Ford Mondeo Ecoboost 11 Bilder Zoom

Fahrbericht: Ford Mondeo 2.0 Ecoboost Powershift

Die Zeiten der glanzvollen Sechszylindermotoren sind auch beim Mondeo längst passé. Downsizing heißt auch hier die Devise.

Statt 226 PS aus einem V6 muss nun ein Vierzylinder-Benziner 240, oder wie im Fall unseres Testwagens, 203 PS aus nur zwei Litern Hubraum quetschen. Dafür haben die Ingenieure tief in die Trickkiste gegriffen: Mit Direkteinspritzung, Turbolader, Kompressor und variabler Nockenwellenverstellung ist der Ecoboost-Motor technisch auf der Höhe der Zeit. Das Downsizing hat natürlich einen Grund: Mit 7,6 Liter Normverbrauch und 176 Gramm CO2 pro Kilometer liegen die Werte des Vierzylinders glatt ein Drittel unter dem des V6 im vorigen Mondeo ST 220.

Titanium als Serienausstattung

Damit es der eilige Firmenwagenfahrer auch bequem hat, steht der schnellste Mondeo aller Zeiten sehr gut bestückt als Version Titanium für 25.252 Euro (ohne Mehrwertsteuer) beim Händler. Viele Extras braucht es also nicht, um den Mondeo zum komfortablen Außendienst-Gefährt aufzurüsten, denn Klimaautomatik, CD-Radio, beheizbare Frontscheibe, Sportsitze und Tempomat sind schon an Bord.

Empfehlenswertes Powershift-Getriebe

Sinnvoll allerdings ist das von Getrag entwickelte Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (1.680 Euro), das hervorragend zum extrem antrittstarken Turbobenziner passt und die Gänge blitzschnell sortiert. Da der Turbo seine 300 Newtonmeter bereits bei 1.750 Umdrehungen auf die Kurbelwelle stemmt, braucht es keine hohen Drehzahlen, um sehr flott vorwärtszukommen. Das erkennt auch das Powershift-Getriebe, so dass man bereits bei 50 km/h entspannt im fünften oder sechsten Gang rollt. Lediglich bei starkem Bremsen und anschließend kräftigem Beschleunigen kommt das Getriebe kurz aus dem Tritt. Dann dauert es eine gefühlte Gedenksekunde, bis das Doppelkupplungsgetriebe seine Gänge sortiert hat – das kann das DSG von VW besser.

Sehr leise und hoher Reisekomfort

Was nichts an den dynamischen Qualitäten des Autos ändert. Wer das Pedal kräftig durchdrückt, lässt auch manchen gut bestückten Diesel stehen. Besonders wohl fühlt sich der Motor aber bei Autobahntempo 160, wenn sich der Drehzahlmesser um die 3.000 Touren einpendelt, der Vierzylinder nur ganz dezent unter der Haube summt und auch vom Fahrtwind kaum etwas zu hören ist. Keine Frage, der Mondeo ist immer noch eines der subjektiv leisesten Autos.

Straffe Federung und agiles Handling

Sollte die Fahrt zum Kunden jedoch über kurvige Landstraßen führen, umso besser: In Sachen Fahrwerk muss sich der Ford nicht hinter einem Audi oder BMW verstecken. Im Gegenteil: Seine präzise Lenkung gefällt ebenso wie die straffe Federungsabstimmung, die einen guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort darstellt.

Über zehn Liter Verbrauch

Allzu sehr sollte man es aber nicht übertreiben, sonst wedelt der Fuhrparkleiter beim nächsten Spritreporting  mit der roten Karte. Selbst bei dezenter Fahrweise sind kaum weniger acht Liter drin. In unserem Test mit hohem Autobahnanteil verbrauchte der Mondeo zwar immer noch akzeptable 10,5 Liter/100 Kilometer, doch bei Tempo 180 und mehr zieht die Einspritzanlage bis zu 13 Liter aus dem 70-Liter-Tank.

So bleibt als Fazit die Erkenntnis: Kurz vor seiner Ablösung ist der Mondeo noch immer ein bemerkenswert leises und kommodes Reiseauto mit bequemen Sitzen und überdurchschnittlichem Platzangebot. Die Kombination aus starkem Benziner und Doppelkupplungsautomatik passt hervorragend zur dynamischen Charakteristik und dem agilen Handling des Ford, empfiehlt sich aber nur für Firmen, deren Mitarbeiter unter 15.000 Kilometer pro Jahr abspulen. Kilometerfresser sind dem 200 PS starken, aber auch 3.360 Euro teureren 2.2 TDCi besser bedient.

Technische Daten Ford Mondeo 2.0 Ecoboost Powershift
Ford Mondeo 2.0 Ecoboost Powershift
Hubraum (cm³) 1.999
Zylinder 4
Leistung kW (PS)/min 149 (203)/6.000
Drehmoment (Nm/min) 300/1.750
0–100 (s) 7,9
V-max (km/h) 232
Verbrauch (l/100 km) 10,5 S
CO2 (g) 179
Kofferraum (l) 549-1.745
Zuladung (kg) 631
Preis (Euro) 27.773
Betriebskosten* (ct/km) 67,6/47,9

* Bei 20.000/40.000 km pro Jahr, 60/36 Monate Laufzeit.
Quelle Betriebskosten: Dekra, Stand: März 2012

Autor

Foto

Thomas Küppers

Datum

3. Februar 2012
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