Firmenauto: Erster Fahrbericht des Toyota Prius

Wer heutzutage von Hybrid spricht, meint Toyota. Während die deutschen Hersteller in diesem Bereich gerade mal erste zaghafte Gehversuche machen, hat Toyota bereits 30 Jahre Erfahrung mit der Hybridtechnik und bringt nun den neuen Prius der dritten Generation auf den Markt. Dabei hoffen die Japaner, dass der den Kick für den Markt bringt. Schließlich führen Hybridantriebe in Deutschland noch immer ein Schattendasein. Gerade mal 22.330 Hybriden waren am 1.1.2009 laut KBA in Deutschland zugelassen. Verbrauch - CO2-Ausstoß Für Toyota ist der Prius das Aushängeschild der hauseigenen Hybridpalette. Markig spricht der für den Prius zuständige Projektmanager Masahiko Maeda vom „modernsten Großserien-Pkw“, der in Sachen Umweltschutz, Fahrfreude und Unterhaltskosten Maßstäbe setze. In seiner gesamten Ökobilanz – von der Produktion über den Betrieb bis hin zum Recycling – stoße er in 150.000 Kilometern 37 Prozent weniger CO2 aus als ein entsprechendes Dieselauto. Der Kunde jedoch schaut als erstes auf den Verbrauch – und wird nicht enttäuscht. Mit nur 3,9 Litern Benzin soll der Prius auskommen und dabei nur 89 Gramm CO2 ausstoßen. Kann das sein? Im Selbstversuch auf schwedischen Landstraßen und normaler Fahrweise samt eingeschalteter Klimaanlage kamen wir auf 4,6 Liter, was für einen Benziner immer noch ein super Wert ist. Wer’s aber wirklich wissen will und seinen Gasfuß extrem zügelt, kann sogar eine drei vor dem Komma erreichen. Hybridsystem Erstaunlich, setzt Toyota doch weiterhin auf Nickel-Metallhydrid-Akkus anstatt der viel leistungsfähigeren, aber auch vier mal so teuren Lithium-Ionen-Akkus. Die kommen erst in den so genannten Plug-In-Versionen des Prius zum Einsatz. Sie lassen sich an der Steckdose aufladen und werden ab Jahresende in ausgesuchten deutschen Flotten getestet. Trotzdem kann auch der normale Prius mit maximal 45 km/h schon bis zu zwei Kilometer rein elektrisch fahren, viel weiter sein Vorgänger. Und auch sonst hat sich technisch viel getan: 90 Prozent des Hybridsystems hat Toyota neu konstruiert. Die Batterien wurden kleiner, der Motor größer und stärker. So ersetzt nun ein 99 PS starker 1,8-Liter-Benziner das bisherige 1,5-Liter-Aggregat mit 78 PS. Dem Trend zu kleineren, dafür aufgeladenen Motoren will sich Ingenieur Maeda vorerst nicht anschließen – aus Kostengründen. 136 PS mobilisiert das aus Benziner und E-Motor bestehende Hybridsystem jetzt, 23 mehr als bisher. Das macht den unbeladen rund 1.400 Kilo leichten Prius zwar nicht zur Rakete, doch das erwartet auch keiner der laut Toyota „extrem umwelt- oder kostenorientierten“ Käufer. Im Eco-Modus, der Motorleistung und Klimaanlage zugunsten des Verbrauchs drosselt, kommt Fahrfreude jedenfalls höchstens beim Blick auf die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers auf. Einen Hauch von Agilität verströmt das Auto nur, wenn man die Taste des Power-Mode drückt. Ausstattung Das ändert allerdings nichts daran, dass der Prius ein wunderbares Reiseauto ist. Dank der flachen, weit vorgezogenen Windschutzscheibe genießt man ein großzügiges Raumgefühl. Dazu kommt ein für ein 4,46 Meter langes Auto außergewöhnlich gutes Platzangebot auf den Rücksitzen. Trotz der für einen besonders niedrigen Luftwiderstand coupéhaft nach hinten abfallenden Karosserie stoßen auch große Mitfahrer nicht mit dem Kopf an die Decke. Auffällig ist auch, wie leise es im Auto ist. Vom Motor ist nur beim Beschleunigen etwas zu hören, wenn er wegen des stufenlosen Getriebes kurzzeitig aufheult. Preise Trotz allem haben sich Unternehmen bisher nur zaghaft dafür begeistert, Prius als Firmenwagen einzusetzen. Diese schwierige Klientel will Toyota nun über die Kostenschiene packen. Der Prius III kostet mit netto 20.966 Euro rund 500 Euro weniger als sein Vorgänger. Zusätzlich hat Toyota serienmäßig viele Extras wie Head-up-Display, schlüsselloses Zugangssystem, Klimaautomatik oder CD-Radio reingepackt, die sich auf weitere 1.600 Euro summieren. Doch nicht immer scheitert der Kauf eines Prius am Preis. Etliche Fuhrparkleiter befürchten bei Reparatur oder Wartung unkalkulierbare Folgekosten. Doch Ingenieur Maeda beruhigt: „Der Prius ist unser zuverlässigstes Auto und beschert uns die geringsten Garantiefolgekosten von allen Modellen.“ Selbst die Frage nach der Haltbarkeit der Batterie wiegelt er ab: „Es gibt etliche Prius, die weit über 300.000 Kilometer mit dem ersten Akku gelaufen sind“. Technische Daten zum Toyota Prius finden Sie

Datum

30. Juni 2009
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