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Fahrbericht Ford Ecosport: Bulliges Kerlchen

So kurz wie ein Fiesta und so geräumig wie ein B-Max: Der Ford Ecosport hat klare Platzvorteile. Dass das SUV schon etwas in die Jahre gekommen ist, sieht man ihm erst auf den zweiten Blick.

So ganz taufrisch war der Ford Ecosport nicht mehr, als er uns vor anderthalb Jahren vorgestellt wurde. In Südamerika gab's das kleine SUV schon seit acht Jahren. Aber mal ganz ehrlich, nach einem alten Bock sieht er nicht gerade aus. Das Design ist immer noch modern. Nahezu unverändert landete er deshalb auch auf dem deutschen Markt. Das lästige Ersatzrad auf dem Buckel muss er bei uns aber beispielsweise nicht schleppen. Sieht zwar rustikal aus, stört aber im engen europäischen Stadtverkehr.

Wendig im Stadtverkehr

Seine bullige Front macht ihn dennoch zum kleinen Poser. Schaut man sich den Ecosport jedoch ein bisschen mehr seitlich an, dann sieht der knapp vier Meter kurze und zudem sehr schmale Ecosport selbst neben Kompaktwagen richtig putzig aus. Vorteile bringen die kurzen Abmessungen natürlich überall dort, wo es eng wird. Mit seinem kleinen Wendekreis schlängelt er sich durch noch so winzige Gässchen. Der Fahrer sitzt dabei angenehm hoch, kann den Wagen nach vorne und hinten gut abschätzen.

Allerdings nervt die fette A-Säule beim Abbiegen. Ständig müssen wir uns aus dem Sitz lehnen, damit wir nicht Fußgänger und Fahrradfahrer übersehen. Auch wenn wir den Kleinen ohne Piepser mühelos in enge Parkbuchten wuppen können, hinter dem Wagen sollten nachher mindestens noch eineinhalb Meter Platz sein. Die Kofferraumklappe schwingt nämlich nicht wie für gewöhnlich nach oben, sondern klappt zur Seite auf. Sie wissen ja, eigentlich schleppt der Ecosport ein Ersatzrad mit sich rum.

Kein Langstreckenläufer

Auf der Straße fährt sich der Knirps wie ein Großer. Straffes Fahrwerk. Knackige kurze Schaltwege. Ruhiger Geradeauslauf ohne nervöses Wippen bei Lastwechseln. Selbst in zügig durchfahrenden Kurven behält er stoische Ruhe. Der Motor? Klingt etwas ruppig, dafür hängt der Ecosport gut am Gas. Langstreckenfahrer werden den sechsten Gang vermissen. Schon bei Tempo 120 zieht es die Drehzahlnadel über 3.000 Touren. Das geht auf den Verbrauch und die Ohren. Der 1,5-Liter-Diesel fühlt sich mit seinen 95 PS eben in der City zuhause.

Wer die aktuellen Ford-Modelle kennt, der erkennt allerdings spätestens hinterm Steuer, dass der Ecosport nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Wo die neuen Autos aus Köln schon ein großes zentrales Display für das Infotainmentsystem tragen, guckt der Fahrer beim SUV aus Südamerika noch in eine tiefe Röhre auf ein farbloses Mini-Display. Ob Ford deshalb auf ein fest eingebautes Navi verzichtet hat? In der Preisliste ist es jedenfalls genauso wenig zu finden, wie im Testwagen. Dafür koppelt sich der Ford anstandslos mit unseren Smartphones via Bluetooth und spielt Musik ab. Unsere Kommandos für Naviziele und Telefonkontakte schnappt der Ecosport sogar auf einen Rutsch auf, ohne dass wir uns Schritt für Schritt durchs Menü quasseln müssen.

Guter Sitzkomfort

Unter dem Display breitet der SUV wie auf einem Tischchen zahlreiche Knöpfe und Tasten für den Fahrer aus. Nicht nur, dass wir aufgrund der Menge an Direkttasten schnell den Durchblick verlieren, aufgrund der schrägen Anordnung tippen wir auch das ein oder andere mal auf die falsche oder rutschen schlichtweg mit dem Zeigefinger ab. In Sachen Ergonomie kann der SUV dennoch Qualitäten vorweisen. Sitz und Lenkrad lassen sich weitreichend verstellen, so findet jedermann eine geeignete Sitzposition. Den rechten Arm können wir auf einer Armlehne ablegen, die Sitze sind angenehm straff gepolstert und bieten guten Seitenhalt. Lediglich die Sitzfläche fällt etwas kurz aus. Den Platz, den Ford dadurch in der ersten Reihe einspart, packen sie in der zweiten Reihe wieder drauf. Obwohl der Ecosport so kurz ist wie ein Fiesta können hinten gemütlich zwei Erwachsene sitzen.

Bleibt am Ende die Frage nach dem Preis. 17.179 Euro netto verlangt Ford für den Ecosport mit 95 PS starkem Diesel. Klingt doch akzeptabel? Für gleiches Geld und deutlich höherem Stellenwert im Fuhrpark bekommt man aber auch schon einen Focus (1.5 TDCi für 17.739 Euro), der dann zudem mit neuer Infotainment-Technologie trumpft. Muss es also unbedingt ein SUV sein?

Wenigstens kann der Preis beim Ecosport nicht mehr wirklich in die Höhe steigen. Die Sonderausstattung ist sehr begrenzt beim SUV. Außer läppischen Parkpiepsern sind beispielsweise keine Assistenten zu haben. Am Ersatzrad auf der Hecktür kann Ford dafür nicht loslassen. Für 168 Euro können es Dienstwagenfahrer ihrem Ecosport auch hierzulande auf den Buckel schnallen.

Autor

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Ford

Datum

21. März 2016
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