem brandneuen Kombi ist die Familie rund um den Fiat Tipo komplett. Der Kombi folgt auf Stufenhecklimousine und Fünftürer und will ebenso eine preiswerte Fuhrpark-Alternative sein. Rund 13.500 Euro (alle Preise netto) rufen die Italiener für ihren Lademeister auf. Das ist in der hart umkämpften Kompakt-Klasse schon eine klare Ansage. Preislich ist er von den gestandenen Kombi-Größen VW Golf, Opel Astra oder Ford Focus nicht zu knacken. Aber welche Abstriche müssen hierfür in Kauf genommen werden?

Recht einfach, aber intuitiv bedienbar


Nun, die Materialien im Innern sind schon recht einfach gehalten, aber immerhin ordentlich verarbeitet. Auch das Cockpit ist funktional, alle Schalter und Hebel liegen in griffgünstiger Reichweite. Auf der Mittelkonsole befindet sich ein sieben Zoll großer Touchscreen-Monitor (Serie bei Lounge), der im Blickfeld des Fahrers liegt. Zudem gibt es eine zeitgemäße Smartphone-Anbindung samt USB-Anschluss. Außendienstler, die jedoch mal eben schnell eine Route ins TomTom-Navi tippen wollen, müssen sich ein wenig in Geduld üben. Denn der Rechenprozessor ist nicht der Schnellste, der Tipo braucht Bedenkzeit. Dass die Rückfahrkamera ihr Bild nur in einer recht geringen Auflösung darstellt, ist ebenfalls geschenkt. Hat man sich an diese Eigenheiten gewöhnt, erfüllen beide ihren Zweck.

Der Fiat bietet ein gutes Raumangebot

Platz gibt es im Tipo Kombi in Hülle und Fülle. Vorne fühlen sich selbst Großgewachsene wohl. Der Fahrer findet auf Anhieb eine gute Sitzposition, da das Lenkrad einen sehr weitem Verstellbereich hat. Das Mobiliar selbst bietet einen ausreichenden Komfort. Es fehlt allerdings an genügend Oberschenkelauflage und Seitenhalt. Hinten ist das Raumangebot grundsätzlich in Ordnung, wenn auch die Luft für Personen über 1,80 Meter merklich dünner wird. Weniger schön ist dagegen, dass sich die Kopfstützen im Fond nicht weit genug herausziehen lassen.

Das maximale Kofferraumvolumen bleibt ein Geheimnis

Ganz hinten gibt es nichts zu meckern. Die breite Heckklappe schwingt weit nach oben und gibt eine große Öffnung frei. Der Kofferraum schluckt ordentliche 550 Liter und die Ladekante ist erfreulich niedrig. Nach dem Umklappen der serienmäßig geteilten Rücksitzlehnen bleibt die Ladefläche glattflächig. 475 Kilo darf der italienische Gepäckträger schleppen. Wie viel maximalen Stauraum der Kombi letztendlich bietet, dazu gibt’s keine Angaben. Selbst nach intensivem Nachfragen bleiben die Turiner Autobauer stumm wie ein Mönch mit Schweigegelübde. Ganz im Dunkeln wollen wir Sie aber nicht stehen lassen. Bei so viel Geheimniskrämerei schätzen wir mit wohlwollendem Augenmaß einfach selbst: In etwa 1.300 Liter werden es sein.

Zwei Benziner und Diesel mit gleicher Leistung

Die Motorenauswahl fällt übersichtlich aus. Für den Kombi gibt es zwei Benziner und zwei Diesel mit einer Leistung von jeweils 95 und 120 PS. Für unsere erste Ausfahrt mit dem Tipo Kombi wählten wir den stärkeren Selbstzünder, der preislich bei 16.966 Euro beginnt. Der 1,6 Liter-Multijet nimmt willig seine Arbeit auf und zeigt sich mit 320 Nm Drehmoment auch kräftig genug. Weniger gefällt die unharmonische Anfahrschwäche, die der Diesel an den Tag legt. Und beim Ausdrehen meldet er sich mit kehligem Knurren zu Wort. Auch die manuelle Sechsgang-Schaltung könnte etwas präziser geführt sein. Automatik-Fans sollten übrigens noch etwas warten, denn zum Jahreswechsel wird eine Sechsgang-Doppelkupplung nachgereicht.

Ein Italiener von straffer Machart

Für die Kurvenhatz ist der Tipo Kombi nicht gedacht. Der Italiener mag es lieber gemächlich, was die schwammig ansprechende Lenkung beweist. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt. Bodenwellen werden gekonnt absorbiert, derbe Stöße dagegen schon mal recht trocken an die Passagiere weitergereicht. Schnell wird klar, dass auch Fiat hier nicht zaubern kann – logisch, bei dem Preis. Wer sich aber mit den Einschränkungen arrangieren kann, erhält mit dem Fiat Tipo Kombi eine Menge Auto fürs Geld.

Gute Grundausstattung und optionale Assistenten

Es gibt vier Jahre Garantie und das Basismodell Pop hat schon unter anderem eine Klimaanlage, ein MP3-Radio, geteilte Rücksitzlehnen sowie eine Dachreling serienmäßig an Bord. Das Angebot an Fahrerassistenten ist mit City-Notbremse, Geschwindigkeitsbegrenzer sowie adaptivem Tempomat überschaubar, aber dafür günstig. Es kostet zusammen im Sicherheitspaket Plus nur schlappe 420 Euro.

Autor

Foto

Fiat

Datum

27. September 2016
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