Firmenauto: Mercedes-Sensor erkennt müde Fahrer

Müdigkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen. Nach Schätzungen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer GDV ist an jedem vierten Autobahnunfall ein übermüdeter Fahrer schuld. Untersuchungen zeigen, dass sich die Reaktionszeit von Autofahrern schon nach vier Stunden Nonstop-Fahrt um 50 Prozent verringern kann. Vor allem Vielfahrer sind davon betroffen. Deshalb stattet Daimler die im Frühjahr 2009 auf den Markt kommende nächste Generation der Mercedes E-Klasse sowie die Modelle der S-Klasse ab Baujahr 2009 serienmäßig mit einer Müdigkeitserkennung aus. Damit ist Daimler nach Volvo der zweite Hersteller, der seine Autos mit einem solchen Sicherheitssystem anbietet, wobei Volvo für den im XC 60, XC 70, V70 und S80 erhältlichen Driver Alert 588 Euro netto verlangt. Beide Systeme arbeiten ähnlich und entscheiden anhand unterschiedlicher Parameter, wann ein Fahrer nicht mehr fit ist. Bei Volvo leuchtet die Kaffeetasse im Display auf, wenn der Pilot häufig die Fahrbahnbegrenzung überfährt oder öfters Schlangenlinien fährt. Wobei dies auch daran liege könnte, dass der Fahrer an das Navigationsgerät oder sein Telefon bedient. Der Attention Assist von Mercedes wertet dagegen auch Blinker- und Pedalbetätigungen sowie Bedienhandlungen aus. Kernstück des Systems ist jedoch ein hochempfindlicher Sensor, der die Lenkradbewegungen des Fahrers misst. Denn die Unfallforscher haben festgestellt, dass ein übermüdeter Fahrer im berüchtigten Sekundenschlaf das Lenkrad praktisch unbewegt festhält. Sobald er wieder zu sich kommt, zuckt er ganz leicht zusammen. „Diese Bewegung spüren auch die Mitfahrer. Dies ist meist der Moment, in dem sie den Fahrer fragen, ob er müde sei“, sagt Dr. Rodolfo Schöneburg, Leiter Entwicklung Sicherheit und Fahrzeugfunktionen. Und diese Bewegung registriert auch der Sensor. Da jeder Mensch ein anderes Fahrverhalten an den Tag legt, erstellt Attention Assist während der ersten Minuten jeder Fahrt ein individuelles Profil und vergleicht damit das Lenkverhalten während der gesamten Reise. Der Attention Assist von Mercedes ist zwischen 80 und 180 km/h aktiv. Das Volvo-System schaltet sich ab einer Geschwindigkeit von 65 km/h automatisch ein und bleibt so lange aktiv, bis das Fahrtempo die 60 km/h-Marke unterschreitet.

Datum

21. November 2008
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